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Archive for Januar 2011

Das Motto passte nicht nur zum gestrigen – regulären – Programm unseres dienstäglichen Filmabends, sondern unbeabsichtiger Weise auch zum Gastfilm: Shut Up and Shoot Me ist eine schwarze Komödie, ein bis dahin ungesehener, charmanter Mix aus osteuropäischem Fatalismus und britischer Exzentrik. We were amused.

Regulär und wie immer passend zur Vorgabe sahen wir gestern Nói albínói, den ersten und gleich absolut empfehlenswerten isländischen Film unserer Reihe. Langsam, eindringlich, ohne große Worte. Lakonisch trifft es vielleicht am besten, so hatte ihn der liebe Freund angekündigt. Und immer wieder gab es Szenen zum Lachen. Aber nicht nur.

Die größten Worte im Film stammen wohl von Kierkegaard (auf Grund derer der ortsansässige Buchverkäufer das Buch in den Mülleimer wirft) und ein Teil davon bildet die – ich nenne es mal ‚Herausforderung‘ fürs nächste Mal: „Erhänge Dich und Du wirst es bereuen“. Ich denke, Hilfestellung kann nicht schaden.

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Winterwunderland

Am Samstag geht’s dahin, wo das Rind herkommt

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Für eine ganze Woche. Zum Bergrunter-Skifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Schlittenfahren, Winterwandern bei hoffentlich genauso viel Schnee wie im letzten Jahr.

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Die Große geht zur Disko. „M-Disko heißt das doch wohl,“ sagt der 20-jährige Cousin. Dabei ist sie doch noch gar nicht in der Mittelstufe. Ich habe sie gerade verabschiedet: man trifft sich vorher bei einem der Mädchen, um sich gemeinsam zurechtzumachen. „Aber nicht den knallroten Lippenstift, okay?“ „Nein, natürlich nicht.“ Und wenn, ich wüsste es ja doch nicht. Sie übernachtet bei einem der Schulfreunde, mit dem sie quasi aufgewachsen ist. „Bis morgen, hab viel Spaß,“ sage ich. Ich freue mich mit ihr und es tut auch nur ein klitzekleines Bisschen weh, wenn das Küken fliegt ohne sich umzusehen.
Zeit mal wieder La Boum zu gucken. Diesmal aus der anderen Sicht.

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Ich glaube nicht an gute Vorsätze fürs Neue Jahr. Das hindert mich nicht daran, welche zu haben. Ich möchte und habe vor:

1) nicht ständig woanders zu sein, zumindest in Gedanken, dann weiß ich vielleicht eher, wohin ich meinen Schlüssel gelegt habe.

2) eine Lohnarbeit zu finden, die Geld nicht jedes Monatsende zum Thema werden lässt.

3) Frust, schlechte Laune, Ärger, Wut oder Angst mit Bewegung aus dem Konzept zu bringen.

4) wieder mehr ins Kino zu gehen, bevorzugt mit dem geliebten Mann, zur Not auch alleine.

Der Januar gilt als Vorbereitungszeit für die Umsetzung.

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Mir, das heißt, unserem Haushalt ist ein eigenartiges Kochbuch zugeflogen: Aus Liebe zum Landleben. Kochen & Essen. Was die Natur und das bäuerliche Leben zu bieten haben. von Barbara Rias-Bucher. Oha.

Nun ist es so, dass ich einerseits keine große Affinität zum Landleben habe. Die Vorstellung, auf dem Dorf zu leben birgt für mich mehr Schrecken als die Idee, z.B. nach Tokio oder Los Angeles zu ziehen. Obwohl ich weder auf das eine noch auf das andere scharf wäre. Aber das steht ja Gott sei Dank auch nicht an.

