08
Feb
10

…das Ende der Welt…

Die Auswahl des einen Filmenthusiasten hat mich irgendwie ausgebremst in der dienstäglichen Filmberichterstattung: Für das Ende der Welt führt uns Wim Wenders Bis ans Ende der Welt. Und da es sich bei dem Werk in der vollen Länge um eine Trilogie handelt, tut er dies nun bereits seit etlichen Wochen, unterbrochen durch Winterferien, Elternabende und ebensolche Besuche.

Der gute Freund hat angekündigt, das nächste Mal die erste Staffel von Bezaubernde Jeannie zu zeigen. Die würde uns bis mindestens Ende April beschäftigt halten. Nach dem nächsten Filmabend mit Teil 3 müssen wir eventuell das Regelwerk nochmal ein wenig differenzieren oder ich mir ein anderes Thema für meinen Blog suchen.

Richtigen Unmut hat der geliebte Mann dennoch nicht auf sich gezogen, dazu gefällt das an Lynch erinnernde Roadmovie zu gut. Von hier aus lässt sich plötzlich klar erkennen, was es mit 80er-Jahre-Ästhetik auf sich hat und es muss nicht jede Botschaft immer gleich zu entschlüsseln sein. Unter Umständen hat der Film gar keine. Macht nichts. Macht trotzdem Spaß.

04
Jan
10

Hamburgs Nil

Das Nil. Ja nu, was soll ich sagen? Zumal ich den guten Rat bekommen habe, doch erst nach dem dritten oder vierten Mal zu bewerten oder zumindest die Bewertung niederzuschreiben. Ich machs trotzdem. Vielleicht kann ich damit die Erinnerung an einen ausgesprochen angenehmen Restaurantbesuch mit köstlichem Essen, warmer Atmosphäre und einem schönen realen Zsammentreffen ein wenig verlängern.

Meine Erwartungen waren aus mehreren Gründen hoch, sehr hoch und daher durch große Fallhöhe gefährdet. Manchmal sehe ich über einiges hinweg und schweige still, wenn ich mich und andere davon überzeugen will, dass es mir gefällt. Das ist dieses Mal nicht nötig.

Ich habe mich sofort willkommen gefühlt bei der Begrüßung, beim Anblick unseres Tisches, beim freundlich-ruhigen Kümmern des Kellners. Könnte ich es, ich hätte die Augen verdreht vor Entzücken beim ersten Bissen im Mund. Pulpocarpaccio mit Wildkräuterpesto, ganz zart, feiner Geschmack mit knackigen Kontrapunkten. Würzige, aromatische Hirschsalami auf perfekt zubereiteten Wurzeln verschiedener Art, eine Grünkohlsuppe, die vollkommen nach – Grünkohl schmeckte, zartes Lamm mit heller Soße, die erste Polenta, die mir schmeckt. Und viel gelungener als die Quitten Crème brûlée kann ich mir einen Nachtisch nicht vorstellen. Die Weinempfehlung trifft meinen Geschmack exakt.

Ich habe nichts zu meckern, nichts auszusetzen, auch nicht im Geheimen. Das Ende war die High Note auf einem sowieso schon gelungenen Abend, ein Gespräch mit einem ein wenig vertrauten, und dann doch nicht, Menschen, eine befriedigte Neugier, die es nicht schade erscheinen lässt, dass es nicht im Virtuellen geblieben ist. Ein herrlicher Schlehenschnaps für “on the road”.

Wäre alles anders gekommen, hätte wir nicht auf die vorhergehende Teilbekanntschaft zurückgreifen können? Ich glaube nicht. Wäre der Service schlechter gewesen? Kann ich mir nicht vorstellen. Wäre am Essen etwas auszusetzen? Ziemlich sicher nicht. Nur den Schluss, für den hätten wir uns etwas anderes einfallen lassen müssen.

