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Der erste Teil der ersten wichtigen Prüfung ist geschafft und bestanden. Die große Tochter hatte vor ein paar Tagen zusammen mit einer Koreferentin die Präsentation für den Mittleren Schulabschluss (MSA) – ich war nervös, als müsste ich sie selbst halten. Nervöser als sie, glaube ich. Furchtbar wichtig ist es nicht, sie wird die Punkte gut zusammen bekommen, um in der “gymnasialen Oberstufe” weiter zu lernen. Aber trotzdem – es ist ein bisschen wie Generalprobe, Üben für den Ernstfall.

Direkt danach waren die Referentinnen erleichtert und aufgedreht; bis das Kind nach Hause kam, hatte sie sich aber schon beruhigt. Ihr musikalisches Thema beinhaltete eine Performance mit Gitarre und Gesang, so etwas hätte ich in diesem Alter nicht gebracht. Ich bin froh und stolz.

Heutzutage muss bei so etwas auch die Technik funktionieren. Auf meine Frage, ob diesbezüglich alles glatt gelaufen ist, sagte sie: “We didn’t have any technical problems. Only illusions of technical problems.” Gut, dass ich den Blog habe: Ich konnte nicht auf eine perfekt passende Situation warten, um dieses Zitat anzubringen, bevor ich es wieder vergesse. Ich plane, es in meinen Sprachgebrauch zu integrieren.

Frühlingsgemüse

Zum Filmabend gab es letzte Woche Pasta mit Artischocken und Erbsen aus Italien vegetarisch.

Erste echte Erbsen

Erste echte Erbsen

Die Antwort, auf die Frage, wie es geschmeckt hat, hängt von den Befragten ab: der Mann mochte die Artischocken nicht, ich habe ihn im Verdacht, eventuell Artischocken gar nicht zu mögen, denn ich fand sie das Beste am Ganzen. Der liebe Freund war begeistert. Die kleine Tochter hat sich erst komplett verweigert, denn: sie mag ja keine Pilze. Auch dann nicht, wenn die Pilze Artischocken heißen. Die Nudeln ohne Fremdkörper, aber mit Kräutern fanden ihre Gnade. Bei mir war es schwierig: ich hatte überlegt, die im Rezept aufgeführte Minze wegzulassen, denn Minze in meinem Essen und in meiner Schokolade stehe ich eher ambivalent gegenüber. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Dann wollte ich nicht so ein Feigling sein und habe sie eben doch dazu gegeben. Naja.

Es kann übrigens gut sein, dass das “Naja” an der Art der Minze lag, vielleicht hätte eine andere Sorte besser gepasst. Aber ich hatte nur die, von der ich nicht einmal weiß, welche es war. Beim Aufwärmen hat sie deutlich weniger herausgeschmeckt, und schon kam ich besser mit dem Gericht klar. Für die anderen – auch die kleine Tochter – stellte die Minze übrigens kein Problem dar. Wahrscheinlich würden sie auch Lamm mit Minzsoße essen…sofern sie denn Lamm essen würden.

Und so macht man das: Erstmal 4 kleine (bei mir: 3 große) Artischocken (laut Rezept am besten Albenga, Brindisino oder Violetto, ist jetzt in Berlin nicht so ganz leicht zu finden, ich war froh, überhaupt irgendwelche zu bekommen – siehe auch Minze) putzen: eine ziemliche Arbeit und viel Abfall. Ich bin da keine Expertin, ich glaube, das muss man auch ein bisschen ausprobieren. Ganz wichtig: stellen Sie vorher eine Schüssel mit Zitronenwasser bereit, in die jedes bearbeitete Artischockenteil gleich eingetaucht wird, damit es sich nicht unansehnlich verfärbt. Stiel kürzen, äußere Blätter abzupfen bis sie heller werden. Dann die verbliebenen Blätter großzügig abschneiden und die Artischocke von unten nach oben schälen, vierteln, die weichen lila Blätter aus der Mitte entfernen und das Heu wegkratzen, eventuell noch dunkle oder harte Blattteile nochmal wegschneiden, ins Zitronenwasser damit.

Oder schauen Sie mal bei Youtube nach einer Anleitung.

