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Archive for Dezember 2010

Besuch aus der Stadt

Der Besuch kam aus New York City und besucht wurde der Psychiater samt Familie. Oder vielleicht eher heimgesucht. Der Heimsucher ist brilliant gespielt von Bill Murray, den ich seit Lost in Translation für sein komisches Talent verehre. What about Bob ist ein wunderbar komischer Film mit fast hysterisch witzigen Szenen und schlagfertigen Dialogen – ein Filmabend zum Schenkelklopfen: wunderbar. Intelligenten Witz im Film gibt es ja nun nicht so oft.

Jetzt ist erstmal Weihnachten und vielleicht noch im alten Jahr werden wir dann sehen, ob der „Freund der Familie“ auch lachen macht.

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Der Beliebtheitsgrad eines Liedes hängt oft mit einer bestimmten Zeit oder Stimmung zusammen. Ich habe vor einem Jahr mal versucht, mir ein paar CDs mit meinen Lieblingsstücken fürs Auto auf CD zu brennen: es wurden 13 oder 14 und nur mit dem, was mir in einer späten Nacht mein Laptop so an Zusammengesammeltem anbot. Ich habe alles am nächsten Tag noch verstanden, wenn auch manches nur vor dem Hintergrund des zugehörigen Lebensabschnitts. Die 80er waren mir in dieser Nacht offensichtlich sehr präsent.

Was ich an Facebook mag, ist, wenn meine dortigen Freunde mich an ihren jeweiligen Fundstücken teilhaben lassen: Bilder, Artikel, Kampagnen und eben auch an Musik. Oft Kuriositäten, von ihnen Geliebtes, Wiederentdecktes, mir Unbekanntes oder fast Vergessenes. Manchmal habe ich keine Zeit, mir alles anzusehen oder zu hören, aber wenn doch, ist es oft wie alte Truhen aufmachen und entdecken zu dürfen. Ich packe jetzt mal meine eigene kleine Musiktruhe aus, mal sehen, was sich so findet, je nach Tageszeit und Seelenzustand.

Ein verregneter, rekonvaleszenter Vorweihnachtsnachmittag, der unbemerkt in einen nassen Abend übergeht? Ein Favorit…

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Tatsächlich rieselt heute der Schnee leise vor sich hin, allerdings mit großer Hartnäckigkeit. Die kleine Tochter sagte auf dem Weg zur Kita, das seien ja gar keine richtigen Flocken. Das mag sein, doch dafür liegt er bereits ziemlich hoch und stellt den Berliner Winterdienst vor nicht einfach zu bewältigende Herausforderungen, nach dem Anblick der gegen Mittag immer noch nicht geräumten Fahrbahnen zu urteilen.

Winter in der großen Stadt eben. Ich finde, er verliert dort seinen Charme recht schnell. Was mir aber tatsächlich die Tage immer wieder in den Sinn kommt, liegt einigermaßen weit entfernt, keineswegs stadtnah und sucht in puncto Charme seinesgleichen. Ich habe im Oktober auf Usedom, genauer gesagt, an der Strandpromenade von Bansin, mein Lieblingscafe entdeckt. Ein Cafe, in das ich mich auch bei Schnee und Eis aufmachen würde, jetzt sofort, um mich in einen der kuscheligen Sessel sinken zu lassen, am besten nahe des alten Ofens, eine Tasse Milchkaffee oder eine heiße Schokolade bestellen würde und dazu ein Stück von der herrlichsten Torte, die ich seit langem in einem Cafe zu mir genommen habe. Vielleicht würde ich sogar einen Brief schreiben, wenigstens aber eine Karte. Es wäre bestimmt gemütlich warm in den niedrigen ineinanderverschachtelten Räumen, die soweit wie möglich an das ursprüngliche Ambiente von vor 100 Jahren erinnern mögen. Was ihnen auch gelingt.

Nichtzuletzt durch die freundliche Bedienung fühlte ich mich mitsamt meinen beiden Töchtern gastlich aufgenommen und wohl umsorgt. Das Warten auf einen leeren Tisch – zu bestimmten Zeiten eher die Regel als die Ausnahme – hatte sich gelohnt. Die Torten und Kuchen waren so gut, mit fein aufeinander abgestimmten Zutaten, die einen mehr schmecken lassen als nur süß, dass ich es am liebsten nicht bei einem Stück hätte bewenden lassen. Besonderes Lob gab es für die heiße weiße Schokolade und auch das Eis war gut: cremig, ohne künstliches Aroma.

Meiner Liebe zu Kaffeehäusern konnte ich in Berlin noch nie so recht frönen. Mittlerweile kenne ich Orte, an denen es guten Kuchen gibt, es gibt nette Kneipen und andere Restaurationen, in denen ich mich gern und lange aufhalten mag. Cafe ist keines dabei. Manchmal habe ich Idyllen im Kopf. Eine davon ist es, einen langen Ostseestrandspaziergang zu machen, warm eingepackt den kalten Wind um die Nase pusten zu lassen und dann an der Strandpromenade von Bansin im Cafe Asgard einzukehren, in einen kuschligen Sessel sinken lassen,…

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Das Motto passte in zweierlei Hinsicht: erstens ist ein wichtiges Nebenmotiv der penetrant anhaftende Geruch des Schweinebauern Finn und zweitens beruht der ganze Plot mit seinem Witz und seinem Charme auf der gerade gewesenen Lottoziehung und dem darauffolgenden gerade vergangenen Leben des Jackpot-Gewinners. Gesehen haben wir gestern abend zum wiederholten Mal und immer wieder gerne (ich) Waking Ned Devine. Ich schätze richtig komische Filme, mit Szenen, die mich in einen hilflosen Lachkrampf verfallen lassen, auch eine Art von Katharsis. Eine davon ist jene, in der der Vertreter der National Lottery dem großartigen David Kelly die Höhe der Gewinnsumme eröffnet.

Da es dieser „Besuch aus der Stadt“ in Gestalt des Lotterievertreters ist, der die weitere Entwicklung der Geschichte bestimmt, übernimmt dieses Motiv die Vorgabe für den nächsten Filmabend. Müssten nicht Austen-Verfilmungen von solchen Besuchen strotzen?

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