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Archive for August 2011

Es stimmt. Das Motto habe ich nur halb erfüllt, wenn man so will. Oder gar nicht. Mir war nicht mehr bewusst, dass Johnny nicht bedient in diesem Film, sondern kocht. Abgesehen davon hatte ich Gelegenheit einen meiner Lieblingsfilme zu zeigen, Frankie and Johnny, eine spröde Liebesgeschichte im nicht so glamorösen New York.

Im von Griechen geführten Diner Apollo Cafe treffen die Bedienung Frankie, enttäuscht vom Leben im Allgemeinen und der Liebe im Besonderen und Johnny, der frisch aus dem Knast entlassen seine Familie an einen smarten Vorstadtdaddy verloren hat, aufeinander. Al Pacino und Michelle Pfeiffer als einsame working class-Charaktere zeigen alles, was sie können – und das ist tatsächlich eine Menge. Die Dialoge sind witzig und charmant, am Kitsch driften Handlung und Interaktion der Akteure immer wieder gekonnt vorbei.

Ist das Ganze denn nicht auch ein bisschen gefühlsduselig? Haben wir hier nicht auch ein Gutteil Märchen? Hallo, liebe Leserschaft, wir sind in Hollywood. Natürlich haben wir hier auch ein bisschen Märchen. Ist das schlimm? Nö. Finde ich nicht. Fanden übrigens auch die Mitgucker nicht.

Das imagepflegende „Schon sehr sentimental-“ und „Klischeebeladen“-Gebrumme des einen wurde Lügen gestraft durch die unerwartet sanfte Reaktion auf meine Themaverfehlung: „naja, halb getroffen hast Du ja“, ebenso wie durch das respektvolle Abwarten des Nachspanns, an dem sich in unserer Runde übrigens oft der Grad des Beeindrucktseins vom gerade Gesehenen ermessen lässt.

Für nächste Woche lautet das Thema „Soul Kitchen“, und wenn der liebe Freund was Schönes über Seelenwanderung oder Seelenverwandtschaft findet, so darf er das zeigen, hat er ja dann bereits die Hälfte des Mottos erfüllt. Aber wie ich ihn kenne, schafft er wieder einmal die 100%.

PS: Zu essen gab es Ofengemüse mit Joghurtsoße, wobei mir das Gemüse leider verschmurgelte. Aber das wurde wettgemacht durch den echt gelungenen Zwetschgendatschi mit Streuseln zum Nachtisch. Wobei wir wieder bei den 100% wären.

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…aber auch: „Auferstanden von den Toten“…
Mann, ich bin schon wieder hinterher mit dem Berichten. Das lag mit daran, dass der gerade vergangene Filmabend auszufallen drohte, worauf ich mich im Schreibtischsesselchen zurücklehnte und mir dachte, ha, dann hast Du ja noch eine Woche, um etwas Kluges und Unterhaltsames über Hitchcocks North by Northwest – besser bekannt unter Der unsichtbare Dritte – zu schreiben. Dann fiel er aber doch nicht aus, und jetzt muss ich auch noch über mein erstes Achternbusch-Erlebnis resümieren.

Doch alles von Anfang an: Der liebe Freund zeigte zum Motto „Namen sind Schall und Rauch“ treffend den Hitchcock-Klassiker North by Northwest, für mich ein weiteres Wiedersehen mit dem kongenialen Cary Grant. Einig über die Größe des Meisters und die Güte des Werkes verloren wir danach nicht viele Worte, erinnerten uns gerade noch gegenseitig an das überaus komische Nachspielen der Flugzeugszene in Arizona Dream.

Erst am nächsten Morgen geriet ich mit einem weiteren lieben Freund, der zu dieser Zeit bei uns zu Gast war und daher auch am Abend vorher mitgeguckt hatte, in eine Diskussion über Nachvollziehbarkeit, Zeitgeist und den merkwürdigen Bruch in der Darstellung der weiblichen Hauptfigur, die sich von der starken, coolen, selbstbestimmten Agentin im Lauf des Films immer mehr in das nur durch die Ehe ihre Vollwertigkeit erlangende Weibchen verwandelt, als ob Hitchcock den zu freizügig und emanzipiert dargestellten Charakter zu Beginn des Films zurücknehmen wollte oder musste?

„Auferstanden von den Toten“ hieß die Vorgabe fürs nächste Mal und ließ nicht unbedingt auf eine leichte, frohsinnige Komödie hoffen. Zurecht. Zuerst einmal bin ich dankbar, dass auch der geliebte Mann sich nicht über meine tiefgehende Abneigung gegen Horror und Grusel hinweggesetzt hat, indem er uns mit einem „Zombiestreifen“ beglückt. Und zum zweiten war es natürlich allerhöchste Zeit, einmal Achternbusch kennenzulernen, ein Zusammentreffen, um das ich mich bis jetzt erfolgreich gedrückt hatte.

Gute Freunde sind wir nicht geworden, der durchgeknallte schwer verdauliche Bayer und ich, dazu war mir Das Gespenst zu abgedreht. Und ja, ich habe es auch nicht ganz bis zum Schluss mit offenen Augen durchgehalten, aber behaupte dennoch, nichts Wesentliches verpasst zu haben. Anstrengend fand ich es, gelegentlich zum Lachen reizend. Und unerwarteterweise nachhaltig. Der Film blieb bei mir über die nächsten Tage, seine Bilder, die Stimmen, ein paar Gedanken. Ich muss ja nicht mit allen, die mir etwas zu sagen haben, befreundet sein…Der Film wurde übrigens 1982 von der FSK nicht freigegeben (Neuprüfung: ab 12), in Österreich ist er bis heute auf dem Index.

Das zuerst scherzhaft geäußerte Motto „Der Ober und die Oberin“ habe ich angenommen – mit einem ganz bestimmten Film im Sinn. Aber wenn Ihnen etwas dazu einfällt…!?

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