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Archive for Dezember 2009

Thema verfehlt! Ja, wirklich, ich gebe es zu – es gab kein Flüstern, nicht im Dunkeln und nicht anderswo. Der geliebte Mann möchte drakonische Straf-Maßnahmen ergreifen und sieht nicht ein, dass Risikofreude auch belohnt werden muss. Wer hätte auch gedacht, dass es in einem Film aus der sogenannten Schwarzen Serie keine einzige Flüsterszene gibt? Wahrscheinlich liegt es an der Besetzung, denn nach einer halben Stunde war mir plötzlich klar: Bogart flüstert nicht. Das ist so ähnlich wie zu wissen, dass Cary Grant nie der Böse ist. Manche Dinge muss man als gegeben hinnehmen, ob sie einem nun passen oder nicht.

Dafür haben wir einen hervorragenden Film mit einem wie meist grandiosen – ich erwähnte es schon – Humphrey Bogart gesehen, nämlich Der Malteser Falke von John Huston. Da muss man nicht so viel meckern, finde ich. Noch dazu angesichts des leckeren Essens davor.

Der gute Freund will nicht wiedergutmachen, was ich verpatzt habe und weigerte sich, nächsten Dienstag die Vorgabe „Flüstern im Dunkeln“ korrekt erfüllen zu müssen. Er hält einen Faux Pas pro Jahr für hinnehmbar, zumal sich das jetzige (Jahr) ja schon dem Ende zuneigt. Er wird uns einen Film zeigen, der sich mit einem „Verlorenen Schatz“ beschäftigt. Oder auch nicht, denn er hat ja auch noch eine Fehlauswahl frei..

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Das glaubt mir keiner. Außer vielleicht, wenn ich darauf hinweise, dass ich mir eine solche Geschichte niemals ausdenken würde, da sie jeder Glaubwürdigkeit entbehrt…

Das Einschreiben ist bis zum heutigen Tag nicht mehr aufgetaucht, der Konzern verstummt. Glücklicherweise gibt es vom damit Gesendeten eine Kopie, die mir am Donnerstag noch einmal zugeschickt worden ist. Oder sei, wie mir meine Auftraggeberin am Dienstagmorgen am Telefon erzählt. Allein – bei mir ist sie nie angekommen, auch wenn die Kundin die Bestätigung vom Kurierdienst erhalten hat, dass die Sendung bei mir am Freitag frühmorgens abgegeben worden ist. Keiner in diesem Haushalt hat sie angenommen. Nicht ich, nicht eines der anderen Familienmitglieder. Einen kurzen Augenblick dachte ich, vielleicht habe ich ein psychisches Problem, vielleicht wohnt noch jemand in meinem Körper, jemand, der es nicht gut mit mir meint, Sendungen annimmt und mir das verschweigt. (in der Art nachzulesen in: „Ich und die anderen“ von Matt Ruff)

Das Problem mit der Glaubwürdigkeit tauchte auch wieder auf: der Kunde hatte bereits nachgefragt, ob meine angegeben Adresse eine legale sei. Um ihn von meiner Unschuld zu überzeugen, trat ich direkt mit ihm in Kontakt. Dabei erfuhr ich, dass es sich bei dem beauftragten Kurierdienst um DHL handelt, der andere Teil meines Lieblingslogistikkonzerns, der bald auf mich zukommen wird um mir eine großzügige Entschädigung für meine Leiden….

