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DHL bringt’s nicht

Gott sei Dank: der Weinversand Vinatis liefert NICHT mit DHL. Von denen ist mir nämlich schon seit Monaten niemand persönlich begegnet, dem ich hätte sagen können, wie hundsmiserabel ihre Leistung geworden ist, seit ich im 4.OG wohne. Ich arbeite hier, ich bin die meiste Zeit anwesend und dennoch habe ich seit Monaten keine Sendung von DHL mehr direkt bekommen.

Das Dutzend Flaschen hätte ich vermutlich mit dem Fahrrad von der ‘Postfiliale’ abholen und dann selbst nach oben schleppen dürfen. Wieso begreift eigentlich DHL nicht, dass ich, wenn ich das wollte, einfach hier zum Weinhändler gehen könnte? Dass ich nicht mehr auf ihre Dienste zurückgreife, wenn diese Dienste nicht geleistet werden? Und dass nicht ich nicht die Einzige bin, die das so handhabt?

Freue mich neuerdings sehr über die Freundlichkeit und Kompetenz der Zusteller von Hermes und GLS …

…wie sie fallen.

Und wenn sie auf den 15. August fallen, und man ist als mittelalter Mann nicht mehr nur mit der Versorgung der eigenen alten Mutter, sondern noch mit drei anderen alten Frauen konfrontiert, dann feiert man Ferragosto eben zuhause mit gerade noch erstandenen Meeräschen auf Kartoffeln, einer leichten Gemüseboullion und genug Chablis.

Ein feiner, kleiner, köstlicher Debütfilm von Gianni Di Gregorio, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einem: die lakonische Geschichte eines Pranzo di Ferragosto, eines ‘Festmahls im August’. Einmal sehen reicht – zumindest mir – nicht, ich habe den feinsinnigen, subtilen Humor erst beim jetzigen zweiten Mal richtig genießen können. Absolut empfehlenswert!

Zu Essen gab es Spargel grün/weiß, sonst klassisch: mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise (und brauner Butter für die Puristen). Zur Vorspeise gemischten Salat, zum Dessert Erdbeeren mit Sahne. Frühling! Endlich!

Was es beim nächsten Filmabend zu essen gibt, weiß ich noch nicht, der Film wird irgendwas zu tun haben mit “Sommer in der Stadt”. Passt ja. Hoffentlich.

Vor ein paar Tagen habe ich den Crosstrainer zum ersten Mal ausprobiert. Das üben wir dann noch mal. Vielleicht lieber erst bei Freunden, die so ein Gerät zu Hause rumstehen haben. Allein. Im Moment habe ich noch Angst, dass ich runterfalle. Zuerst bin ich rückwärts gelaufen. Das heißt, das Ding ist rückwärts gelaufen, ich nur einfach mit. Ich weiß nicht, ob mein Puls auf 160 geschnellt ist, weil ich es so anstrengend fand oder weil ich so aufgeregt darum gerungen habe, mich nicht völlig zum Affen zu machen.

In der Sauna dann der erste Kulturenclash. Eine ältere Dame mit russischem Akzent beklagte sich lautstark und beifallheischend darüber, dass bei der eben stattgefundenen Wassergymnastik eine junge Frau mit T-Shirt, BH und langen Hosen im Wasser war. Ihr Problem war nicht so der hygienische Aspekt, den sie erst beim Ringen um stichhaltige Argumente aufgefahren hat, als die dahinter vermutete falsche Scham. “Da hat bloß noch der Wintermantel gefehlt. Wir sind doch hier alle Frauen, da muss man doch nicht…am Freitag, da kommen hier auch Männer her, da können sie sich dann verschleiern…manchmal sitzt ja auch jemand von denen hier in der Sauna – im Badeanzug! Stellen Sie sich mal vor! Das Plastik der Badeanzüge gibt chemische Stoffe ab, das ist nicht gut. Und dann gehen sie in die Läden, wo es nur sexy Klamotten gibt, ganz verschleiert, was wollen die denn da?”

“Na, die ziehen das dann nur zu Hause an.” Eine der Anwesenden ist mit in die gerechte Empörung eingestiegen, eine andere hat höfliche, aber uninteressierte Laute von sich gegeben. Ich habe nichts gesagt. Und bin bald gegangen. Nicht immer reibungsfrei, dieses Multikulti.

Am 30. April ist Tanz in den Mai. Walpurgisnacht. Ich hatte keine Lust auf Politisches, auf Schweres und Ernstes, lieber auf federleichten Frühling, auf Lachen, auf Lebenslust. Und deshalb habe ich keinen Protestfilm gezeigt, sondern ein Roadmovie, ein Genre, das ich eh sehr schätze und in dessen Genuss ich viel zu selten komme.

