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Archive for September 2011

Die Menge der Filme, die sich um dieses Thema drehen, geht gegen unendlich. Und wenn man dann noch Rache als Nebenmotiv dazu nimmt….Und dann noch die Tipps von Ihnen, liebe LeserInnen, die ich ja oft gerne aufgreife.

Dieses Mal habe ich mich aus den folgenden Gründen dagegen entschieden: der Blixa-Bargeld-Film hat sich mir nicht wirklich empfohlen, Festen kennen die beiden Cineasten zu gut, ich habe eine Tarantino-Abneigung vermutet, die sich nicht (mehr) bestätigt hat und irgendwie war mir nicht nach zu viel Gewalt – ich finde mein eigenes Leben im Moment anspruchsvoll genug, ich mag meine Seele Sinne augenblicklich nicht mit Hässlichkeiten belasten. Aber einige Vorschläge habe ich gespeichert für Zeiten, in denen mir nicht mehr so nach Besänftigendem zumute ist.

Was mich in dieser Verfassung geritten hat, ausgerechnet Die Spaziergängerin von Sans-Souci auszusuchen, weiß ich nicht. Das Thema wühlt auf, die Darstellung der SA-Bande, die über Vater und Sohn herfällt, dem Jungen das Bein bricht und den Vater erschießt aus purem Spaß an der Freud‘ hilft nicht dabei, einen positiven Ausgleich zu den Unbillen des täglichen Lebens zu schaffen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Rache nicht so der Stoff für Komödien ist.

Der Film, der mich vor langen Jahren tief beeindruckt hat, hat seine Schwächen. Er ist nicht rund, führt nicht überzeugend zu Ende. Der Gute, zurecht Rächende, erhält für Mord 5 Jahre auf Bewährung. Ich persönlich mag das als befriedigend empfinden, aber weit ist es dann nicht mehr zur Legitimierung der Todesstrafe.

Nicht zuletzt irritiert mich die Frauenrolle(n) der nur Privaten, nur Liebenden, nie Politischen. Derjenigen, die dafür sorgt, dass sich der im Dienst der guten Sache überarbeitete Geliebte erholt, die beim gesellschaftlich relevanten Abendessen als Schmuckstück an seiner Seite fungiert, ihm für die zweitrangigen, aber immerhin Vergnügen versprechenden Liebesdienste zur Verfügung steht.

Die bereits auf dem Weg vom Flughafen ins Hotel zum Warten geschickt wird, während er, der politische, bereits zur ersten Unterredung auf dem Flur abgepasst wird. Die die französischen Antifaschisten völlig selbstbezogen und unpolitisch darum bittet, den geliebten Mann zu befreien, weil sie ohne ihn nicht sein kann.

Gibt es so etwas nicht? Doch, bestimmt. Aber in diesem Film scheint es, als sei das eine das naturgegeben männliche und das andere das naturgegeben weibliche Prinzip. Vielleicht hat sich seit Beginn der Achtziger doch was geändert. Sogar zum Guten, oder wenigstens Besseren.

Die Kussszenen: allesamt abstoßend. Komplett unerotisch.Ein Aufeinandergedrücke und Herumgeschiebe von Mündern, Lippen, wahrscheinlich Zungen, eventuell auch Zähnen. Brrr.

Das Essen: mit Bulgur, Schafskäse und Linsen gefüllte Zucchini, Apfelkuchen. Zucchini: umstritten. Apfelkuchen: aufgegessen bis auf ein Stück.
Das Motto fürs nächste Mal: „Alles aus Liebe“. Weil wir Frauen halt nun mal so sind.

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Ein adäquates Essen hätte es vor dem dienstäglichen Filmgucken kaum geben können: so wie ich den an ein Veto grenzenden, dringlichen Wunsch geäußert habe, bei der wöchentlichen Auswahl für den Filmabend das Genre der Horror- und Gruselfilme auszusparen, möchte der liebe Freund beim vorhergehenden Abendmahl keinerlei fleischliche Zutat auf dem Teller vorfinden.

Wenn man die Vorgabe eher in einem erotischen Zusammenhang verstehen mag, dann hätten sich natürlich Möglichkeiten ergeben: Spargel, Artischocken, Ingwer oder andere Speisen, denen gemeinhin Lustempfinden steigernde Eigenschaften angedichtet zugesprochen werden. Da ich zwar für die Kulinarik, aber nicht fürs Kino zuständig war, wusste ich gar nicht, in welche Richtung es geht und habe deshalb weiter daran keinen Gedanken verschwendet. Es gab einen soliden gemischten Salat zur Vorspeise, zum Leidwesen der großen Tochter mit Ei, und sehr gelungene Zwetschgenknödel zur Haupt- und gleichzeitig Nachspeise. Das Rezept dazu stelle ich auf Wunsch einer guten Freundin baldigst ein.