Restaurant NIL, Neuer Pferdemarkt 5, 20359 Hamburg
Tel. 040 4397823 Fax. 040 433371

http://www.restaurant-nil.de/

04
Jan
10

Das Ende der Welt…

…werden wir in der ein oder anderen Form heute abend zu sehen bekommen. Diese Vorgabe lässt sich in verschiedenster Art deuten und zu jeder gibt es unzählige Filmbeispiele, nehme ich jedenfalls an. Durch einen Gast wird die Auswahl ein weiteres Mal erschwert – der geliebte Mann wird souverän etwas Geeignetes finden, da bin ich zuversichtlich. Dennoch – er muss jetzt natürlich aufpassen, keine Themaverfehlung riskieren: das Jahr hat ja erst begonnen.

Der verlorene Schatz war meisterhaft repräsentiert mit Spielbergs Artificial Intelligence: A.I., in dem ja einiges an Schätzen – alle immateriell und ambivalent – verloren gehen und nur teilweise rekonstruiert werden können. Ich bin sehr froh über diese Filme, da sie genau das treffen, was ich mir neben einem Wiedersehen von und mit geliebten Perlen der Filmgeschichte vo dienstäglichen Filmabend erhoffe: dass ich Filme zu sehen bekomme, die ich nicht nur nicht gesehen habe, sondern bei denen ich gar nicht auf die Idee käme, sie mir anzusehen, da sie nicht in mein cineastisches Beuteschema passen. Nur das Ende hätte gut 20 Minuten früher sein dürfen, dann wäre er nicht in Richtung Kitsch abgedriftet und hätte er mir sogar sehr gut gefallen…

09
Dez
09

Der verlorene Schatz

Thema verfehlt! Ja, wirklich, ich gebe es zu – es gab kein Flüstern, nicht im Dunkeln und nicht anderswo. Der geliebte Mann möchte drakonische Straf-Maßnahmen ergreifen und sieht nicht ein, dass Risikofreude auch belohnt werden muss. Wer hätte auch gedacht, dass es in einem Film aus der sogenannten Schwarzen Serie keine einzige Flüsterszene gibt? Wahrscheinlich liegt es an der Besetzung, denn nach einer halben Stunde war mir plötzlich klar: Bogart flüstert nicht. Das ist so ähnlich wie zu wissen, dass Cary Grant nie der Böse ist. Manche Dinge muss man als gegeben hinnehmen, ob sie einem nun passen oder nicht.

Dafür haben wir einen hervorragenden Film mit einem wie meist grandiosen – ich erwähnte es schon – Humphrey Bogart gesehen, nämlich Der Malteser Falke von John Huston. Da muss man nicht so viel meckern, finde ich. Noch dazu angesichts des leckeren Essens davor.

Der gute Freund will nicht wiedergutmachen, was ich verpatzt habe und weigerte sich, nächsten Dienstag die Vorgabe “Flüstern im Dunkeln” korrekt erfüllen zu müssen. Er hält einen Faux Pas pro Jahr für hinnehmbar, zumal sich das jetzige (Jahr) ja schon dem Ende zuneigt. Er wird uns einen Film zeigen, der sich mit einem “Verlorenen Schatz” beschäftigt. Oder auch nicht, denn er hat ja auch noch eine Fehlauswahl frei..

02
Dez
09

Der wundersamen Reise zweiter Teil

Das glaubt mir keiner. Außer vielleicht, wenn ich darauf hinweise, dass ich mir eine solche Geschichte niemals ausdenken würde, da sie jeder Glaubwürdigkeit entbehrt…

Das Einschreiben ist bis zum heutigen Tag nicht mehr aufgetaucht, der Konzern verstummt. Glücklicherweise gibt es vom damit Gesendeten eine Kopie, die mir am Donnerstag noch einmal zugeschickt worden ist. Oder sei, wie mir meine Auftraggeberin am Dienstagmorgen am Telefon erzählt. Allein – bei mir ist sie nie angekommen, auch wenn die Kundin die Bestätigung vom Kurierdienst erhalten hat, dass die Sendung bei mir am Freitag frühmorgens abgegeben worden ist. Keiner in diesem Haushalt hat sie angenommen. Nicht ich, nicht eines der anderen Familienmitglieder. Einen kurzen Augenblick dachte ich, vielleicht habe ich ein psychisches Problem, vielleicht wohnt noch jemand in meinem Körper, jemand, der es nicht gut mit mir meint, Sendungen annimmt und mir das verschweigt. (in der Art nachzulesen in: “Ich und die anderen” von Matt Ruff)

