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Archive for März 2009

Über ein Jahr habe ich quasi ohne Musik gelebt. Das stimmt so natürlich nicht ganz, aber irgendwie schon.

Zuerst ging das alte – und ich meine richtig alt – Radio in der Küche kaputt. Also keinRadio Eins mehr, kein Informiertsein über die Stadt, keine Songs für eine bestimmte Minderheit mehr kennen. Dann gaben die – nicht so – alten Lautsprecherungetüme ihren Geist so was von komplett auf und die nicht ganz so alten von meiner ersten Stereoanlage bescheren in der Tat keinen Hörgenuss. Früher war mir das egal, heute lasse ich es  lieber ganz. Zumal der Plattenspieler ja schon längere Zeit recht dünn klingt.

Und am Laptop – nun ja, der hat den eingebauten Stereolautsprecher zum mal ein weitergeleitetes Spaßvideo zu gucken. Klingt so ähnlich wie die kleinen Ersatzboxen.

Die Stille war manchmal gar nicht so schlecht. Ich mag mich auch nicht so gern mit dieser Art der Technik beschäftigen, hänge irgendwie am Alten…Aber plötzlich taucht ein kleines neues Küchenradio mit überraschend gutem Sound auf, während die alte Dame noch einmal und hoffentlich erfolgreich verarztet wird. Die ganz neuen Boxen ließen sich einigermaßen einfach installieren, und gleichzeitig gab es PC-Lautsprecher zu Weihnachten. Die sind jetzt auch schon in Betrieb, dabei ist es immer noch März.

Und ich habe mich auf YouTube ausgetobt. Ganz viel Altes gefunden, sogar Russisches. Eine Runde tiefste Melancholie ausgegeben. Wow. Jetzt weiß ich, was im letzten Jahr vermisst habe.

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Graue Feiertage

Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden in Bayern zu wohnen, jedenfalls feiertagstechnisch. Bayern ist das Bundesland mit den meisten – meist kirchlich-katholischen – Feiertagen. Augsburg hat sogar noch einen mehr – das Augsburger Hohe Friedensfest anlässlich der auf den Augsburger Religionsfrieden zurückgehenden Gleichberechtigung der vorherrschenden christlichen Religionen. Aber Karfreitag – ebenso wie Allerheiligen, aber das ist ein anderes Thema – mag ich nicht. Zu trist, zu leise, kein Tanz, kein Fleisch, der eher gruslige Aspekt der ganzen Geschichte …Oh Haupt voll Blut und Wunden hat für ein kleines katholisches Mädchen eine gänsehauterzeugende Faszination, passt nicht zur in den 70er Jahren aufkommenden „Wir haben uns alle so lieb“-Interpretation der christlichen Lehre.

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Was Schönes für den von mir ungeliebten Freitag vor Ostern: Das Chorkonzert der Friedenauer Kantorei fällt dieses Jahr ein wenig aus dem üblichen Rahmen. Statt Bach wird Graun gegeben. Kennen Sie nicht? Dann haben Sie ja jetzt am Karfreitag abend schon etwas vor: die ungerechterweise etwas in Vergessenheit geratene “Große Passion” von Carl Heinrich Graun “Kommt her und schaut”.

Carl Heinrich Graun war als Hofkapellmeister von Friedrich dem Großen zuständig für den Aufbau und die Etablierung der Italienischen Oper im Berlin des 18. Jhdt.. Neben zahlreichen Opern, die offensichtlich ziemlich genau den Geschmack des Publikums trafen, schrieb er 4 Passionskantaten. Die berühmteste, “Der Tod Jesu” war ein solcher Erfolg, dass sie von der Berliner Sing-Akademie über Jahrzehnte immer am Karfreitag aufgeführt wurde. Mit der Wiederentdeckung Bachs im neunzehnten Jahrhundert geriet die Passionsmusik Grauns in Vergessenheit.

Um so spannender ist es, sich nun nach Jahrzehnten mit Matthäus- und Johannespassionen wieder seiner zu erinnern und die Werke als für das heutige Publikum neues Hörerlebnis aus der Versenkung zu holen.

So wird es geschehen am: 10. April 2009 um 19:30 in der Kirche zum Guten Hirten Friedenau, Friedrich-Wilhelm-Platz

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Ich höre besser als ich sehe. Nicht im physischen Sinn, sondern wahrnehmungstechnisch. Die neue Frisur des Ehemannes und den Wechsel von Linsen auf Brille beim besten Freund nehme ich nicht unbedingt wahr. Aber ich kann mir unglaublich gut merken, was jemand vor 3 Jahren in einem Gespräch über die Haltbarkeit von Tulpen erzählt hat. Oft im genauen Wortlaut.

Das hat Vor- und Nachteile. Ich werde oft für uninteressiert gehalten, weil ich dies und jenes nicht gesehen habe. Und ich glaube zu viel.