Die Filmauswahl folgte dann tatsächlich der erotischen Auslegung. Ich war dankbar, mich weder mit dem in furchtbarer Erinnerung gebliebenen The Cook, the Thief, his Wife and her Lover noch mit dem verstörenden La grande bouffe (Das große Fressen) konfrontiert zu sehen, die ich übrigens hintereinander einmal vor langen Jahren in einer langen Filmnacht des damals einzigen Augsburger Programmkinos gesehen und erlitten habe.

Verstörend ist die katastrophale Geschichte einer Leidenschaft in Bitter Moon von Roman Polanski allerdings auch. Und faszinierend. So faszinierend, wie die beiden Liebenden füreinander, im Positiven wie im Negativen, und so faszinierend wie die beiden für den verklemmten jungen Engländer – hervorragend dargestellt von Hugh Grant – sind, der ihnen und ihrer zerstörerischen Erzählung in der klaustrophobischen Enge eines Kreuzfahrtschiffes ausgeliefert ist, weil er nicht mehr von ihnen lassen kann. Obwohl ich den Film nicht zum ersten Mal gesehen habe, blieben seine Bilder noch einige Tage bei mir.

Die Vorgabe war gut erfüllt und nun ist die Reihe wieder an mir: „Mein ist die Rache.“ Scheint einfach. Oder?

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Ein glücklich machender Morgen sieht so aus: die Sonne scheint, es ist warm und der Feuchtigkeitsgrad der Luft ist nicht wahrnehmbar. Wenn die nächsten Wochen so bleiben, dass die Sonne wärmt ohne zu brennen und es nur nächtens regnet (für die Pflanzen und so), dann wäre ich unter Umständen bereit, die Mangelhaftigkeit des vergangenen Sommers zu vergessen.

Weiterhin: auf dem Weg vom Kindergarten schnell auf dem Markt am Klausener Platz fürs Abendessen eingekauft, und der Versuchung nachgegeben, mich auf einen Milchkaffee ins zauberhafte Cafe Reet zu setzen. Dort habe ich konzentriert und effizient in 20 Minuten die Struktur eines Textes erarbeitet. Das Ergebnis ist gut, ich fühle mich beflügelt und gleichzeitig entspannt. Eventuell wäre es zu erwägen diese Freiheit der selbständig Tätigen stärker auch in angestellte Arbeitsverhältnisse zu integrieren?

Und: ich liebe den Kiez, in (oder neben) dem ich nun schon anderthalb Jahre wohne. Jedenfalls an einem Tag wie heute.

Dieser Dienstag wird vermutlich nicht schief gehen.

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Dieses Mal fange ich gleich mit dem Essen an. Es gab nämlich – vom geliebten Mann zubereitet – eines der erstaunlichsten vegetarischen Gerichte, die ich kenne. Erstaunlich ist es, weil ich nie so etwas Gutes erwartet hätte, wenn man mir „Kartoffel-Möhren-Pfanne“sagt und weil es schmeckt, als ob Fleisch drin wäre. Ist es aber nicht, in keiner Form. Drin ist relativ viel Fett guter Qualität und verschiedener Art, was das Ganze zwar nicht gerade zu einem leichten Abendessen macht, aber dafür eben sehr, sehr gut schmecken lässt. Erstaunlich gut.

Vorher ein bisschen Bruschetta, danach ein sahniger Apfel-Brombeer-Quark: was will man mehr? Vielleicht einen guten Film, in dem es auch ums Essen geht. Ums Essen, Zubereiten, Kochen. Um die idealen Zutaten, das ideale Zusammenspiel, die ideale Atmosphäre. Um Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit. Um Seele und Küche halt. So wie in – juhu, endlich die richtige Gelegenheit, den Film kennenzulernen, von dem ich schon so viel gehört hatte, und ja, nur Gutes – Tampopo.

Ein großartiges Werk, hat es hervorragend zum Essen gepasst und das Thema war natürlich mal wieder so was von getroffen. War aber auch leicht. Pfft. Aufregend wird es nächstes Mal und wir werden sehen, inwieweit ich dann hier berichten kann und werde, wenn es um „Fleischeslust“ gehen wird. Ich ahne Schreckliches und Wunderbares. Mal sehen wofür sich der Mann entscheidet. Anmerkungen?

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