Das Problem mit der Glaubwürdigkeit tauchte auch wieder auf: der Kunde hatte bereits nachgefragt, ob meine angegeben Adresse eine legale sei. Um ihn von meiner Unschuld zu überzeugen, trat ich direkt mit ihm in Kontakt. Dabei erfuhr ich, dass es sich bei dem beauftragten Kurierdienst um DHL handelt, der andere Teil meines Lieblingslogistikkonzerns, der bald auf mich zukommen wird um mir eine großzügige Entschädigung für meine Leiden….

Nun gut, die Sendungsverfolgung ergab, dass der Fahrer am Freitagmorgen zu einer bestimmten Uhrzeit das Päckchen bei %empf abgegeben hat. %empf gibt es keinen hier im Haus, auch nicht im hinteren Gebäude. Auch keinen Dempf, Schlempf, Quempf. Niemand, der auf „empf“ endet. Also rufe ich an bei DHL. Vorsicht: Die Kosten für das Kundentelefon sind hier deutlich höher, mit 14 Cent pro Minute. Dafür ist schneller jemand dran: “ja, die Sendung konnte nicht zugestellt werden, hier steht: war zu. Ich kann Ihnen anbieten, das Päckchen morgen liefern zu lassen – zwischen 8 und 12, 12 und 17 oder 17 bis 20 Uhr.” Ich weiß nicht, warum ich nicht gesagt habe, “Nach allem was sich Ihr Konzern mit meinem Päckchen geleistet hat, dürfen Sie es mir morgen vormittag am exakt 9:17 liefern und keine Mätzchen mehr hier.” Oder so. In meinem Inneren fühle ich eine tiefe Resignation aufsteigen, gepaart mit der Freude am Absurden. “Ja, zwischen 8 und 12 wäre gut, ich bin nur 20 Minuten weg in der Zeit, weil ich mein Kind zum Kindergarten bringe,…” “- da kommt er dann bestimmt, das ist immer so, bei mir ist es üblicherweise beim Duschen…” Ich lache höflich, der Mann weiß ja nicht, was schon hinter mir liegt. “Machen Sie lieber einen Zettel an die Tür, damit der Zusteller weiß, wo er es abgeben kann.” “Ja, klar, mache ich…”

Ich frage nur vorsichtig nach: “Ach, eins noch: ist es nicht ein wenig merkwürdig, dass ich gar nicht erfahre, wenn die erste Zustellung schiefgeht?” “Haben Sie denn einen zugänglichen Briefkasten?” Ein unzugänglicher macht gar nicht so viel Sinn, finde ich, aber ich behalte es für mich. “Ja, habe ich.” “Nun, darf ich dann eine Reklamation für Sie aufnehmen?” Ich winke ab, verbal. Was soll ein weiterer ausgefüllter Zettel, den niemand interessiert und der bestenfalls einem Zusteller, der nichts dafür kann, dass die Arbeit von zu wenigen und zu schlecht qualifizierten Leuten gemacht werden muss, einen Rüffel einträgt. Er fragt nochmal die Adresse ab, vermerkt “Darf auch bei Nachbarn abgegeben werden.”