Außerdem lief der Film unter: sollte ich schon längst mal gesehen haben, kam damit also der ursprünglichen Intention des Filmabends sehr nahe. Eine kleine Angst war, dass er nicht mehr funktioniert. Dass er zu sehr in die Zeit seines Entstehens gehört. Das ist nicht der Fall.

Wir können auch anders ist ein großartiger, unglaublich komischer Film von Detlef Buck, mit einer Ansammlung von mir geliebter Schauspieler wie Joachim Król und Sophie Rois und großartigen Dialogen, getragen von einer unbändigen Lust am Fabulieren. Ein Film für die eigene Sammlung.

Das Essen war auch nett: Spargelsuppe, Lauchpuffer, Tomaten-Gurken-Salat, Rhabarberkuchen. Natürlich mit Baiser.

Nachtrag: Um Himmels Willen! Ich habe das Motto für morgen vergessen: “Man muss die Feste feiern, wie sie fallen”. Nicht, dass der liebe Freund da groß Hilfe braucht, aber vielleicht will es ja jemand einfach so wissen? Gespannt.

Fluchtpunkt Sport

Ich habe nochmal drüber nachgedacht. Warum ich jetzt ins Fitnessstudio gehe, sogar mit einigermaßen Freude, statt mich so zu bewegen, wie ich es wirklich mag.

Es ist der Charme des Einfachen. Ich brauche niemanden dazu, ich muss keinen Court mieten, das Wetter spielt keine Rolle. Es ist unkompliziert, zumindest wenn man in der großen Stadt wohnt und das Studio nebenan liegt. Ach ja – und habe ich schon die Sauna erwähnt? Das ist fast, wie eine zu Hause zu haben.

Für andere mag es auch noch eine andere Bedeutung haben. Es gibt Frauen, die sind immer da, wenn ich komme. Das kann ein ausgemachter Zufall sein, kosmisch gesteuerte Übereinstimmung. Was ich nicht glaube. Ich glaube, die sind da einfach immer.

Mit einer habe ich mich heute unterhalten, wir haben letzthin gemeinsam die Tücken des programmierten Trainingschlüssels gemeistert. Sie war nach ihrem Geräteparcours noch in zwei Kursen. HollaBolla. Ein kurzer Gedanke war: hat sie kein Zuhause. Der nächste: vielleicht ja tatsächlich nicht. Zumindest keines, in dem sie sich gerne aufhält.

Ganz so ist es bei mir glücklicherweise nicht. Glaube ich.

Flexi und so

Heute kam die Flexistange ins Spiel. Interessantes Ding. Man hält es locker in den Händen und lässt es vibrieren, so aus der Schulter, ohne große Armbewegung. Oder so. Ich fand es nicht groß anstrengender als ohne. Das kann entweder daran liegen, dass meine Maximalanstrengung bereits erreicht ist, da kommt es auf ein bisschen Flexi auch nicht mehr an. Oder ich habe es falsch gemacht.

Übrigens, falls Sie mal in die Verlegenheit kommen: nicht allzu locker in den Händen halten, die hüpft weg, und erschlägt Mitturnerinnen. Mitturner wahrscheinlich auch, wenn welche da sind.

Tagesgedanken Ende April

Die kleine Tochter ist heute auf Kitareise gegangen: 5 Tage. Und ich dachte unmittelbar: Yeah! Freiheit! – Rabenmutter…

Es sieht so aus, als zögen Ringeltauben die langsam grünende Ulme vor dem Fenster als Wohnstatt in Betracht. Sie waren letztes Jahr schon hier, wechselten sich bei der Besichtigung mit einem Eichelhäherpaar ab, am Ende ist keiner geblieben. Mal sehen, ob wir dieses Jahr Taubenaufzucht erleben. – Ah, die Ringeltaube wurde soeben von einem laut krächzenden Rabenvogel verscheucht, ich vermute, von einer Nebelkrähe. Ja, ja, jetzt streiten sie rum und am Ende sitzen wir wieder alleine hier oben.
AprilUlme

 

Auf ihr Konzert in der Zitadelle Spandau gehe ich mit der großen Tochter. Und freue mich sehr darauf.

 
Ich stehe auf Honig, aber trotzdem, so nachhaltig hat mich schon lange kein Film mehr beschäftigt wie der am Wochenende gesehene More than Honey von Markus Imhoof:

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