8 Essl. Olivenöl in einer Pfanne erwärmen, eine angedrückte Knoblauchzehe und ein Lorbeerblatt zum Aromatisieren dazugeben, wieder entfernen und dann die ganz nassen Artischockenviertel direkt aus dem Zitronenwasser in die Pfanne geben, Salz und Pfeffer drauf und zugedeckt ca. 30 Minuten schmoren lassen. Erbsen, wenn frisch, palen, eine fein gewürfelte Zwiebel in 4 Essl. Olivenöl weichschmoren, die Erbsen dazu und knapp mit Wasser bedeckt 15 Minuten köcheln. Jetzt wird noch ein kleiner Bund Petersilie und – wer mag – Minze (vorzugsweise “Italienische Bergminze”, ich glaube auch unter Römische Minze bekannt; ich werde mal bei den Kräuterleuten gucken gehen. Oder sehen, dass ich auf dem Augsburger Stadtmarkt einen Topf ergattern kann) feingehackt.

Tropfnasse Pasta, Erbsen und Kräuter unter die Artischocken mischen, wer will, noch mehr gutes Olivenöl darüberträufeln und fertig. Im Rezept wird eine Pastasorte namens Spatzenzungen angegeben, ich kenne sie nicht, habe auf den Alternativvorschlag Tagliatelle zurück gegriffen. Ich fand es war – mit den genannten Abstrichen – ein großartiges Frühlingsessen.

Lehrauftrag

Gerade habe ich woanders formuliert gelesen, was mich letzte Woche so irritiert hat: statt so anschauliches Lehrmaterial wie eine Sonnenfinsternis zu nutzen, ging es allerorten an Schulen (ja, vermutlich auch ausgelöst durch Eltern) nur um Risikovermeidung.

Klar verstehe ich das. Aufsichtspflicht, Verantwortung und nicht zu vergessen: das Problem mit der Versicherung. Eine Freundin sagte mal, immer, wenn ein Verbot nicht zu hinterfragen ist, dann hat es versicherungstechnische Gründe. Das funktioniert gut in Deutschland. Wie gesagt, hatte ich alles verstanden, auch das mit den besorgten Eltern.

Meine Handykamera beweist: es gab gar keine Sonnenfinsternis.

Meine Handykamera beweist: welche Sonnenfinsternis?

Aber trotzdem. Man könnte sich ja auch vorbereiten und den Kindern mit der Sonnenfinsternis wieder ein Stück mehr von der Welt näherbringen. Gleichzeitig aufpassen, dass ihnen dabei nichts Schlechtes passiert. Ist das nicht die Kunst des Erziehens, Aufziehens, Ins-Erwachsenenleben-Begleitens? Geht es nicht genau darum? Aus unterschiedlichsten Gründen scheint in der Gesellschaft, in der ich lebe, dieses Ideal aus den Augen geraten zu sein. Der Fokus auf größtmögliche Sicherheit ist einer davon.

Es machte mich richtiggehend glücklich beim jeweiligen Heimkommen der Töchter zu erfahren, dass sie beide die Sonenfinsternis tatsächlich gesehen hatten. Unbeschadet.

Bei der kleinen Tochter war eine Brille organisiert worden, die jede_r mal aufsetzen durfte, um angeleitet direkt in die verdeckte Sonne zu gucken. Die anderen wurden so lange anders beschäftigt, bis sie dran waren. Hat wohl funktioniert.

Bei der großen Tochter kam die Englischlehrerin ins Zimmer gestürzt, um zu fragen, was denn alle drinnen machten, sie sollten sofort rauskommen und sich das großartige Schauspiel betrachten, sie selbst wisse ja nicht mal, ob sie bei der nächsten Sonnenfinsternis noch am Leben sei. Im Hof standen dann wohl zahlreiche Eltern und NaturwissenschaftslehrerInnen mit allerlei gekauftem und selbstgebasteltem Equipment für eine gefahrlose Betrachtung des Ganzen. So geht Schule, finde ich.
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Abgesehen von meiner Freude, dass die Mädchen teilhaben konnten, ist auch die kleine Bestätigung nicht zu verachten, beide Kinder auf brauchbare Schulen geschickt zu haben.

Ich habe in diesem Blog schon mehrmals angekündigt, mich zum Thema Kochbücher zu äußern, und genau das mache ich jetzt…. Wir haben eine ganze Menge Kochbücher, ich würde mal sagen, so gute 4 Regalmeter. Da die nicht alle benutzt werden, könnte man vielleicht allein das Kochbücherbesitzen als eine Art Hobby bezeichnen. Eine Unterart vom Hobby Bücherbesitzen im Allgemeinen.
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Die meisten sind nicht von mir in den gemeinsamen Hausstand eingebracht worden – weder was die Koch- noch sonstige Bücher angeht. Ich dringe gelegentlich – erfolglos – auf Dezimierung, bestehe allerdings darauf, dass eine solche nur die Bücher betrifft, mit deren Besitz ich nichts zu tun habe und nie hatte. Weil meine wenigeren gebe ich nicht her. Ist aber, wie gesagt, eher erfolglos, das Dringen.

