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Archive for Januar 2010

Hamburgs Nil

Das Nil. Ja nu, was soll ich sagen? Zumal ich den guten Rat bekommen habe, doch erst nach dem dritten oder vierten Mal zu bewerten oder zumindest die Bewertung niederzuschreiben. Ich machs trotzdem. Vielleicht kann ich damit die Erinnerung an einen ausgesprochen angenehmen Restaurantbesuch mit köstlichem Essen, warmer Atmosphäre und einem schönen realen Zsammentreffen ein wenig verlängern.

Meine Erwartungen waren aus mehreren Gründen hoch, sehr hoch und daher durch große Fallhöhe gefährdet. Manchmal sehe ich über einiges hinweg und schweige still, wenn ich mich und andere davon überzeugen will, dass es mir gefällt. Das ist dieses Mal nicht nötig.

Ich habe mich sofort willkommen gefühlt bei der Begrüßung, beim Anblick unseres Tisches, beim freundlich-ruhigen Kümmern des Kellners. Könnte ich es, ich hätte die Augen verdreht vor Entzücken beim ersten Bissen im Mund. Pulpocarpaccio mit Wildkräuterpesto, ganz zart, feiner Geschmack mit knackigen Kontrapunkten. Würzige, aromatische Hirschsalami auf perfekt zubereiteten Wurzeln verschiedener Art, eine Grünkohlsuppe, die vollkommen nach – Grünkohl schmeckte, zartes Lamm mit heller Soße, die erste Polenta, die mir schmeckt. Und viel gelungener als die Quitten Crème brûlée kann ich mir einen Nachtisch nicht vorstellen. Die Weinempfehlung trifft meinen Geschmack exakt.

Ich habe nichts zu meckern, nichts auszusetzen, auch nicht im Geheimen. Das Ende war die High Note auf einem sowieso schon gelungenen Abend, ein Gespräch mit einem ein wenig vertrauten, und dann doch nicht, Menschen, eine befriedigte Neugier, die es nicht schade erscheinen lässt, dass es nicht im Virtuellen geblieben ist. Ein herrlicher Schlehenschnaps für „on the road“.

Wäre alles anders gekommen, hätte wir nicht auf die vorhergehende Teilbekanntschaft zurückgreifen können? Ich glaube nicht. Wäre der Service schlechter gewesen? Kann ich mir nicht vorstellen. Wäre am Essen etwas auszusetzen? Ziemlich sicher nicht. Nur den Schluss, für den hätten wir uns etwas anderes einfallen lassen müssen.

Restaurant NIL, Neuer Pferdemarkt 5, 20359 Hamburg
Tel. 040 4397823 Fax. 040 433371
http://www.restaurant-nil.de/

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…werden wir in der ein oder anderen Form heute abend zu sehen bekommen. Diese Vorgabe lässt sich in verschiedenster Art deuten und zu jeder gibt es unzählige Filmbeispiele, nehme ich jedenfalls an. Durch einen Gast wird die Auswahl ein weiteres Mal erschwert – der geliebte Mann wird souverän etwas Geeignetes finden, da bin ich zuversichtlich. Dennoch – er muss jetzt natürlich aufpassen, keine Themaverfehlung riskieren: das Jahr hat ja erst begonnen.

Der verlorene Schatz war meisterhaft repräsentiert mit Spielbergs Artificial Intelligence: A.I., in dem ja einiges an Schätzen – alle immateriell und ambivalent – verloren gehen und nur teilweise rekonstruiert werden können. Ich bin sehr froh über diese Filme, da sie genau das treffen, was ich mir neben einem Wiedersehen von und mit geliebten Perlen der Filmgeschichte vo dienstäglichen Filmabend erhoffe: dass ich Filme zu sehen bekomme, die ich nicht nur nicht gesehen habe, sondern bei denen ich gar nicht auf die Idee käme, sie mir anzusehen, da sie nicht in mein cineastisches Beuteschema passen. Nur das Ende hätte gut 20 Minuten früher sein dürfen, dann wäre er nicht in Richtung Kitsch abgedriftet und hätte er mir sogar sehr gut gefallen…

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