Nun gut, die Sendungsverfolgung ergab, dass der Fahrer am Freitagmorgen zu einer bestimmten Uhrzeit das Päckchen bei %empf abgegeben hat. %empf gibt es keinen hier im Haus, auch nicht im hinteren Gebäude. Auch keinen Dempf, Schlempf, Quempf. Niemand, der auf „empf“ endet. Also rufe ich an bei DHL. Vorsicht: Die Kosten für das Kundentelefon sind hier deutlich höher, mit 14 Cent pro Minute. Dafür ist schneller jemand dran: „ja, die Sendung konnte nicht zugestellt werden, hier steht: war zu. Ich kann Ihnen anbieten, das Päckchen morgen liefern zu lassen – zwischen 8 und 12, 12 und 17 oder 17 bis 20 Uhr.“ Ich weiß nicht, warum ich nicht gesagt habe, „Nach allem was sich Ihr Konzern mit meinem Päckchen geleistet hat, dürfen Sie es mir morgen vormittag am exakt 9:17 liefern und keine Mätzchen mehr hier.“ Oder so. In meinem Inneren fühle ich eine tiefe Resignation aufsteigen, gepaart mit der Freude am Absurden. „Ja, zwischen 8 und 12 wäre gut, ich bin nur 20 Minuten weg in der Zeit, weil ich mein Kind zum Kindergarten bringe,…“ „- da kommt er dann bestimmt, das ist immer so, bei mir ist es üblicherweise beim Duschen…“ Ich lache höflich, der Mann weiß ja nicht, was schon hinter mir liegt. „Machen Sie lieber einen Zettel an die Tür, damit der Zusteller weiß, wo er es abgeben kann.“ „Ja, klar, mache ich…“

Ich frage nur vorsichtig nach: „Ach, eins noch: ist es nicht ein wenig merkwürdig, dass ich gar nicht erfahre, wenn die erste Zustellung schiefgeht?“ „Haben Sie denn einen zugänglichen Briefkasten?“ Ein unzugänglicher macht gar nicht so viel Sinn, finde ich, aber ich behalte es für mich. „Ja, habe ich.“ „Nun, darf ich dann eine Reklamation für Sie aufnehmen?“ Ich winke ab, verbal. Was soll ein weiterer ausgefüllter Zettel, den niemand interessiert und der bestenfalls einem Zusteller, der nichts dafür kann, dass die Arbeit von zu wenigen und zu schlecht qualifizierten Leuten gemacht werden muss, einen Rüffel einträgt. Er fragt nochmal die Adresse ab, vermerkt „Darf auch bei Nachbarn abgegeben werden.“

Um 16 Uhr klingelt mein Telefon. „Ja, hier … von DHL Express. Sie warten bestimmt auf eine Sendung von …(Name des Absenders)? Die haben wir nämlich hier, konnte nicht zugestellt werden, da ist keine Hausnummer drauf.“ Ich finde, es wird langsam schwer zu ertragen. „Wie bitte? Aber mir wurde doch am Freitag angeblich etwas zugestellt, nur war da ja zu?“ „Ja, warten Sie ich schau mal nach, ja da steht „war zu“. Aber das konnte der gar nicht zustellen, da ist ja keine Hausnummer drauf.“ Vor meinem inneren Ohr höre ich sowohl den Kunden nochmal die vollständige Adresse abgleichen als auch den Herrn vom DHL-Kundentelefon am selben Morgen. Alle, ALLE hatten meine Hausnummer richtig. Aber sie war nicht auf der Sendung vermerkt. Wenn ich wüßte, wie es ginge, würde ich schreien. Selbstbeherrschung ist für Feige.

Das bleibe ich dann auch. Es ist noch ein wenig aus mir herausgebrochen, der flinke – es war ja erst Dienstag – und wirklich freundliche, wenn auch etwas überhebliche („Sehen Sie, Sie jammern, dass wir nicht ordentlich zustellen, dabei sind Ihresgleichen nicht mal in der Lage, die Adresse vollständig aufs Paket zu kriegen“) DHL-Mitarbeiter hat wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden, wo mein Problem liegt.

Ich weiß nicht, ob es sich um eine Verschwörung handelt, ob jemand ein persönliches Hühnchen rupft und mich auf perfide Weise in den Wahnsinn treiben möchte. Wenn es so ist und er das hier liest, mag er sich freuen, er hat mich ein Stück in die richtige Richtung getrieben.

Das Päckchen kam übrigens heute vormittag – in den 20 Minuten, in denen ich meine kleine Tochter…Gott sei Dank ist die Große krank und konnte es deshalb entgegen nehmen. Soweit bin ich schon

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