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Okt
09

Which side are you on?

Nach köstlichen Blätterteigtaschen mit Mangold-Schafskäsefüllung und Salat von gelben Bohnen, Zwiebelkuchen mit und ohne Speck, einem HimbeerFool und Espresso war es fast zu schwere Kost:

Europa von Lars von Trier. Trotz so vieler guter Tipps zum Thema „Film fiktiert Geschichte“ – besser hätte der Freund das Motto nicht treffen können. Ein verstörender, kontroverser (hey, Lars von Trier!), beunruhigender Film, der keine Identifikation zulässt, der Fragen stellt zum Ausgeliefertsein des Individuums an Machtstrukturen, Fragen zu Gut und Böse, zu Deutschen und Amerikanern, und dazu, ob man sich entscheiden muss. Er liefert keine einzige Antwort.

Lars von Trier schert sich nicht um historische Fakten und muss das auch nicht, weil er kein Geschichtsbuch verfilmt, sondern das Warum und Wie damals und immerwährend beleuchtet ohne ein erlösendes Ergebnis.

Der junge Deutsch-Amerikaner, der dem geschundenen Kriegsverlierer und Massenmörder Deutschland ein klein wenig Freundlichkeit entgegenbringen möchte, kann sich nicht entscheiden für eine der beiden korrupten und brutalen Seiten, und reisst so alle ins Verderben. Deshalb zu Recht die Frage fürs nächste Mal: „Which side are you on?“
P.S.: In der nachfolgend ausbrechenden Diskussion wurden bereits verschiedene Vorschläge ins Spiel gebracht. Kohlhiesels Töchter wurde bereits abgelehnt…


9 Antworten zu „Which side are you on?“


  1. 15. Oktober 2009 um 15:43

    :) Aber was mit Gesang darf es trotzdem sein, odr?

  2. 16. Oktober 2009 um 11:47

    Wie wäre es mit Karmbambuli, nach einer Erzählung von Ebner-Eschenbach. Es geht um einen Jagdhund, der sich zwischen zwei Herren entscheiden muß, einem Förster und einem Wilderer. Der Film hat mich als Kind derart mitgenommen, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu Heulen. Ich kann aber nicht mehr sagen, ob es die Verfilmung von 1940 oder von 1955 war. Mittlerweile gibt es noch etliche weitere.

    • 7 nielsklim
      19. Oktober 2009 um 03:22

      Ein sehr guter Tipp & fürwahr ein sehr schöner Film! Leider habe nicht ich die Wahl für den nächsten Dienstag, sondern der Herr Stroheim, und der beschreitet bestimmt ganz eigene Wege ….

  3. 21. Oktober 2009 um 10:13

    Krieg der Knöpfe steht auf der Liste für einen gemütlichen Familienfilmnachmittag demnächst. Danke für die Erinnerung!

  4. 21. Oktober 2009 um 10:26

    Den habe ich noch nicht gesehen, aber ich erinnere mich recht gut an den ersten Film aus der Trilogie: Element of Crime, äußerst in den Bann schlagend. Das ist zwar Jahre her, aber ich kann mich immer noch an die Bilder erinnern …


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