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Archiv für die Kategorie ‘Ankunft in Charlottenburg’

Beim Gemüsehändler in der Wilmersdorfer kaufe ich ja nicht mehr ein, seit er mein kleines Kind angefahren hat und danach gleich mich, weil sie sich die Plastiknuckelflasche mit den Zuckerperlen in ihrer Greif- und Augenhöhe geschnappt hat und in den Mund gesteckt hat. Aus der Perspektive des Kindes eine sehr nachvollziehbare Handlung. Aus meiner eine [...]

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So langsam bin ich angekommen. Nicht in der Wohnung: die Eroberung des einen, noch nicht begehbaren Zimmers kostet die mühsam erreichte Bewohnbarkeit der Restwohnung. Im Klartext: es sieht schlimmer aus als bei Hempels unterm Sofa, der Wiederfindungsindex ist im Minusbereich angelangt. Aber wir sind dran. Es ist ein bisschen wie funktionierende Homöopathie, es muss erst [...]

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Gehen lassen

Die kleine Tochter geht jetzt in der Kindergarten. Am dritten Tag sagt sie nach dem Absteigen vom Fahrrad zu mir: “Du gehst hinter mir.” Sie drückt die Ellenbogen nach außen, schiebt sie im Wechsel nach vorn und nach hinten und stapft so breitschultrig, wie eine Dreijährige sein kann, durch das Tor in den Hof der [...]

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Sonntag nachmittag am Tag vor dem längsten des Jahres, drei Tage vor Johanni, Ende der Spargelzeit. Statt mit meinen Töchtern die höchstschwangere Freundin auf einen Kaffee zu besuchen, bevor Wochenendstille für sie wieder zum Fremdwort wird, sitze ich hier und arbeite am Überraschungsauftrag. Draussen hupt es mehrstimmig und ich freue mich verwundert über die ersten [...]

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Obwohl ich mir fest vorgenommen habe hauptsächlich Neues auszuprobieren, hier in meinem neuen Kiez, stelle ich bereits jetzt die Tendenz bei mir fest, Etablissements zum zweiten, dritten und vierten Mal zu besuchen, und nicht nur deshalb, weil sie so gute Ware, Atmosphäre oder Preis-Leistungs-Verhältnisse haben. Nein, allein und einzig deshalb, weil ich sie nun schon [...]

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Es wird besser. Nicht gut, aber definitiv besser. Nach einem Mittelding zwischen Schlachtplan und Pause. Jetzt ist es nur noch ein Zimmer, das allerdings rappelvoll mit Kartons und anderem steht. Meine Befürchtung ist, es wird wie mit Rubik’s Cube oder den Plastik-Schiebepuzzles aus der Kindheit: beim letzten Teil geht alles wieder alles im Chaos unter, [...]

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Ich möchte heute einfach mal jammern. Darüber, dass die Kisten immer noch den größten Teil der neuen Wohnungsfläche einnehmen. Darüber, dass sie ausgeräumt und zusammengefaltet bereits zu neuen Platzkonkurrenten werden. Darüber, dass von zwei notwendigen Dübeln der zweite einfach durchfällt und die ganze Arbeit vergeblich war. Darüber, dass ich mir immer wieder an in den [...]

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Es geht nur sehr langsam voran. Nun rächt sich, dass das Leben ein paar Wochen brach lag: der Alltag, das Fortkommen, die Organisation des Kommenden fordert jetzt seinen Tribut und lässt mich nicht mit voller Kraft das neue Zuhause schaffen. Die Nerven liegen blank, der Körper schmerzt angesichts der exzessiven, weil ungewohnten, körperlichen Arbeit. Filmabend [...]

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Es schwankt. Es schwankt zwischen dem Gefühl, im absoluten Chaos zu ertrinken, kein Land zu sehen, am Eingepackten und Nichtwiederauffindbaren zu verzweifeln und einem unbestimmten Optimismus, wenn ein Stück mehr Kubikraum freigeschaufelt und ein Karton mehr erfolgreich entleert ist. Oder das erste einfache Mahl auf dem neuen Herd gekocht ist. Oder die Türe zum Bad [...]

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Trotz extremem Stress in Job und Haus und seit heute strömendem Regen wird die neue Gegend erkundet. Es müssen neue Wege von und nach dort gefunden werden, gutes Brot, der nächste Geldautomat, ein feiner Platz fürs Fahrrad. Gestern war der zweite nette Abend in Gesellschaft hier im Kiez: zwei Moabiter haben uns sozusagen hinübergeholfen, ein [...]

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