Jedenfalls könnte man denken – zumal in Zeiten des Internets und seiner unendlichen Fülle an Rezeptseiten, Foodblogs, Kochforen – dass der Bedarf an Kochbüchern gedeckt sei. Ist er aber nicht, jedenfalls nicht meiner. Immer wieder kommt neues, spannendes Zeug auf den Markt, oft genug stoße ich über entsprechende Hinweise im meiner Netzecke darauf. Wie man an älteren Exemplaren gut sehen kann, verändert sich Kochen ja auch, ich selbst verändere meinen Stil, meine Vorlieben, kenne mich in bestimmten Bereichen nicht aus, möchte es aber, usw..

Manche Kochbücher bekomme ich geschenkt, die wirken erstmal ansprechend, schaffen es dann aber doch nicht in die Reihe der tatsächlich Genutzten. Trotz aller Idylle übrigens auch nicht das Landlebenbuch – in erster Linie, weil sich die paar ausprobierten Rezepte nicht bewährt haben, nicht funktionierten oder langweilig waren und weil die Auswahl im Endeffekt mir doch zu beliebig, zu wenig fokussiert ist.

Zum Einsatz kommen meist entweder Grundkochbücher für Mengen, Zubereitungsarten, Mengen, Mischverhältnisse, Mengen, Beschreibungen von Altbewährtem, Selbstverständlichem, von dem man doch nicht richtig weiß, wie es geht. Oder Länderküchenkochbücher und anderweitig thematisch beschränkte. Manche avancieren zu Favoriten.

So vor einiger Zeit wenig originell zwei Kochbücher von Yotam Ottolenghi, nämlich Genussvoll Vegetarisch und Jerusalem, die ich habe und liebe. Der Stil wird mir trotz der massiven Präsenz Ottolenghis in meiner Ecke des kulinarisch orientierten Internets auch nicht über, ich finde immer wieder Spannendes.
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Ottolenghi, das sind für mich viele, oft auch neue, Zutaten, Zubereitungsarten und Kombinationen. Raum für Improvisation, Inspiration. Kräuterküche – seit Ottolenghi habe ich Ysop im Kräuterkasten: kaum gebraucht und unverwüstlich. Die Gerichte sind meist nicht arg kompliziert, oft ein bisschen aufwändig und häufig ungewöhnlich, jedenfalls für mich. Alltagstauglich, wenn genug Zeit zum Gemüse schneiden und Kräuter hacken ist.

Und dann ist da die Vegetarisch-Reihe vom Brandstätter Verlag: Österreich Vegetarisch von Katharina Seiser, Deutschland Vegetarisch von Stevan Paul und Katharina Seiser und Italien Vegetarisch von Claudio del Principe und Katharina Seiser, alles Autoren, denen ich ja schon aus ihren Blogs das ein oder andere abgeguckt habe. Es geht um eine Art Rückbesinnung auf traditionell Fleischloses ohne altbacken zu sein, eine Art Neuinterpretation der einfachen Hausmannskost vor Wirtschaftswunderzeiten.

Ich liebe alle diese Kochbücher, für mich war da keine Enttäuschung dabei und doch koche ich zu wenig daraus. Aus Faulheit. Weil es schnell gehen muss. Weil ich auf Altbekanntes zurückgreife. Weil vegetarisch hier im Haus nur bedingt gut ankommt. Weil ich auf diesem oder jenem Foodblog wieder so etwas Tolles gesehen habe, das ich ausprobieren muss. Ach, was weiß denn ich. Jedenfalls ist es mir zu wenig dafür, dass ich die Bücher so großartig finde.

Und deshalb habe ich beschlossen, so was Ähnliches wie hier zu probieren. Nicht jeden Tag, natürlich. Ich dachte mal so 3-4 Gerichte pro Woche. Und auch nicht mit ganz regelmäßiger Dokumentation im Blog, ich glaube die Rezepte finden sich schon reichlich überall im Netz. Ich mache das hauptsächlich für mich. Und für die, denen schmeckt, was ich koche. Die anderen müssen da durch oder essen Butterbrot.

Ach so, ich habe schon wieder neue Wünsche: das hätte ich gerne. Und das hier eigentlich auch. Und wenn mal jemand einen Tipp für ein richtig gutes Backbuch hätte? Für chinesische Küche, die ich so gerne esse, aber nicht kochen kann? Indisch?

