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Griechenland

Seit Tagen möchte ich was dazu schreiben. Das hat jetzt jemand anders so gut gemacht, dass ich es erstmal lasse.
Danke, kiezneurotiker.

Und wieder haben wir einen recht ungewöhnlichen Film gesehen, wobei mir das Ungewöhnlichste schien, dass ich noch nie von diesem Film gehört hatte. Und ebenfalls nicht von dem historischen Ereignis, das ihm als Erzählgrundlage dient.

In Matewan geht es um das Matewan Massacre von 1920. Im Zusammenhang mit dem offenbar jahrzehntelang währenden Arbeitskampf der US-amerikanischen Bergarbeiter – auch das ein mir völlig unbekanntes Thema – eskaliert die Auseinandersetzung der dortigen Bergarbeiter mit den von der Stone Mountain Coal Company gesandten ‘Detectives” der Baldwin-Felts Detective Agency, die sich in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts mehrfach durch ihr brutales Vorgehen gegen Gewerkschaftsmitglieder einen Namen gemacht hat.

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch mehr als verwundert, dass ich keinen Namen, keinen Ort, kein Schlagwort je vorher zu diesem und ähnlichen Zusammenhängen gelesen und gehört habe. Und dass dieser Film, der abgesehen vom hochaktuellen und politisch bis heute relevanten Inhalt, mit ungewöhnlicher Kamera und unterlegt mit einem selten so passenden Soundtrack eine großartige, uramerikanische Geschichte erzählt und dabei eine Spannung erzeugt ins kaum Aushaltbare, ja, dass dieser Film in Deutschland vermutlich nie angelaufen und auch heute nur in besonderen Videotheken als DVD in Originalfassung oder gar VHS-Kassette in synchronisierter Version zu bekommen ist.

Bei Rotten Tomatoes habe ich folgendes Zitat gelesen:

In its grave clarity, it’s as pure and plaintive as a mountain ballad.
(Jay Carr; Boston Globe)

Schöner kann ich es nicht ausdrücken.

Ansonsten: Für die nächsten drei Wochen wurde vom zur Glücksfee mutierten Abendessensgast erneut ein Motto von mir gezogen. “Der Russe kommt”. Die Schrift ein wneig verschmiert, so dass es sich liest wie “Der Russe kömmt”. Aber egal. Ich weiß ja, was ich zeige, ich befürchte, den Mitguckern habe ich es dieses Mal nicht so leicht gemacht.

Verwöhnt

Geburtstagstorte02

Geburtstagstorte01

Wenn eine so etwas selbst macht und dann einer zum Geburtstag mitbringt, kann es dieser einen doch nicht ganz schlecht gehen im Leben, oder?

David gegen Goliath…

…heißt das Motto, zu dem wir nun bereits zwei Filme gesehen haben und nächste Woche den dritten sehen werden. Ein einfaches Motto, das muss ich zugeben. Aber daran ist ja auch nichts falsch.

Der liebe Freund hat uns ein ganz besonderes Schätzchen präsentiert, auf das ich allein sicher kaum je gestoßen wäre, weil weder Genre noch Regisseur zu meinen Favoriten zählen.

Duel ist der Titel eines Fernsehfilms, und gleichzeitig ersten Langfilms von Stephen Spielberg, in dem eine Art Monstertruck einen Geschäftsmann auf dem Weg zu einem Kunden durch Amerikas Weiten verfolgt und immer massiver bedroht. Schnell ist klar, dass es um Leben und Tod geht, und wie Spielberg es schafft, mich auf der Grundlage dieses doch recht schnell erzählten Plots anderthalb Stunden am Rand des Sitzes zu halten, voll konzentriert dem Verlauf der Jagd folgend, hat mich außerordentlich beeindruckt.

Es sind gerade auch diese Kleinode, die mich unseren Filmabend so lieben lassen.

Es war mein Motto und ich habe es ausgesucht, weil ich mich endlich Redfords Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld stellen wollte. Gehört dieser Film doch zu jenen, die ich damals gesehen habe, als ich jung und leicht zu beeindrucken war, was ja bekanntermaßen beim Wiedersehen so viele Jahre und Zeiten später immer wieder zur Enttäuschung führt.