Einerseits. Andererseits spricht mich mit zunehmendem Alter Natur an. Stille, gute Luft, Platz, Horizont. Und ich habe eine Affinität zur Idylle, zu bestimmten Arten von Idylle. Auf dieser Klaviatur spielt dieses Kochbuch meisterlich: mit Bildern und Texten, die nicht nur eine Saite in mir erklingen lassen, sondern ein ganzes Orchester. Begriffe wie Wintervorrat, Brotbacken, ‚Die Ernte ist eingebracht‘, ‚Die kürzeste Nacht des Jahres feiern‘ führen direkt am Verstand vorbei in die Tiefen meiner Sehnsüchte und Träume und lassen mich in die sorgenfreieren der Astrid-Lindgren-Szenarien hineindenken. Ich möchte Kind in Lönneberga sein, oder in Bullerbü. Oder halt tüchtige Hausfrau, zumindest was das Kochen angeht.

Das Geschmäckle dieser Ideologie hat der Verstand natürlich erfasst; aber er hat hier ja wie gesagt nichts mitzureden.

Trotz all dieser Freude hätte ich wohl bald das Interesse an dem Buch verloren, zumal es nicht unser erstes oder gar einziges Kochbuch ist. Aber – die Rezepte sind äußerst ansprechend. Regional, saisonal sowieso. Nicht raffiniert, sondern stark auf die Qualität der einzelnen Zutaten fokussiert. Und immer wieder ungewöhnliche, mir fremde Zubereitungsarten einer eher deftigen Geschmacksrichtung. Dabei wird in den Beschreibungen oft Raum für eigene Variationen geschaffen, eher eine Richtung vorgegeben als ein punktgenau abgerechnetes Mengen- und Ablaufschema geliefert.

Nur selten möchte ich aus einem Kochbuch gleich so vieles nachkochen. Eine gebackene Kalbshaxe, die vorher gekocht wird. Salzige Dampfnudeln. Semmelschmarren mit Speck. Gebratene Tomaten mit Spiegelei. Ein Quittengratin mit Pfeffer als Nachtisch mit Eis, oder als Beilage zu Wild. Quarknocken mit Mohnbutter. Maultaschen mit Roter Bete. Vermutlich werde ich Abstand davon nehmen, schwarze Nüsse herzustellen, Quark selbst zu machen oder Sauerkraut einzulegen. Ich denke aber wohl darüber nach, im nächsten Herbst Hagebutten für selbstgemachtes Mark zu sammeln und mich auf die Suche nach einem Berliner Fleischer zu begeben, der mir Schweinsfüße und -schwänze für eine Knöcherlsulz zur Verfügung stellt. Und wenn ich viel Zeit habe, beschäftige ich mich eventuell doch noch mit Sauerteig oder pflanze auf dem Balkon Kapuzinerkresse und lege die Knospen als falsche Kapern ein.

Sobald ich ein paar Rezepte ausprobiert habe, melde ich mich wieder.

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Als Teenager habe ich eine Weile alle Filme aufgeschrieben, die ich je im Kino gesehen habe. Irgendwann habe ich aufgegeben, ich würde sie nicht mehr zusammen bekommen. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich exzessiv ins Kino gehe, ich liebe es mehr als Theater, Kabarett oder Konzerte. Ich könnte ohne Probleme viermal die Woche gehen.

Ich brauche mal wieder Kino satt, bis ich keine Lust mehr habe. Jedenfalls habe ich mir auch das fürs neue Jahr vorgenommen: dieser Leidenschaft wieder stärker zu frönen. Mir die Zeit zu nehmen. Es möglich zu machen. Am liebsten mit dem geliebten Mann, aber das ist noch komplizierter zu bewerkstelligen.

Jedenfalls freut es mich zu berichten, dass ich in den letzten drei Wochen dreimal im Kino war:
– Small World mit Gerard Depardieu: war nett, wie immer grandios gespielt, hat mich überhaupt nicht an die literarische Vorlage erinnert, was nicht per se ein Problem ist. Ich dachte nur, der Schwerpunkt liegt eher auf dem ungewohnten Umgang mit der Krankheit und nicht so sehr auf der verwirrten Familiengeschichte.
– Ein Mann von Welt: was ich erwarte von modernem skandinavischen Kino. Unaufgeregt, witzig, echt. Unsentimental. Ist die Botschaft, dass Töten eine richtige Lösung sein kann, wenn es den Richtigen trifft? Ich weiß es nicht…
– Drei: hat mich tief berührt, phantastisch gespielt, eine nicht einfache Lösung angedeutet. Ich liebe Sophie Rois und ihre Stimme. Eine herrliche Anfangssequenz und ein Zitat, das ich nicht verraten werde, sonst kann ich ja es nicht selbst einsetzen.

