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Archive for Juni 2010

Muss ich mir ernste Gedanken machen, wenn die Zweieinhalbjährige zur Erdbeere sagt, ich nage Dir jetzt den Kopf ab?

Die Große hört zur Zeit Musik, die ich auch kenne: Avril Lavigne. Allerdings findet sie, ich kann den Namen nicht aussprechen. Vor kurzem im Auto hörten wir meine CD, das war ihr lieber als Radio Eins. Für Kiss FM fehlten mir die Nerven. Für Willy Michl ist sie immer noch zu jung. Aber „Baby, please don’t go“ geht. Ein bisschen langweilig, weil unvariiert aber sie stimmt zu dass es zum Glück so kurz ist, dass es keine Zeit hat, ihr auf den Geist zu gehen. Sie will sich jetzt lieber selbst CDs zusammenstellen. Vielleicht ist da dann auch „Ol‘ 55“ von Tom Waits mit drauf. Wenn ich Glück habe.

Letzthin hat sie mich gefragt, was eigentlich eine Generation sei.

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Sonntag nachmittag am Tag vor dem längsten des Jahres, drei Tage vor Johanni, Ende der Spargelzeit.

Statt mit meinen Töchtern die höchstschwangere Freundin auf einen Kaffee zu besuchen, bevor Wochenendstille für sie wieder zum Fremdwort wird, sitze ich hier und arbeite am Überraschungsauftrag.

Draussen hupt es mehrstimmig und ich freue mich verwundert über die ersten Paraguayaner auf Berlins Straßen. Hier gibt es alles, warum also keine Paraguayaner? Gibt es wahrscheinlich, doch dieses Mal war es doch wieder eine türkische Hochzeit.

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So. Frühjahrspause ist vorbei, das dienstägliche Filmprogramm hat wieder begonnen. Gott sei Dank und endlich. Der Anschluss ans Kabel funktioniert noch nicht, dafür aber der an den DVD-Spieler und mit der Ersatz-Fernbedienung lässt sich auch einigermaßen einstellen. Die echte ruht noch in der Tiefe einer Kiste. Aber das ist ein anderes Thema.

Der liebe Freund hat uns gestern die Traurigkeit und Schönheit der Welt an Hand fast meditativ miteinander verknüpfter Bilder vorgeführt – Baraka von Ron Fricke. Gänzlich ohne verbalen Kommentar entzieht sich der Film weitestgehend einem rationalen Zugang. Mancher kann damit, mancher nicht, wie wir auch gestern abend festgestellten. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich mich gerne noch stundenlang weiter darin verloren, hätte geraten, was ich hier wohl gezeigt bekomme an Ritualen und großartigen Orten, oder nachgeschaut oder meine klugen Mitschauer gefragt.

So bleibt mir das Vorhaben, mir einmal wieder nach so langer Zeit Koyaanisqatsi anzusehen, bei dem Fricke für Drehbuch und Kamera verantwortlich zeichnet. Und die Vorfreude aufs nächste Mal mit der Vorgabe: „Wunder gibt es immer wieder.“ Ich bin gespannt. Irgendwelche Ideen dazu?

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Obwohl ich mir fest vorgenommen habe hauptsächlich Neues auszuprobieren, hier in meinem neuen Kiez, stelle ich bereits jetzt die Tendenz bei mir fest, Etablissements zum zweiten, dritten und vierten Mal zu besuchen, und nicht nur deshalb, weil sie so gute Ware, Atmosphäre oder Preis-Leistungs-Verhältnisse haben. Nein, allein und einzig deshalb, weil ich sie nun schon kenne.

Die Begründungen, mit denen ich mein Tun rechtfertige, sind mannigfaltig und nicht wert, hier im Einzelnen erörtert zu werden. Denn im Wesentlichen laufen sie immer auf Eines hinaus: das Bekannte ist einfacher und daher bequemer. Nicht unbedingt besser. Im Fall der Leberkäsesemmel von Rogacki wenigstens genauso gut. Aber mit dem Kennenlernen wird das so nichts, meine Liebe.

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Es wird besser. Nicht gut, aber definitiv besser. Nach einem Mittelding zwischen Schlachtplan und Pause. Jetzt ist es nur noch ein Zimmer, das allerdings rappelvoll mit Kartons und anderem steht. Meine Befürchtung ist, es wird wie mit Rubik’s Cube oder den Plastik-Schiebepuzzles aus der Kindheit: beim letzten Teil geht alles wieder alles im Chaos unter, aus man es vorher schon heraus geholt hat. Ich konnte das nie, habe es nie zu Ende gebracht. Vielleicht reicht die Zimmeranzahl ja auch so?
Ich glaube, eine neue Liebe nimmt ihren Lauf – das Charlottenburg, das mich hier umgibt, gefällt mir ausgesprochen gut. Eine schier therapeutisch erholsame halbe Stunde habe ich am Sonntag morgen vor dem Brotgarten verbracht, die Straßen hinter dem Klausener Platz könnten Gassen sein. Es gibt zu gucken, zu entdecken, zu finden. Manchmal werde ich schon ungeduldig, weil mir die Vertrautheit fehlt.
Vor ein paar Tagen habe ich die Vormieterin getroffen, sie geht im bekannten Kiez einkaufen, das „geht schneller als bei uns da draussen, da kenne ich mich noch nicht aus“. Ich habe sie ganz gut verstanden.

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