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Archive for August 2008

Ali hat Urlaub. Schon fast zwei Wochen. Das sei ihm gegönnt, aber nun wird es Zeit, dass er wiederkommt: ich weiß nicht, wo ich meine Pfirsiche, die Himbeeren, Minze und einiges andere herbekommen soll.

Eigentlich kann ich es nicht leiden, wenn Dienstleister nichtdeutscher Herkunft mit größter Selbstverständlichkeit nur mit dem Vornamen betitelt werden. Es geht ja nicht um Heinzis Eckkneipe oder Cindy`s Nagelstudio. Ich gehe hier zum Bäcker und zu Penny, nicht zur Annegret und zum Rolf.

Aber ich gehe zu Ali. Erstens weil ich ihn so kennengelernt habe. Und zweitens hat er mich sofort geduzt. Dann geht das so wohl schon in Ordnung. Aber zurück zum Ausgangsproblem.

Ich habe im nächsten Umkreis keine andere verlässliche Quelle für gutes Obst und Gemüse, teilweise in Bioqualität. Und sollte der Bestand am Samstag mittag oder Montag morgen etwas ausgedünnt und die Beeren eher auf der matschigen Seite sein, dann verlangt Ali auch nur noch das, was sie wert sind.

Wo bekomme ich in Laufnähe Fladenbrot, Hummus, selbstgemachte Salate und Pasten, Schafskäse und Halloumi? Wenn ich schon da bin, nehme ich auch mal eine Dose Tomaten mit, oder Tee. Oder Couscous, Kichererbsen, Senf, Joghurt, Milch. Erstaunlich, was in so einen kleinen Laden alles reinpasst.

Beim Hereinkommen fragt Ali, wie es geht und meine kleine Tochter fängt an zu strahlen und mit den Armen zu rudern. Ich gebe zu, man kriegt mich leichter, wenn man gut mit meinen Kindern umgeht. “Ah, die kleine Schwester! Wie geht es Dir heute?” Auf jeden Fall besser, wenn sein Urlaub zu Ende ist.

Gut, dass er mal weg war. Da lerne ich zu schätzen, was ich an ihm habe.

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