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Auf dem Weg zum Auto. „Eigentlich mag ich gar nicht mehr Euch.“ Sagt die Dreijährige. „Wie bitte?“ „Eigentlich mag ich nicht mehr EUCH.“ Geht es jetzt darum, dass wir nicht länger im Frühlingswind auf dem Spielplatz ausgeharrt haben? Oder ums Eingemachte?

„Was meinst Du denn damit?“ „Ich mag lieber andere Eltern haben.“ So, jetzt kommts. „Und wieso?“

„Mir ist langweilig mit Euch.“ „…? Ach so. Hm. Na ja.“ Schweigen. „Woher sollen wir denn jetzt andere Eltern für Dich nehmen?“ „Ich weiß nicht, vielleicht nehmen wir welche ohne Wohnung?“

Das wäre zumindest für eine Weile sicher weniger langweilig. Aber ich denke, das Kind muss lernen, dass es nicht alles haben kann.
(Anmerkung: vermutlich – nein, was sage ich – hoffentlich handelt es sich um Nachwirkungen der Weihnachtsgeschichten: Maria und Josef, die Unterkunft, der Stall. Sie wissen schon. Alles ziemlich spannend. Viel spannender als Charlottenburg.)

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Eigentlich wollte ich die Finger lassen von den Filmen meiner Kindheit und Jugend. Oder wenn schon, dann alleine anschauen. Das ist nicht so peinlich wie ein unsägliches, 12-16-jährige aus verschiedensten Gründen beeindruckendes MachWerk den Dienstagscineasten vorzuspielen, die bedeutungsschwangere Stille nach dem Film und die hochgezogenen Augenbrauen ertragen zu müssen. „Aha.“ Ist so ein vernichtendes Urteil. Oder: „Hm.“ Beim Alleinschauen bleibt einem noch die Nostalgie oder in schweren Fällen wenigstens nur die eigene Enttäuschung.

„Eigentlich“ heißt, so ganz kann ich die Finger aber nicht von alten Lieblingsfilmen lassen. Die Neugier ist zu groß und die Einschätzung der eigenen intellektuellen Reife zu allen Lebensphasen trotz gegenteiliger Erfahrungen hoch. Es ist geglückt letzten Dienstag: endlich, endlich, endlich habe ich wieder einmal einen meiner Langzeitfavoriten schauen können. Ich habe den Herren die ultimative Lebensrettung und Hymne an das Leben an sich kredenzt: Harold and Maude. Mal wieder Cat Stevens gehört und uns gefragt, was wohl aus Yussuf geworden ist. Nachgeguckt, welche Filme Ashby noch gemacht hat, wo Ruth Gordon noch mitgespielt hat. Gelacht und ein bisschen geweint. Ich würde ihn jederzeit wieder anschauen. Und nein, ich finde ihn nicht kitschig und nicht überholt.

Nächste Woche gibt es ein Gastspiel, d.h. zu Gast sind eine Freundin und einer ihrer Lieblingsfilme („Damit da auch mal was Tschechisches gezeigt wird, bei Eurem Filmabend.“) und die Woche darauf zeigt der liebe Freund was zum Thema „Zeit zu gehen“. Any suggestions?

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Ein Buch ist ein wunderbares Geschenk. Auch wenn in unserem Haushalt schon zwei oder drei vorhanden sind, freue ich mich, wenn ich eines bekomme. Oder auch mehrere. Dass ich leider gar nicht mehr so viel zum Lesen komme, wie früher, als ich noch täglich mit mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs war, tut der Freude am neuen Buch keinen Abbruch.

Nach Weihnachten entsteht meist ein kleiner Stapel, von dem ich übers Jahr zehre, und der am Geburtstag aufgestockt wird. So auch dieses Jahr. Nur eines hatte ich schon (und mochte es, also Geschmack getroffen), und eines schon mal angefangen, aber nicht wegen Nichtgefallen wieder weggelegt und zurückgegeben.

Eines ist schon unterwegs...

