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Archive for August 2012

Das muss ich ja mal sagen: unser Filmabend ist mir tatsächlich sehr ans Herz gewachsen und damit der Dienstag schon fast heilig. Ich bin dankbar und froh, dass es uns eine einzigartige Konstellation, die ansonsten nicht immer nur Vorteile birgt für die jeweilig Beteiligten, erlaubt, unserer Leidenschaft fürs Cineastische nun bereits seit vier Jahren einigermaßen regelmäßig zu frönen. Es sieht nicht so aus, als müsste sich daran in den nächsten Jahren etwas ändern.

Wunderbare Abende sind für mich, wenn ich durch mir Unbekanntes aufs Beste unterhalten werde wie zum Beispiel durch den isländischen Film NÓI ALBINÓI, oder ich großen Gefallen an etwas finde, an das ich mich selbst nicht recht herangetraut hatte, wie die Werke von Lars von Trier oder Ingmar Bergmann. Oder wenn sich ein bekannter Film erneut als einer der ganz Großen entpuppt, geschehen unter anderem bei The Royal Tenenbaums oder To Be or Not To Be. Oder wenn ich mit Kino konfrontiert werde, das eigentlich außerhalb meines Repertoires liegt und mir dennoch gefällt.

Und daher war gestern wieder einmal ein wunderbarer Abend. Der liebe Freund zeigte Total Recall, ein Schwarzenegger-Action-Film, den ich mir nie im Kino angeschaut hätte, geschweige denn würde ich ihn in der Videothek um die Ecke ausleihen. „Kaugummi für die Augen“ nennt er das, der liebe Freund. Da ich Kaugummi nicht so gerne mag, rede ich vielleicht eher mal von Popcorn, das macht auch mehr Krach, so wie der Film auch: Körperteile fliegen durch die Luft, das Blut spritzt, Scheiben bersten zuhauf. Die Guten gewinnen Gott bzw. Schwarzenegger sei Dank.

Ich halte die Gewalt ganz gut aus, weil – ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil es so offensichtlich um Effekte geht, um Inszenierung. Weil die technischen Möglichkeiten des Mediums Anfang der 90er ausgeschöpft werden. Keine Ahnung. Ich fühlte mich gut unterhalten, gelegentlich war die Komik des Films vielleicht eher unfreiwillig, aber wer weiß das schon bei einem trotz allem nicht unsubtilen Regisseur wie Paul Verhoeven? Ein cineastisches Erlebnis allemal.

Zu Essen gab es Bits and Pieces zum Vornewegknabbern: Gemüse mit Dip, Grissini, Salzbrezeln, Scamorza-Kügelchen (Biosnack, naja); Kartoffeln und Bohnen, ein merkwürdiges Abendbrotgericht (hier gefunden), das fast die ganze Familie gerne isst und der liebe Freund noch dazu und Pflaumenkuchen, gut gemeint, aber leider nicht ganz durchgebacken.

Spannend fürs nächste Mal: „Mars macht mobil“. Na, Vorschläge?

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Meine Mutter hat mir letzthin davon erzählt. Es ist so einfach, dass ich mich wundere, nicht selbst darauf gekommen zu sein. Oder es schon mal irgendwo gegessen zu haben. Bei einem Büffet, zum Grillen, als kleines Abendbrot, Vorspeise?

Ergibt eine etwas größere Schale: Zucchinischeiben von 2 Zucchini appetitlich braun braten, ich habe das Olivenöl vorher mit Thymian und Knoblauch aromatisiert. Chili oder Ähnliches dazu wäre sicher gut, fällt bei mir meist wegen der Kinder aus. Die es dann trotzdem nicht essen…

Abtropfen lassen auf einem Küchentuch. Währenddessen Joghurt mit Salz, Knoblauch und einem Hauch Kreuzkümmel anmachen. Gut funktioniert 10%-er aus dem türkischen Supermarkt, kann ich Ihnen sagen. Dann abwechselnd in die Schüssel schichten. In der Glasschüssel sieht es gut aus, in einer anderen schmeckt es nur. Sommeraroma ohne Schnickschnack.

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Um endlich mal diese seit einer Weile so häufig gelesene Wort hier unterzubringen: ich berichte dieses Mal zeitnah vom letzten filmabendlichen Erlebnis. Man muss ja den Ereignissen nicht immer hinterherhecheln. Also, nach sommerlichem Schnuckedöns – noch ein Wort, das ich gerne mal einfließen lassen wollte, dieses Mal, weil’s mir so gut gefällt – wie Brotsalat, gebackenem Schafskäse, frischen Maiskolben, Zucchini-Joghurt-Trifle und Johannisbeer-Crumble zeigte ich zum gegebenen Motto Being John Malkovich.

Der Film ist witzig und sehr skurril, aber begeistert hat er mich nicht. Er schien mir nicht ganz schlüssig, er hat Längen, die Geschichte trägt nicht so richtig über die Spielfilmzeit und vor allem ist er ganz subjektiv für mich nicht von Belang. Nett anzusehen, interessantes Gedankenspiel und dann ist aber auch gut. Ganz schön viel John Malkovich. Oder sonst jemand, der aussieht wie John Malkovich. Oder was jetzt? Naja.

Hätte ich vielleicht doch mal lieber Roberto Benignis La vita e bella oder David Lynchs Blue Velvet gezeigt, aber die waren mir ja zu intensiv oder zu berührend für einen lauen Augustsommerabend und generell. Das habe ich nun von meinem Hang zum eher Komischen und Harmonischen. Life of Brian ist mir leider erst danach eingefallen.