Vor der Hochzeit I

Unsere neue Staffel mit neuem Auswahlsystem hat begonnen. Und wie erwartet, hat der Mann keine Massenware geboten, keinen Mainstream, zumindest nicht, was den Bekanntheitsgrad des Films hierzulande angeht.

Le Chant des Mariées (The Wedding Song) handelt von der selbstverständlichen Freundschaft zwischen einem arabischen und einem jüdischen Mädchen 1942 in Tunesien und dem Verlust dieser Selbstverständlichkeit. Es bestehen Vorurteile und Ablehnung auf beiden Seiten in der Gesellschaft, das scheint zum Alltag zu gehören und alle leben halt so damit.

Zu hervorragendem Brennmaterial wird das Ganze als von den deutschen nationalsozialistischen Besatzern Hass und Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung geschürt werden. Die Freundschaft wird in Frage gestellt, die jeweiligen Verlobten stehen für die Ablehnung des jeweils anderen, für die damit verbundenen Stereotypen und für Kollaboration und Verrat.

Die Machart des Filmes ist keine ungewöhnliche – insofern dann doch wieder Mainstream -, der liebe Freund fand ihn teilweise zu prätenziös oder gewollt an manchen Stellen, nicht zuletzt mit Blick auf die Verwendung von Nina Hagen-Songs.

In einer detaillierten Analyse würde vielleicht noch so manche Schwäche erkannt werden, aber wozu? Der Film hält hervorragend die Spannung, ohne dass viel geschehen muss. Er handelt von einem konkreten historischen Thema, von dem ich nicht viel Ahnung habe – der nationalsozialistische Einfluss in Nordafrika und der Kollaboration von Antisemiten verschiedenster Coleur ebenso wie von der Geschichte Tunesiens, von der ich auch so gut wie gar nichts weiß. Gleichzeitig berührt er ein universelles Thema, die nicht auf Islam und Judentum beschränkte Schwierigkeit einer multikulturellen, multireligiösen, multinationalen Gesellschaft und den innewohnenden Dynamiken, Beziehungen und daraus entstehenden Konflikten.

Ich würde sagen: es ist ein guter Film, ein interessanter Film und ich freue mich, ihn gesehen zu haben. Nächste Woche bin ich dran. Zum selben Motto.

Beim Essen ist der Frühling in unsere Küche gezogen. Es gab Pasta mit Erbsen und Artischoken aus einem meiner neuen Lieblingskochbücher. Doch darum muss es woanders gehen, sonst wird es der Worte zu viel.

Radiomusik …

… und ein Jubiläum. 200 Filme in knapp 7 Jahren. Ich freue mich sehr, denn das bestätigt, dass der Filmabend in unserer kleinen Runde zu einer Institution geworden ist. Er findet eher statt als nicht, auf jeden Fall häufiger als zweiwöchentlich. Und auch wenn uns erstaunlicherweise selbst einige der ganz großen Namen fehlen – Regisseure und Schauspieler gleichermaßen – habe ich doch auch viel Großartiges gesehen, Lücken gefüllt.

Zu kurz kommen immer noch Dokumentationen, auch die Länderauswahl könnte noch ein wenig größer sein. Aber ganz ehrlich, ich bin sogar ein bisschen stolz, dass es uns gelingt, dieses Dienstagsabend-Highlight so lange und so regelmäßig weiterzuführen.

Nummer 200 war eine etwas späte Dienstagfilmabend-Hommage an einen Schauspieler, dessen Selbstmord im letzten Jahr mich lange beschäftigt hat, vor allem da in der öffentlichen Wahrnehmung im Zusammenhang mit ihm die Komik im Vordergrund stand und kaum von Depressionen und Suchtkrankheit je die Rede war.

Good Morning, Vietnam ist ein würdiger Jubiläumsfilm vor allem wegen Robin Williams in der Rolle des Radiomoderators Adrian Cronauer, der mit überdrehtem und lautem Humor und “wilder Musik” das Wirken der militärischen Autorität und Hierarchie an sich in Frage stellt. Nicht nur ich habe mich gefreut, diesen Film endlich gesehen zu haben.

