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Archive for Mai 2012

Ein Feuerwerk der Großartigkeit: nach dem immer wieder sehenswerten Klassiker der letzten Woche führte Bullets over Broadway tatsächlich zu einigem, was erstaunlicherweise hinter den Kulissen passiert und bescherte ein freudiges Wiedersehen mit Woody Allens Schaffen, einer weiteren alten – cineastischen – Liebe von mir. Aus Angst vor Enttäuschung wage ich mich weder mehr so richtig an seine früheren noch an seine neueren Filme heran; wie der gestrige erneut gezeigt hat, zu Unrecht.

In schnellen und witzigen Dialogen entlarvt der Film ohne zu verletzen, die Story ist hanebüchen und höchst amüsant, die Figuren allesamt skuril und überzeichnet, aber gut. Eine grandiose Besetzung von John Cusack über Marie-Lousie Parker, Rob Reiner, Tracey Ullman zu Jim Broadbent in der Rolle des „compulsive eater“, der mir so bekannt vorkam, dass ich nachsehen musste, dass ich ihn aus einer zugegebenermaßen völlig anderen Rolle in Another Year kenne. Erstaunen.

Vorher gab es wieder Spargel, mitgebracht vom Wochenendausflug in einen der Herkunftsorte. Ich fand ihn gut, andere schienen keinen Gefallen an der eher weichen Konsistenz zu finden. Geschmackssache. Die Hollandaise fand ich hervorragend, dieses Mal auf der Grundlage einer Reduktion mit Schalotten, Estragon, Weißwein und Essig, perfekte Konsistenz. Der Rhabarberkuchen funktioniert mit der halben Teigmenge auch in der Springform. Die dickere Eiweißschicht ist nicht so knusprig wie letztes Mal, aber auch kein Gummi. Juhu. Die trotz gegenteiligen Rats verwendeten Haselnüsse (ich hatte nichts anderes da) fand ich nicht so störend wie die Ratgeberin, aber ja, Mandeln sind besser.

Der nächste Filmabend liegt in etwas Ferne, so dass ich genug Zeit habe, ausgiebig zu überlegen, was ich den Mitguckern zum Thema „The A real artist“ kredenzen möchte. Da gibt es ja nun so einiges, nicht?

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Manchmal scheint die Welt in tausend Stücke zu zerbröseln. Es beginnt mit kaum bemerkter Auflösung am Rand, dann löst sich plötzlich ein Brocken mit Getöse. Bald zeigt sich, wie fragil das Ganze ist und plötzlich ist die Angst da vor der vollkommenen Auflösung, vor einem Rutsch – ohne Ende, ohne Ausblick. Nichts zum Festhalten, scheinbar. Hoffentlich ja doch. Vielleicht aber nicht.

Ich mag das nicht.

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Einen Vormittag lang in Ruhe Essen vorbereiten.

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Was soll ich sagen? So sehr die Essenz eines Mottos zu treffen ist fast schon unschicklich, lässt es doch die Versuche der Mitschauer bzw. vor allem meine Versuche, die Vorgabe für die Filmauswahl einigermaßen zu erfüllen, recht dilettantisch aussehen.

Der liebe Freund zeigte einfach den Klassiker, wenn es ums Thema geht: Ernst Lubitschs To be or not to be. Dazu gibt es nicht viel zu sagen außer: einer der besten, nicht nur im Zusammenhang mit dem Motto, und an einem guten Datum, dem 8. Mai (Tag der Befreiung), gezeigt. Puh, der Standard muss jetzt erst mal wieder erreicht werden, vielleicht beim nächsten Mal, bei „Hinter den Kulissen“?

Über das gestrige Essen mag ich auch nicht viel sagen, dieses Mal aus einem anderen Grund: während die Vorspeise einfach und fast nicht zu verderben war – die Panzanella war gut, die in Salz eingelegten schwarzen Oliven kommen bei den Mitbewohnerinnen unter 40 Jahren nicht an -, muss ich den ersten Versuch mit der neu geschenkt bekommenen Tajine unter gemachte Erfahrungen abspeichern. Die hoffentlich nur besser werden können.