Um 16 Uhr klingelt mein Telefon. “Ja, hier … von DHL Express. Sie warten bestimmt auf eine Sendung von …(Name des Absenders)? Die haben wir nämlich hier, konnte nicht zugestellt werden, da ist keine Hausnummer drauf.” Ich finde, es wird langsam schwer zu ertragen. “Wie bitte? Aber mir wurde doch am Freitag angeblich etwas zugestellt, nur war da ja zu?” “Ja, warten Sie ich schau mal nach, ja da steht “war zu”. Aber das konnte der gar nicht zustellen, da ist ja keine Hausnummer drauf.” Vor meinem inneren Ohr höre ich sowohl den Kunden nochmal die vollständige Adresse abgleichen als auch den Herrn vom DHL-Kundentelefon am selben Morgen. Alle, ALLE hatten meine Hausnummer richtig. Aber sie war nicht auf der Sendung vermerkt. Wenn ich wüßte, wie es ginge, würde ich schreien. Selbstbeherrschung ist für Feige.

Das bleibe ich dann auch. Es ist noch ein wenig aus mir herausgebrochen, der flinke – es war ja erst Dienstag – und wirklich freundliche, wenn auch etwas überhebliche („Sehen Sie, Sie jammern, dass wir nicht ordentlich zustellen, dabei sind Ihresgleichen nicht mal in der Lage, die Adresse vollständig aufs Paket zu kriegen”) DHL-Mitarbeiter hat wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden, wo mein Problem liegt.

Ich weiß nicht, ob es sich um eine Verschwörung handelt, ob jemand ein persönliches Hühnchen rupft und mich auf perfide Weise in den Wahnsinn treiben möchte. Wenn es so ist und er das hier liest, mag er sich freuen, er hat mich ein Stück in die richtige Richtung getrieben.

Das Päckchen kam übrigens heute vormittag – in den 20 Minuten, in denen ich meine kleine Tochter…Gott sei Dank ist die Große krank und konnte es deshalb entgegen nehmen. Soweit bin ich schon

27
Nov
09

Die wundersame Reise eines Einschreibens? – Eine Schelmengeschichte der Deutschen Post DHL

Nach eher nicht so erfreulichen Erfahrungen mit verschiedenen Logistik- und Speditionsdienstleistern im letzten halben Jahr hatte ich mir überlegt, dass es wahrscheinlich doch die paar Cent mehr wert ist, seine Sendungen in die Hände der Deutschen Post zu geben: zuverlässig, kompetent, vertrauenswürdig.

Päckchen, die bei mir völlig fremden Menschen ein paar Häuser weiter abgegeben werden, Koffer, die abends um halb zehn abgeholt und einen Tag vor der eigenen Ankunft wieder geliefert werden, eine Sendung, die ohne weitere Mitteilung dann doch nicht privat – wie auf dem Zustellschein vermerkt – sondern lieber im Paketshop abgegeben wird: ich dachte, das alles ist nicht mehr zu toppen.

Mein für Montag sehnlich erwartetes, weil von Berufs wegen essentiell dringendes, Einschreiben wurde mir am Dienstag nicht zugestellt – obwohl es sich um ein Einwurfeinschreiben handelte – sondern eine Benachrichtigung, dass es für mich in der zuständigen Postfiliale bereit läge, „heute jedoch nicht“ mehr. Also gehe ich Mittwoch morgen zur zuständigen Filiale, warte bis sie um 9 aufmacht, warte bis ich dran bin, um zu erfahren, dass meine Sendung nicht auffindbar ist.

Stattdessen wird ein Reklamationsformular ausgefüllt, welches dann an die zuständige Stelle gefaxt wird, welche sich dann mit mir in Verbindung setzen wird,…..“Wie“, sage ich, „da gibt es keinen direkteren, unmittelbareren Weg der Schadensbehebung?“ Nein, und überhaupt, wie würde ich mir das vorstellen, der zuständige Zusteller sei ja nun unterwegs, ergo nicht erreichbar. Ach so, ja klar.

