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Archive for April 2010

…aber eben immer noch nicht ganz. Ich weiß nicht, wo die Dinge alle herkommen, seit ein paar Tagen habe ich die Tendenz alles als „unwichtig“ zu deklarieren. Leider machen das die bereitgestellten Haushaltsmülltonnen nicht mit. Also wieder eine Fuhre zur BSR…
Heute mittag ist es vorüber – so oder so. Gestern abend noch einmal die Nachtigall gehört, die alljährlich im Frühjahr den Hinterhof besingt. Ich mag glauben, es war ein Abschiedslied.
Ich gehe gar nicht leicht irgendwo weg. Allerdings verdient eine Straße, die sich im April immer noch mit den stinkenden Gingkofrüchten des Vorjahres brüstet, dass man aus ihr wegzieht.
Ob’s wohl in Charlottenburg Nachtigallen gibt? Und Gingkobäume?

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Wir haben genug gepackt um den Laster einmal vollzuladen und die Belastbarkeit der Umzugshelfer an ihre Grenzen zu bringen. Es ist viel geschafft, aber längst nicht alles. Der Kellerraum entspricht ungefähr der Ladefläche eines 7,5-Tonners, würde ich meinen…

Es sieht aus, als würde es nie ein Ende nehmen. In der neuen, wirklich sehr schönen Wohnung stehen Kartons, Kartons, Kartons. Warum passen nie die Ordnungssysteme der vorherigen in die neue Umwelt? Müssen ein paar Jahre Leben so viele Dinge beinhalten? Und – sind MP3s doch Schellackplatten vorzuziehen? Hat überhaupt das Grammophon den Umzug überlebt?

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Entweder ich packe die Nacht durch und muss morgen beim Umzug selbst passen. Oder ich packe während die anderen umziehen. Juhu, ich komme drum rum…
Kann man durch Umziehen eine Stauballergie entwickeln? Vielelicht muss ich aufhören, Bücher einzukartonieren.
Die gute Seite an der Sammelleidenschaft des geliebten Mannes: wir haben genug Einwickelpapier durch mehrere Jahrzehnte taz. Nachteil: eine Doppelseite taz packt nicht viel ein. Die Zeit wäre besser gewesen. Alles relativiert sich.
Belesene Männer sind überbewertet.

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Pausen eignen sich gut zum Umzugstagebuch schreiben, jedenfalls so lange wie ein funktionierender Rechner mit funktionierendem Internetanschluss bereitsteht.

Je mehr eingepackt ist, desto größer wird das Chaos. Wie ist das möglich? Ich sortiere nicht mehr so gründlich aus wie in den Tagen zuvor – keine Zeit mehr. Selten wünsche ich mir die Zeit bereits vergangen. Im Moment möchte ich das Wochenende bereits hinter mir haben. Oder nicht teilnehmen müssen. Stattdessen einen Ausflug ins Grüne, an einen See, ein bisschen Sonne die Nase kitzeln lassen…

Na gut, ich muss wohl hingehen, zu diesem unserem Umzug. Und danach wird alles schön? Von wegen: dann geht es ans Auspacken, Nicht-Unterbringen, Geld für ungeliebte Stauraummöbel ausgeben. Und ans Leerräumen und Aufräumen und Saubermachen und vielleicht sogar Streichen der alten Wohnung. Es wird mindestens Wochen dauern, bis wieder ein Zuhause exisitiert.

Nächstes Mal lasse ich es nicht soweit kommen. Ab jetzt werde ich regelmäßig ausmisten und hinter den Büchern die Regale abstauben. Versprochen.

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Packpause. Das Wort „Hassen“ kommt in meinem aktiven Wortschatz so gut wie nie vor. Im Moment schon: ich hasse umziehen. Schöne neue größere Wohnung – schön und gut, aber am liebsten wäre ich schon drin und jemand anders bringt mir die Möbel mit den Inhalten, die ich wirklich brauche. Fotos, Bücher, CDs – alles überschätzt, Ballast, den ich aus Zeitgründen jetzt aber auch nicht anderweitig loswerde. Zumal das meiste gar nicht unter meine Entscheidungsbefugnis fällt.

Ganz schlecht ist auch, dass wegen Umzugsarbeiten der Filmabend ausfällt. Letzte Woche, diese Woche und nächste Woche sicher auch. Danach muss der Fernseher und das Abspielgerät installiert sein und die Kartons wenigstens unter Sichthöhe zwischen Sitzgelegenheit und TV abgebaut sein. Denn dann kann der gute Freund endlich zeigen, was er filmtechnisch unter „The world is sad and beautiful“ versteht. Das ist das Motto fürs nächste Mal und ein Zitat aus dem Film vom letzten Mal. „Es gibt Eis, Baby“ hat unweigerlich zu einer der wunderbarsten und witzigsten Lieblingsfilmszenen geführt. Und ich habe mit Down by Law mal wieder Jim Jarmusch untergebracht. Komisch, irgendwie passt der immer.
So, zurück zu den Umzugskisten.

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…ist gar kein so rundum positives Motiv, wie es mir zuerst schien. Das Gedicht mit diesem Titel stammt von Max von Schenkendorf, geschrieben 1813. Alsbald von verschiedenen Komponisten vertont erschien es bald überwiegend mit der Melodie von August Groos in verschiedensten „Deutschen Volksliedsammlungen“. Der Zeitpunkt der Entstehung lässt die Deutschtümelei des Textes in einem verständlicheren Licht erscheinen, nichtsdestowenigertrotz verwundert nicht, dass es gern und häufig von national gesinnten Männerbünden beansprucht wurde, Eingang gefunden hat ins Liedgut des Nationalsozialismus und nicht zuletzt auch von Jörg Haider als Buchtitel herangezogen wurde.

Wie eigenartig – ich hätte den mich sehr ansprechenden Titel nie mit solchem Milieu in Verbindung gebracht. Aber so sieht man mal wieder, dass Freiheit kein einfaches Konzept ist. Ganz wunderbar umgesetzt finde ich den Gedanken, so wie ich und vermutlich auch der Mottogeber, sicher aber wohl der Auswahlverantwortliche vom letzten Filmabend ihn verstanden hatten, in dem leisen, feinen, kubanischen Fresa y Chocolate, in dem nicht die Revolution an sich verteufelt, sondern die legitime Frage gestellt wird, warum sich Revolutionen so schwer tun mit der Freiheit des Andersdenkenden, warum sie der Kritik keinen Raum lassen können, ohne die eine Weiterentwicklung nicht möglich ist. Und warum sie althergebrachte Vorurteile, Mythen und Riten so wenig über Bord zu werfen vermögen wie die katholische Kirche die heidnischen Denkweisen. Ich hatte Erdbeeren und Schokolade nie vorher gesehen und bin froh dazu endlich die Gelegenheit gehabt zu haben.

Überhaupt ist es ein Vorteil unseres Filmabends, dass neben lange nicht gesehenen und immer schon mal gesehen wollen habenden und wirklich mal gesehen haben müssenden auch immer wieder die ob der riesigen Menge an interessanten Filmen ganz in Vergessenheit geratenen gezeigt werden. Mal sehen, wo es uns hin führt, wenn es nächste Woche heißt: „Es gibt Eis, Baby“. Das Originalzitat wäre schlimmer gewesen.

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