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Archive for Mai 2010

Ich möchte heute einfach mal jammern. Darüber, dass die Kisten immer noch den größten Teil der neuen Wohnungsfläche einnehmen. Darüber, dass sie ausgeräumt und zusammengefaltet bereits zu neuen Platzkonkurrenten werden. Darüber, dass von zwei notwendigen Dübeln der zweite einfach durchfällt und die ganze Arbeit vergeblich war. Darüber, dass ich mir immer wieder an in den Weg ragenden Plastikfaltboxen und scharfkantigen Metallwerkzeugkästen Schienbein oder Zehen breche. Darüber, dass ich keine Ahnung habe, wo sich mein Ersatzhandy befindet, nötig, da die Tochter im Chaos ihr Ladegerät verlegt hat. Und darüber, dass jede freie Stunde mit schlechtem Gewissen ob der vorwurfsvoll herumstehenden Kartons erkauft wird.

Ich möchte mal wieder einen Samstag nachmittag auf dem Sofa liegend ein Buch lesen. Mich am hellichten Vormittag mit einer Freundin zum Kaffeetrinken treffen. Am Sonntag mit Mann und Kind und Kind ins Grüne fahren. Dienstag abend abgefahrene Filme gucken und mir seltsame Motti ausdenken.

Das Schlimme ist, dass es sich heute so anfühlt als würde das Leben nie mehr normal.

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An das ehemalige Stasi-Erholungsheim erinnert bestenfalls noch die Architektur des Haupthauses, über die man sich aber auch nur so lange erhebt, bis man in einem der Zimmer oberhalb der Baumkronen des kleinen Kiefernwäldchens aus dem Fenster blickt. Das kleine Kiefernwäldchen geht über in die Dünen und ist mit dem üblichen breiten Ost-Ostseestrand alles, was zwischen dem Hotelgast und dem Meer liegt.

Ich war vor ein paar Monaten zum 7. oder 8. Mal hier und habe so einiges an Entwicklung miterlebt. Als Familie kommen wir meist in einem der Reetdachhäuschen unter, oft zweistöckig, beim letzten Mal leider mit einer Schlafgelegenheit auf dem Wohnzimmersofa, was den abendlichen Aufenthalt im Appartement weniger gemütlich gestaltet. Aber bisher waren wir immer diesseits der Straße untergebracht, was mit kleinen Kindern ein wirklicher Vorteil ist.

Die Küche hat sich gemausert. Früher war es manchmal mehr fürs Auge als für den Geschmack und eine auffallend große Anzahl an Auszubildenden im Service-Bereich ist zwar löblich, führt aber auch zu einer Häufung an Pannen, die in diesem Preissegment nicht so leicht zu akzeptieren sind. Ich meckere normalerweise nicht prinzipiell und ein Haar entferne ich schon mal stillschweigend aus der Suppe. Aber ich hänge stark dem Glauben an gutes Preis-Leistungsverhältnis an und bei den Strandhotelschen Tarifen für Übernachtung und Kulinarik werde ich kritisch. Aber wie gesagt, an der Küche hatte ich schlichtweg nichts mehr auszusetzen – die richtige Kombination aus regional und weltgewandt, gute Zutaten mit Können zubereitet. Und es sieht immer noch hübsch aus.

Unschlagbar war schon immer die Kinderbetreuung während der Essenszeiten. So attraktiv und freundlich gestaltet, dass das gute Essen zumindest bei kleineren Kindern komplett in der Hintergrund tritt. Aber freiwillig verhungern sie ja meist nicht, und für den Luxus, mit einer Zweijährigen selbst im Restaurant gutes Essen in Ruhe genießen zu können, lasse ich auch mal Vanilleeis als Hauptgang gelten.

Überhaupt – es hat immer Spaß gemacht, hier mit Kindern herzukommen. Die Zielgruppe Familie wurde gut behandelt und es sah so aus als würde diese Philosophie weitergeführt, als vor zwei Jahren ein paar hundert Meter weiter ein Partnerhotel eröffnete, mit der ausdrücklichen Priorität Gäste ohne Kinder glücklich zu machen. Ob die Partnerschaft noch besteht, weiß ich nicht, im März tat sie das laut Webseite noch. Umso erstaunter war ich zu hören, dass es plötzlich Einschränkungen bei der Nutzung des Schwimmbads und der Saunen, genannt SPA, gibt. Ersteres darf von Kindern unter 16 Jahren nur noch ab 10 Uhr bis 17 oder 18 Uhr genutzt werden, die Saunalandschaft, von einer Textil-Biosauna abgesehen, generell nur ab 16 Jahren. Die Enttäuschung war einigermaßen groß bei der 11-jährigen, nicht mehr in die abenteuerliche Strandsauna mit folgender Abkühlung in der Ostsee zu dürfen und die Mühsal entsprechend, vom Tagesausflug zur rechten Zeit zurück sein zu müssen, damit die geliebte Stunde im Schwimmbad überhaupt noch stattfinden kann.