Drei Anrufe beim Kundentelefon ergaben zwei Zusicherungen (im Abstand von 24 Stunden), dass sich die Post natürlich sofort und intensiv um mein Anliegen kümmere, und mir selbstverständlich zeitnah Bescheid gäbe, der dritte Mitarbeiter war nicht so willig, und hat meinen gerechten Zorn kalt abgeschmettert: „Wir sind ein großes Unternehmen, da dauert es, bis man die zuständige Stelle gefunden hat. Selbstverständlich hat sich sofort jemand intensiv Ihres Problems angenommen, die rotieren, um dieses Einschreiben wieder zu finden.“ Gefangen in meinem gerechten Zorn habe ich erst Stunden später erkannt, dass der mich auf den Arm genommen hat. Sympathiepunkte hat es ihm trotzdem keine eingebracht.

Ein gestriger Besuch bei der zuständigen Filiale – es ist müßig zu erwähnen – hat nichts gebracht: „Nee, nee, die suchen das noch. Die Verwaltung hat schon mal angerufen heute, ob das hier ist.“ War ja nur ein verzweifelter Versuch.

Unterdessen sammle ich Geschichten. Über die Deutsche Post und ihre Missgeschicke. Eine gute Freundin, hat vor ein paar Monaten ein Päckchen geschickt, das unauffindbar verschwunden ist. Wegen Vorfrankierung taugte es leider auch nicht für den schicken Service der Sendungsverfolgung. Und der Betrag konnte wegen Geringfügigkeit nicht erstattet werden. Wahrscheinlich ist es sicherer Lotto zu spielen als genau den Betrag zu treffen, der nicht zu klein und nicht zu groß zum Erstatten ist für die Deutsche Post.

„Ich schicke nie etwas per Post, wenn etwas wirklich und schnell ankommen muss, “ sagt ein Freund aus einer größeren Berliner Agentur. „Das weiß doch jeder.“ Ich jetzt auch.

Heute habe ich zwei identische Schreiben erhalten. Mein Ärger wird verstanden und man entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten (auch ein schönes Wort für entgangene Folgeaufträge auf Grund nicht fristgerechter Leistungserbringung). Der Aufenthaltsort meines Einschreibens könne leider trotz konzertierter Aktion nicht ermittelt werden, vermutlich sei die Sendung zurück an den Absender gegangen. Bisher zumindest nicht.

Ich bin einigermaßen sprachlos. Worte finde ich hoffentlich wieder, wenn „die zuständige Stelle im Konzern sich mit mir in Verbindung setzt“ um über eventuell entstandene Schäden zu verhandeln. Das zumindest hat mir der freundliche vierte Mitarbeiter heute am Kundentelefon versichert auf meine Nachfrage, wie wir denn weiter vorgehen, wenn das Einschreiben nicht mehr auftaucht.

Ach ja, das Kundentelefon des weltweit führenden Post- und Logistikkonzerns ist sehr zu empfehlen. Drei von vier Mitarbeitern waren freundlich, und es kostet nur 6 Cent. Der ganze Anruf, wohlgemerkt. Und eine Vorabentschädigung habe ich auch schon erhalten von der Deutschen Post: dem einen Schreiben war ein 5er-Briefchen mit Briefmarken beigelegt. Das können wir ja dann gegenrechnen.

26
Nov
09

Flüstern im Dunkeln…

…oder “Schweinsfüße sind aus”. Ich brauche Eure Hilfe…

Der geliebte Mann hat uns zum Thema “There’s no business like show business” Ginger e Fred gezeigt, einen der letzten Filme von Fellini mit seiner Ehefrau Guiletta Masina und Marcello Mastroianni. Aus dieser Satire über ein gealtertes Tänzerpaar, deren Integrität umso deutlicher wirkt vor dem absurden Hintergrund einer immer weniger Sinn aufweisenden Fernsehunterhaltung, hätte man alle möglichen Vorgaben ziehen können, und wenn ich auch zugeben muss, dass das “Flüstern im Dunkeln” eine der Schlüsselszenen im Film darstellt, so ist das Motiv “Schweinsfüße sind aus” wenig nachvollziehbar und wurde deshalb von mir abgelehnt – für dieses bisher nicht dagewesene Vorgehen erhielt ich Gott sei Dank die Rückendeckung des guten Freundes.