Was ich gemacht habe? Ingwer und Knoblauch in Olivenöl angedünstet, am Ende kurz Cumin und Safran dazu, dann Kartoffelwürfel, Möhrenscheiben, grüne Bohnen, Zwiebelachtel, Zucchinoscheiben, Paprikastücke und Tomatenachtel geschichtet, Tasse Gemüsefond angegossen, zugemacht und eine gute Stunde gegart.
Was kam heraus? Verkochte Kartoffeln, zähe Bohnen, harte Zwiebeln, alles relativ geschmacklos, weil die Gewürze (vielleicht zu wenig?) nur in die Kartoffeln eingesogen sind und den Rest nicht erreicht haben. Geschmeckt haben die Zucchini und die Kartoffeln, der Rest nicht.

Vielleicht sind nicht alle Gemüse geeignet? Ist die Gardauer zu unterschiedlich? Habe ich falsch geschichtet? Ratschläge und eigene Erfahrungswerte sind hoch willkommen. Ich persönlich werde es das nächste Mal mit Fleisch und weniger Sorten Gemüse probieren. Mal sehen, wie lange die Versuchspersonen mitspielen…

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Ich wurde schon gerügt: ich hinkte hinterher mit meinem Blog und immer wenn eine gewisse Person die Filme aussuche…Dabei ist das natürlich Quatsch, ich hinke nur ganz selten hinterher und es hat fast nie was mit dem Film oder der aussuchenden Person zu tun, sondern mit dem Leben, das mich nicht zum Schreiben kommen lässt. Das ist manchmal ja auch ganz schön.

Mit dem Film, der vor nunmehr drei Wochen gezeigt wurde, hatte es jedenfalls gar nicht zu tun: My Name is Joe lässt seinen Protagonisten mit dem klassischen Teufelkreis einer Alkoholsucht kämpfen und gehört mit seinem Humor und seiner Menschenliebe zu den Meisterwerken eines Lieblingsregisseurs, Ken Loach. Angesiedelt im täglichen Existenzkampf der nordenglischen ‚working class‘ geht es um die Verhältnisse und was der Mensch daraus machen kann und will; große Fragen um Richtiges und Falsches, um moralisches Dilemma werden aufgeworfen, ohne dass Loach es sich leicht macht mit den Antworten.

„Der Mensch wär lieber gut als roh, doch die Verhältnisse, die sind nicht so.“ ist das daraus legitim abgeleitete Motto und gleichzeitig wohl so oder so ähnlich ein Brecht-Zitat. So klingt es auch in meinen Ohren, kann ich der mir zu brachialen Holzhammermethode des gerühmten Dichters und Dramatikers einfach nicht viel abgewinnen. Doch dies nur am Rand.

Ich habe sehr mit mir gerungen, war bei „Der dritte Mann“ gelandet, bin dann aber in der Videothek über Harlan – im Schatten von Jud Süss gestolpert und habe mich spontan umentschieden. Ein spannender Dokumentarfilm über den Filmemacher, der sein Können im Dritten Reich der Propaganda zur Verfügung stellte, allem voran mit dem Hetzfilm Jud Süss.

Da ist einerseits die Frage des Warum, deren Beantwortung sich die Dokumentation bestenfalls annähert und etwas anderes behauptet sie auch nicht. Zum anderen geht es um die sehr verschiedenartig ausgeprägte Auseinandersetzung der Nachkommen, insbesondere der Kinder und Kindeskinder, mit genau dieser Frage, mit der Rolle und Funktion Veit Harlans für den Nationalsozialismus, mit den Themen der Schuld und der Scham.

Beeindruckend finde ich, dass ich mich von Regisseur Felix Möller zu keiner Sichtweise, zu keinen unumstößlichen Wahrheiten gedrängt fühle, dass mir hier keiner sagt, so ist es richtig, so war es und so muss es sein. Angesichts der Tendenz im Öffentlich-Rechtlichen, Dokumentationen nur noch im Stil von Knopp und Co auszustrahlen, wünsche ich mir, dass sich die Verantwortlichen häufiger damit beschäftigen, wie es auch geht, wie man „Kunst und Politik“ zusammenbringen kann. Das ist dann auch das Motto fürs nächste Mal und ich bin gespannt, was dieses weite Feld hergibt.

PS: zu essen gab es Spargel, Butter und Kartoffeln: perfekt gegart, puristisch, fein; zum Nachtisch Erdbeersahnequarkjoghurt mit Biskuitboden. Nicht schlecht. Gar nicht schlecht.

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