Der Stapelinhalt:

Johannes Tralow Roxelane
Melinda Nadj AbonJi Tauben fliegen auf
Nicola Förg Tod auf der Piste
Simone Frieling Im Zimmer meines Lebens: Biografische Essay über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetajewa u.a.
Tom Rob Smith Kind 44
Saša Stanišić Wie der Soldat das Grammophon repariert
Milijenko Jergović Buick Rivera
Keith Richards Life
Martin Suter Der letzte Weynfeld

außer Konkurrenz:
Johanna Maier Mein Kochbuch

Vermutlich lese ich nicht alle hintereinander, manchmal vielleicht zwei auf einmal. Gespannt bin ich auf alle.

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Ich weiß es zu schätzen, wenn in einem Restaurant die Portionen so bemessen sind, dass ich nach Vorspeise und Hauptgericht noch Lust auf Nachtisch habe. Ich mag Nachtisch und ich mache gern Nachtisch.

Meistens nach Rezept und Intuition: ich habe gut funktionierende Rezepte für Mousse au Chocolat, Panna Cotta mit Kompott – egal von was, Quarkmousse mit Heidelbeersauce, Tiramisu. Letzthin ist ein Mandelkuchen mit Gewürzkompott zum Portfolio gestoßen und direkt aufgenommen worden. Die Crème brûlée meiner Mutter wird leider immer in zu kleinen Einheiten offeriert, so dass ich nicht auf das nächste Mal warten möchte und mich selbst daran versuchen werde. Allerdings eher mit Rezept als mit Intuition.

Freunde brachten zu den üppigen Schnittchenplatten an Silvester einen Obstsalat, der köstlich und ungewohnt war: alles war ganz klein geschnitten, was für eine fast schon musige Konsistenz sorgte, farblich, geschmacklich und stofflich kontrapunktiert von knackigen Granatapfelkernen, Cranberries und Sonnenblumenkernen. Weiteres Überraschungsmoment: Dattelstückchen.

Aber so lecker, wie er war: nach mehreren Schälchen für alle und der Hälfte wieder mit nach Hause gegeben wirkte die Mengenlage unverändert. So schade drum, aber die Vorstellung von einem weiteren Schälchen Obstsalat mit Sahne hatte am nächsten Tag klar an Attraktivität eingebüßt.

Die Rettung: Trifle. Trifle ist das Dessert für ohne Rezept, wenn man das Prinzip verstanden hat: Keks, Flüssigkeit, Frucht, Creme. Und dann nochmal von vorn. Je nachdem am Schluss eine Mandelblättchendecke. Oder was halt so passt zu dem, was da geschichtet ist. Ich habe für das Wintertrifle mal schnell Biskuitboden gebacken, weil ich keine Löffelbiskuits im Haus hatte. Also 120 g Mehl und 1 Teel. Natron gesiebt, 3 Eier mit 120 g nacheinander zugegebenem Zucker relativ lange gerührt (ca. 5 – 6 min), Mehl mit Löffel untergearbeitet und aufs mit Backpapier belegte Blech fließen lassen, gebacken, bis er hellbraun war. Da ich weiter nichts mit dem Biskuit vorhatte, habe ich es nicht sehr genau mit ihm genommen.

Dann am schönsten in eine Glasschüssel: erst den Boden mit Biskuit auslegen, darauf Obstsalat, der genug Flüssigkeit zog, dass ich auf eine gesonderte Zugabe von Saft oder z.B. Orangenlikör verzichtete, darüber dann die Creme gestrichen, die ich aus Vorhandenem flugs zusammengerührt hatte: bisschen Schlagsahne halbsteif geschlagen, Orangenjoghurt, Quark der mittleren Fettstufe. Ganz wenig Vanillezucker. Und dann nochmal: Biskuit, Obstsalat, Creme. Die Mandelblättchen obendrauf habe ich wegen der Sonnenblumenkerne weggelassen. Eine Stunde mindestens ins Kühle, zum Durchziehen und Festerwerden.

Was soll ich sagen? Nachtische liegen mir irgendwie. War ein würdiger Abschluss für ein Obstsalatleben. Würde ich sagen.

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