Das Besondere, das ich immer beim Besuch dort empfunden habe, nämlich, dass meine Töchter dort genauso willkommen sind wie ich, hat einen empfindlichen Schlag erhalten. Auf Nachfrage hieß es, es seien gelegentlich bis zu 40 Kinder in den Saunen unterwegs gewesen und vor allem Eltern hätten sich eine Zone im Hotelbereich gewünscht, in der sie Ruhe vor ihren Kindern hätten.

Aha, das sind natürlich verständliche Wünsche, denen man gerne nachkommt. Mir persönlich stellt sich die Frage, was die Leute eigentlich mit ihren Kindern anstellen, wenn sie selbst der Wellness frönen. Im Hotelzimmer einsperren? Oder liegt die neue Zutrittsbeschränkung doch eher daran, dass man in einen speziellen Wellnesshotel-Verbund aufgenommen werden wollte, deren Broschüren neuerdings überall ausliegen?

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Es geht nur sehr langsam voran. Nun rächt sich, dass das Leben ein paar Wochen brach lag: der Alltag, das Fortkommen, die Organisation des Kommenden fordert jetzt seinen Tribut und lässt mich nicht mit voller Kraft das neue Zuhause schaffen. Die Nerven liegen blank, der Körper schmerzt angesichts der exzessiven, weil ungewohnten, körperlichen Arbeit.
Filmabend hat noch keiner stattgefunden. Unterschiedliche Prioritäten und Mentalitäten treffen aufeinander und vertragen sich nicht immer gut. Müssen die Lampen denn alle schon an Ort und Stelle hängen, wenn das Kinderzimmer noch nicht nutzbar ist? Warum wird ein Regal an einer Stelle aufgehängt, an der eventuell ein Stuhl Platz finden muss. Vielleicht ja aber auch nicht. Und das Regal ist aus dem Weg, die Dinge, mit denen es gefüllt wird, ebenso.
Beim Auspacken lässt sich vortrefflich ein zu nahegehendes Fußballspiel verfolgen; ohne das ganze Leid vom 1:0, über die rote Karte zum endgültigen 2:0 und dem Nichtaufstieg durchstehen zu müssen. Nur punktuelle Enttäuschung hält starke Gefühle in Grenzen. Immerhin haben die Jungs vom FCA nichts verloren, nur nichts dazugewonnen, halt. Vielleicht sind sie noch nicht soweit. Möchte ich glauben.
Zurück zum Wichtigen. Die Küche ist fertig, funktionsfähig, ganz schön geworden. Nur eben mit einem Regal am eventuell falschen Platz. Aber auch das könnte man ja wieder abhängen. Wenn es denn mal einem SDtuhl Platz machen müsste.

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Es schwankt. Es schwankt zwischen dem Gefühl, im absoluten Chaos zu ertrinken, kein Land zu sehen, am Eingepackten und Nichtwiederauffindbaren zu verzweifeln und einem unbestimmten Optimismus, wenn ein Stück mehr Kubikraum freigeschaufelt und ein Karton mehr erfolgreich entleert ist. Oder das erste einfache Mahl auf dem neuen Herd gekocht ist. Oder die Türe zum Bad nachts nicht mehr aufbleiben muss, weil es ein eigenes Licht bekommen hat und nicht mehr beim Flur schmarotzen muss.

Mehrere Freunde waren beeindruckt, weil die Technik schon halbwegs funktioniert und komplett einsetzbar ist. Das ist prima, stimmt eigentlich. Es wird so langsam. Bestimmt…

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Trotz extremem Stress in Job und Haus und seit heute strömendem Regen wird die neue Gegend erkundet. Es müssen neue Wege von und nach dort gefunden werden, gutes Brot, der nächste Geldautomat, ein feiner Platz fürs Fahrrad. Gestern war der zweite nette Abend in Gesellschaft hier im Kiez: zwei Moabiter haben uns sozusagen hinübergeholfen, ein Charlottenburger uns in Empfang genommen. Lieben Dank für einen nicht nur munteren, sondern vor allem aufmunternden Kneipenabend im Wilhelm Hoeck.

Aufmunterung ist auch von Nöten, wenn man, wie ich heute im beruflichen Kontext mit der festen Überzeugung von gerade 20-jährigen konfrontiert wird, dass mit 40 zumindest in punkto Leidenschaft und Verführung das Leben bereits vorbei ist. Ich hoffe, sie genießt ihre verbleibenden 19 Jahre…Mir bleibt dann immer noch die kleine Freude an der heute entdeckten, würzigen, bereits geliebten Leberkässemmel von Rogacki.

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Denke ich jedesmal, wenn ich die neue Wohnung betrete. Da wir bis zur letzten Aprilminute und darüber hinaus mit der alten Wohnung beschäftigt waren, ist hier nichts passiert. Keine kleinen, unsichtbaren Helfer sind des Nachts herumgewuselt und haben das Schiff klargemacht. Es bleibt wieder alles an uns hängen.

Eigentlich hätte ich mir denken können, dass, was sich so gegens Eingepacktwerden gesträubt hat, noch größere Zicken beim Auspacken macht. Trotz 12 weiterer qms habe ich keine Ahnung, wo das ganze Zeug hin will. Oder soll.

Dabei möchte das Leben jenseits des Wohnungswechsels doch auch wieder aufgenommen werden….

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