Dem Anlass angemessen war dieses Mal auch das Essen außergewöhnlich, es gab Rosenkohl und Tofu nach Ottolenghi (Genussvoll Vegetarisch), und ich bin sehr froh, meine Abneigung gegen Rezepte ohne Foto in diesem Fall aufgegeben zu haben. Schnittfester Tofu wird in Scheiben geschnitten und nochmal halbiert, dann mariniert in 2 Eßl süßer Chilisauce, 3 Eßl Semsamöl, 1 1/2 Eßl Sojasauce, 1 Teel. Reisessig und 1 Eßl. Ahornsirup (hatte ich vergessen, egal). 500 g Rosenkohl ebenfalls in Scheiben schneiden und mit Salz nach Geschmack bei großer Hitze anbraten, am besten portionsweise, und zur Seite stellen. In dieselbe Pfanne kommen dann ca. 100 g Frühlingszwiebeln, 120 g geviertelte Shiitake-Pilze und eine halbe Chilischote, auch anbraten und zu guter Letzt, nicht ganz so heiß, die Tofuscheiben bis sie von beiden Seiten appetitlich braun sind. Dann kippt man alles andere wieder dazu, den Rest Marinade drüber, salzt und pfeffert, bisschen Korianderblätter, wer es mag (ich mags) und gerösteten Sesam (hatte ich nicht, egal) darüber und isst das Ganze mit qualitativ hochwertigem Reis.

Eine ungewöhnliche, feine Kombination, in die Tofu gut passt und die sogar dem Mann ein Lob für dieses sogar vegane Gericht abgerungen hat.

Und nun fängt, wie beschrieben, ein neues Kapitel beim Dienstagsabendfilmabend an: das gezogene Motto kommt vom Mann und lautet “Vor der Hochzeit”. Das ist ja nun nicht so schwer für den lieben Freund und mich, wenn wir in zwei und drei Wochen unsere filmische Interpretation des Themas zeigen müssen. Ich bin aber sehr gespannt, was sich der Mottogeber dabei gedacht hat…

Chor kann auch anders

In meiner Erfahrung gibt es drei Arten von Chören, mal grob gesagt:

Da sind einmal diejenigen, oft pop- oder jazzorientiert, die singen Stücke, die ursprünglich nicht für einen Chor konzipiert wurden. Das macht Spaß, wie ich selbst weiß, weil ich das schon mehrmals in meinem Leben praktiziert habe.

Zum Zuhören sind sie oft – nun ja, nett. Nur nett, denn man merkt dem Stück an, dass es nicht für diese Verwendung gedacht war und, ehrlich gesagt, außer dem Spaß für die Sänger wird manchmal denjenigen, die zuhören, nicht ganz klar, was sie davon haben, das nun von einem Chor gesungen zu bekommen.

Dann gibt es die klassische Variante, Chöre, die meist in einem Bereich zugange sind, den ich hauptsächlich der Kirchenmusik zuordnen würde. Das geht von ganz Klassischem zu sehr Abseitigem, und wenn der Chor ein qualitativ guter ist, dann ist das oft sehr schön, die Stücke in der richtigen “Instrumentierung” zu erleben, das passt dann.

Und dann weiß ich seit gut einem Jahr, seit einer Chorkonzertnacht im Radialsystem, die so leider dieses Jahr nicht wiederholt wurde, dass es auch solche Ensembles gibt, bei denen ist es völlig egal, wofür und von wem das Stück geschrieben und arrangiert wurde. Die machen daraus ein Chorstück, Ihr eigenes, etwas, das nur eine Vielzahl von Stimmen so schön und so gelungen und so perfekt darbieten kann. Geräusche, Dissonanzen, Stille, Improvisation spielen häufig eine Rolle. Der Raum wird genutzt, das Publikum oder der Dialog mit anderem Gesang oder Instrumenten. Manchmal ist es auch die spezielle Präsentation, die die Lieder in dieser Art dargebracht zu etwas Besonderem werden lässt.

Wer sich vor allem von der zweiten und dritten Kategorie angesprochen fühlt, der sollte die Konzerte der Sonntagskonzertreihe des Chorverbandes im Kammermusiksaal der Philharmonie einmal besuchen, diese Gelegenheit besteht dieses Jahr noch drei Sonntagnachmittage um vier, ab Januar 2016 hoffentlich wieder sechsmal, auch als Abonnement zu 2,3,4,5 oder 6 Konzerten erhältlich. Doch schon der Einzelpreis ist mit 10 Euro für die beste Kategorie mehr als fair für diese Qualität.

Ich war letztes Jahr schon mal da und gestern wieder und das Einzige, was ich sehr schade fand, waren die nicht vollständig gefüllten Reihen, denn das hätten alle drei Chöre mit ihren hervorragenden Sängern, Sängerinnen und sonstigen Verantwortlichen mehr als verdient. Berlin verpasst da was und ich verstehe nicht wieso. Sonst ist es doch auch überall dabei…

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