In diesem Fall nicht.

Das ist ein Wohlfühlfilm schöner Film. Ja, ein positiver Film, ein Film, der an die Menschen glaubt – nicht an alle, immerhin -, der mal was gut ausgehen lässt, wenigstens für den Moment. Und in dem auch ein Engel vorkommt, der hilft, wenn es so aussieht, als könnten die Menschen wieder mal nicht selbst für ein Happy End sorgen. So muss das auch mal sein, vor allem wenn es mit so viel Freude am Erzählen, mit großartigen Bildern und einigem an Witz daherkommt wie in diesem Fall.

Auch den Mitguckern hat’s gefallen, vermerkt wurde vom geliebten Mann nur die ambivalente Darstellung des Waffengebrauchs, aber in der milden Stimmung, in der uns Milagro zurückgelassen hat, kamen wir überein, doch eher eine kritische als eine unterstützende Haltung des Filmemachers zum Thema “Jedem Depp sein Recht aufs Schießen” erkennen zu wollen zu können.

Ich freue mich auf nächste Woche mit dem dritten Film zum Thema und dem Ausblick auf wieder ein neues Motto.

R.I.P. Harry Rowohlt

Harry Rowohlt ist tot. Und das macht mich heute richtig traurig. Einer weniger, der denken und das auch noch formulieren konnte. Und zwar wie!

Ich werde es vermissen, nicht mehr wünschen zu können, dass auch dieser Roman oder jenes Kinderbuch von ihm übersetzt worden ist. Ich werde ihn vermissen.

Genug gesch…

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: ich fand die Kommentare von Tim Hunt unmöglich. Blöd. Platt. Stammtischniveau. Ich habe keine Ironie rausgehört. Aber wer weiß? Ich war nicht dabei, als er seine Sprüche vom Stapel ließ.

Ich unterschätze sicher nicht die Schwierigkeiten, die Frauen zu überwinden haben, wenn sie sich in männerdominierten Arbeitsfeldern etablieren wollen. Deshalb finde ich die Reaktionen der Wissenschaftlerinnen unter #distinctivelysexy auf Twitter großartig: witzig, intelligent, treffsicher. Sie wissen sich offenbar zu wehren, die Wissenschaftlerinnen, gegen das dumme Geschwätz von Hunt. Von dem wir ja tatsächlich nicht einmal wissen, wie es genau gemeint war.

Denn soweit mir das bekannt ist, wurde er nicht danach befragt. Nicht jedenfalls vom University College London, bevor es ihn vor die Wahl zwischen Rücktritt oder Kündigung stellte bzw. ihm diese über seine Frau vermitteln ließ, Professor Mary Collins, Professorin für Immunologie, ebenfalls am UCL.

Ich habe die Selbstgerechtigkeit des Internets satt. Die Schwarz-Weiß-Malerei. Die Empörung für die richtige Sache, die nicht beide Seiten hören möchte, sonst würde sie eventuell noch ausgebremst. Relativiert.

Ich fand den Kommentar von Tim Hunt unmöglich. Aus dem Zusammenhang gerissen. Was, wenn seine Frau recht hat? Wenn er zwar blöd daher redet, aber auf keinen Fall ein Sexist ist? Und egal, wie es gemeint war, was er sagte, war nicht so entsetzlich und diskriminierend, dass es diese Hexenjagd rechtfertigt und er deshalb seine Position als Wissenschaftler aufgeben muss.

Ich fände es wichtig, dass wir auch in unserem gerechten Zorn und bei den heutigen Möglichkeiten, diesen einer großen Öffentlichkeit kundzutun, die Verhältnismäßigkeiten wahrten.

Neulich. Auch zum Thema. Oder so ähnlich. Vom Kiezreporterneurotiker.(Entschuldigung.)

Von mir aus sollen sie schnell groß werden und sich in ihrem eigenen Leben unangemessen anziehen oder morgens mit der neuen besten Freundin die gestrige anzicken. Dann weiß ich einfach nix davon.

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