Jedenfalls ist das vermutlich der Grund, warum ich Hörbücher  gerne mag. Potentiell. Der Vorteil: ich gewöhne mich schon in noch adaptierfähigem Alter daran, eventuell irgendwann einmal mit der Alternative zum Lesen – jawohl, von echten Printmaterialien – leben zu können. Mir hat mal jemand erzählt das sei wichtig.

Doch zurück zum Potentiell. Es gab keine Gelegenheiten. Wann höre ich ein Hörbuch? Auto habe ich nicht, das wäre die perfekte Hörbuchhörstätte, zumindest dann, wenn es sich um eine Autobahnfahrt unter der Woche und bei Nacht oder um ein Werk handelt, das nicht viel Aufmerksamkeit erfordert.

Die Idee, unliebsame, mechanische Aufgaben damit erträglich zu gestalten, hatte ich bereits früher einmal, aber die meisten dieser Aufgaben sehen entweder den Einsatz Krach machender Gerätschaften vor oder erfordern das Verlassen des  Zimmers, in dem das Abspielgerät steht. Über die Möglichkeit eines mobilen Tonträgers mag ich nicht diskutieren.

Das ist nun auch nicht mehr nötig. Die Beschäftigungsstruktur innerhalb meines kleinen Mikrokosmoses hat sich leicht gewandelt und zum ersten Mal in meinem Leben muss ich bügeln. Auf regelmäßiger Basis (obwohl – und ich finde, hier ist ein Klammereinschub gerechtfertigt – es sich unglaublich anfühlt, dass die Arbeit, 5-6 Hemden zu bügeln, nur knapp eine Woche anhält).

Und das wird mir in Zukunft Spass machen, ja, ich werde mich nach den einwöchentlichen Bügelstunden sehnen, denn diese Betätigung schreit nach Vorgelesenbekommen. Ich habe es ausprobiert und ich bin begeistert. Zuerst wird der geschenkte Vorrat abgearbeitet, danach plündere ich das Sortiment der örtlichen Stadtbibliothek. Und danach ist wahrscheinlich Zeit für Umstrukturierung.

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Ich habe auch Freunde, die sich über fast alles beklagen: das Wetter, ihren Job, ihren Chef, ihre Mitarbeiter, den Mangel an Liebesleben, die Komplexität ihres Liebeslebens. Manchmal nervt es, aber es schlägt keinem Fass den Boden aus.

Im Gegensatz zu den Klagen britischer Reisender, oder zumindest den in der Daily Mail veröffentlichten Top Ten der skurrilsten Klagen. Über Farbe und Beschaffenheit des Sandes (weiß und sandig), nicht vorher angekündigte Fische im Meer und – mein Favourit – die Ungerechtigkeit, dass Flüge von Jamaica in die USA nur 3 Stunden, nach GB jedoch 9 Stunden dauern.

Ich sitze im Auto im Feierabendverkehr der Hauptstadt, höre diese Meldung im Radio und frage mich, ob es solche Menschen wirklich gibt oder nur kreativ-berauschte Journalisten, die sich solcherlei auf ausgelassenen Parties einfallen lassen. Was meine nörgelnden Freunde angeht – ich bin froh, dass sie wenigstens nicht dumm sind.

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Endlich, endlich, endlich. Es gibt Eis in Moabit! In der Birkenstraße hat sich eine kleine feine Eisdiele mit dem appetitlichen Namen Cafe Caramel angesiedelt.

Für Prenzlauer- und Kreuzberger, Charlottenburger und Steglitzer mag der Jubel unverständlich scheinen, aber hier ist eine Marktlücke gefüllt worden, leckeres Bolleneis dessen Genuss weder einen fahrbaren Untersatz noch den Willen zu einem ausgedehnten Spaziergang voraussetzt. Und es ist gut. Keine großen Experimente, aber Qualität und es gibt Zabaione. Was will ich mehr?

Vielleicht ein feines Kuchen- und Tortenangebot in Laufnähe? Haben sie da auch. Die Favouriten sind bisher Walnuss-Krokant oder Mailänder Apfel.

Und für diejenigen, bei denen überraschend Samstag nachmittag Besuch kommt oder am Sonntag die Haferflocken aus sind, gibt es auch noch ein erstaunlich umfangreiches Biowaren und -weinsortiment.

Plus: die üblich verdächtigen Kaffee- und Schokoladenkreationen. Zum Mitnehmen oder schnell dort trinken. Feine Sache.

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Jetzt also doch

Beiträge auf Qype schreiben macht keinen Spaß mehr. Und dann gebe ich mir auch nicht mehr so viel Mühe, liest ja eh keiner. Oder wenige. Und die, die sie bisher gelesen haben, lesen ja vielleicht auch hier. Vielleicht geht ja auch beides. Mal sehen. Schreiben muss ich jetzt, das hat Qype nun angerichtet. So lange bin ich ohne ausgekommen, aber jetzt fehlt was zum ganz fühlen. Merkwürdig.

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