So bleibt es also beim Flüstern. So richtig mag mir nichts einfallen, zumal das Genre der Horror- und Gruselfilme für mich ausfällt – ich mache bereits bei Dracula den Fernseher aus.

20
Nov
09

Aufholjagd

Durch viele Abwesenheiten und einiges organisatorisches Kuddelmuddel bin ich wieder einmal ein wenig spät dran mit der filmabendlichen Berichterstattung und dem damit verbundenen Einholen neuer Ideen. “Dem Himmel so nah” gekommen sind wir mit dem schwedischen Film Wie im Himmel. Das Gegrummel am Ende, aus dem sich eventuell Worte wie “auf der kitschigen Seite” oder “ganz schön sentimental” heraushören ließen, führe ich darauf zurück, dass von den anwesenden Herren möglichst unauffällig weggewischte Tränen ja nun auch kompensiert werden wollen…

Es ergab sich folgerichtig aus dem Hauptmotiv und vielen Nebenmotiven des Films die Vorgabe “Die Macht des Liedes” fürs nächste Mal, welche brilliant und hundertprozent stimmig durch eine meiner geliebten britischen Produktionen erfüllt wurde, nämlich mit Little Voice mit einer wunderbar ordinären Brenda Blethyn, die nur im englischen Original funktioniert (das in Verbindung mit englischen Untertiteln auch verständlich wird).

Da bin ich ja gespannt, ob das nächste Woche wieder so gut funktioniert, wenn “There is no business like show business” einen cineastischen Ausdruck finden soll. Vielleicht darf ich doch endlich, endlich Cabaret sehen?

21
Okt
09

Dem Himmel so nah

Gezeigt wurde zu “Which side are you on” gestern abend Local Hero, ich glaube ein sehr schöner Film, dem ich aber mit keiner Beschreibung gerecht werden kann, da ich Teile davon – schlichtweg verschlafen habe. Das ist keineswegs mit dem Film an sich zu begründen, sondern liegt an der momentanen Ablehnung, die die kleine Tochter zur Zeit dem Thema Schlaf, auch zu unsinnigsten Zeiten wie morgens um halb fünf, entgegen bringt.

Ich werde ihn mir also irgendwann nochmal ansehen müssen. Mein Empfinden, dass der Zusammenhang mit dem Motto nicht stark ausgeprägt war, wurde mir dennoch vom aussuchenden geliebten Mann im Nachhinein bestätigt. Aber irgendwie kann man ja immer auf der ein oder anderen Seite stehen…Jedenfalls ist meine Aufgabe für das nächste Mal “Dem Himmel so nah”. Ich freue mich auf Hinweise, Ratschläge und gute Worte.

18
Okt
09

Überraschung!

Heute bei der Agentur für Arbeit: ein kurzes, freundliches Abklären der Sachlage am “Empfang”, dann in den dritten Stock: im Wartebereich nicht mal lange genug gesessen, um das Eingangsformular auszufüllen, bevor der eigene Name ertönt. Alles geht zügig, freundlich, kompetent und klar strukturiert, obwohl die mitgebrachten Unterlagen nicht 100% den Anforderungen entsprechen. Was fehlt, kann ich per Email nachschicken.

Mir ist schon klar, das war das erste Mal und nur die vorbereitenden Gespräche. Aber – ich hatte dies nicht erwartet. Nicht angesichts dessen, was ich sonst von Berliner Behörden kenne und nicht von dem, was ich bisher über diese Behörde gehört habe. Ich bin nicht zum Lesen gekommen (verflixt!), bin nicht herablassend behandelt worden und saß keiner überforderten, missmutigen Harpie gegenüber. Mag es tatsächlich so sein, dass die ans karikaturhafte grenzende Darstellung und Wahrnehmung in der gesellschaftlichen Kommunikation nicht nur das Bild der Arbeitssuchenden, sondern auch das der Vermittelnden verzerrt?