Vielleicht gibt es ja nächste Woche das Kontrastprogramm. „Die Welt mit anderen Augen“ birgt ja einiges an Möglichkeit.

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Mal wieder einen meiner anderen Lieblingsnachtische ohne großen Aufwand gemacht. Inspiration und Mengenangaben: Jamie Oliver, Kochen mit Jamie Oliver (ich muss mein Kind bitten, den in die Liste der völlig unkreativen Titel aufzunehmen).

Für viereinhalb Leute nehme ich 500g Johannisbeeren und dann wird es zuviel. Jedenfalls zu viel zum Aufeinmalaufessen. Aber das macht nichts, Crumble schmeckt mir auch am nächsten Tag noch, kalt.

Für die Menge Obst passt folgende Menge Krümelteig – hergestellt aus: 225 Mehl (gemischt mit Haferflocken oder gemahlenen Nüssen), 115 g Butter, 90 g Zucker. Manchmal mache ich Vanille mit ran, manchmal Zimt. Sonst bin ich bei den Krümeln bisher nicht so experimentierfreudig. Vielleicht kommt das noch.

Das Obst kommt in die Auflaufform, wenn es so saures ist, wie Johannisbeeren, zuckere ich es nach Geschmack. Aber den Geschmack nicht wegzuckern. Das Süß-Sauer-Gleichgewicht kann man mit ein bisschen mehr Zucker im Krümelteig ausgleichen. Oder in der dazugereichten Creme. Oder Schlagsahne. Ich habe gestern den Rest vom 10% Joghurt mit ein bisschen Vanillezucker verrührt. Sehr gut. Je nach Frucht ist auch Quark, Schmand, Creme Fraiche oder Mascarpone denkbar, eventuell auch in Mischungen. Das muss man ausprobieren. Je süßer das Obst, desto mehr Säure darf die Creme enthalten. Sowie andersrum.

Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich auch kulinarisch Sommer mag?

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Mein Gott, schon wieder ganz knapp dran. Heute ist ja schon wieder Dienstag und ich bin an der Reihe. Thema „Verfremdung“. Wie es dazu kam?

Also, letzte Woche machte es sich der Mann ganz einfach und zeigte zu „Genie und Wahnsinn“ den dänischen Film Das Genie und der Wahnsinn. Obwohl das Motto erfüllt war und uns die Auswahl einen sehr vergnüglichen Filmabend beschert hat, muss ich anmeckern, dass der Originaltitel, den ich nicht wiedergeben kann, weil mir schleierhaft ist, wo auf meiner Tastatur die aneinandergekuschelten Vokale zu finden sind, und der so viel heißt wie „Explosiver Sprengsatz“ (Herr Klim??), eigentlich besser passt.

Aber egal wie, es heißt, dass der Film in Deutschland gefloppt ist, was ich nicht verstehe, denn es gibt bedeutend Schlechteres, das hier erfolgreich die Kinos füllt. Die Story ist nicht neu – verkopfter Künstler trifft auf Mann aus dem Volk, der alles besser macht – aber witzig, skurril und einigermaßen – ich versteige mich jetzt zu einer unzulässigen Verallgemeinerung auf der Basis fast nationalstaatlicher Charakterisierung – skandinavisch unsentimental umgesetzt mit treffenden Seitenhieben auf das „Dogma“- Dogma des dänischen Films. Die Stärke des Films: unglaublich komische Szenen, exakt aufgebaut, mit gelungener Pointe. Was will ich mehr?

Zu essen gab es gut gelungene, weil gut gewürzte Blätterteigtaschen mit Zucchini-Tomaten-Schafskäse-Füllung und grünem Salat. Kein Eichblatt, kein Römer, nein, ein klassischer Kopfsalat. Und zum Nachtisch Aprikosen-Clafoutis, mein neu entdeckter Lieblingsnachtisch, der leider nur mich wirklich zu begeistern scheint im näheren Umfeld.

Nun gut. Dann gibt es heute eben keinen Clafoutis und meine Auswahl zum Thema „Verfremdung“. Und das mir, als bekennender Brecht-Nichtliebhaberin. Der es übrigens auch keineswegs erfunden hat, das mit der Verfremdung. Da gab es andere kluge klügere Köpfe vor ihm.

Ein irischer Dozent sagte mal, Brechtdramen zu sehen ist wie zehn Stunden auf einem Betonblock sitzen müssen. Fand ich gut. Und es sei kein Wunder, dass der Bayernkönig Ludwig ins Wasser gegangen sei, wenn er sich immer das Zeug vom Wagner hat anhören müssen. Sagte derselbe Dozent, aber in anderem Zusammenhang (T.S. Eliot „The Wasteland“. Für die, die es interessiert). Fand ich auch gut. Brecht und Wagner scheint für die irische und meine Mentalität nicht zu taugen. Aber ich lass‘ das jetzt und kümmere mich mal um die Filmauswahl und den Nachtisch.

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Ich wurde angemahnt. „Du hast noch gar nichts zum letzten Film geschrieben.“ sagt der geliebte Mann vorwurfsvoll.

Stimmt. Wollte ich die ganze Woche schon machen. Und zwar nicht nur zum letzten Film vom Filmabend, sondern zu all den Filmen der letzten Woche. Zu der Enttäuschung, die ich bei The Wild One im Rahmen der „Summer of Rebels“-Filmreihe auf Arte, empfunden habe. Marlon Brando als Oberrocker der Blue Rebels, einer berühmt-berüchtigten Motorradbande, die arglose Kleinstadtbürger in Angst und Schrecken versetzt. Nu ja. Heutzutage geht Angst und Schrecken im Film anders und alles andere war seicht, gefühlsduselig, wenn nicht gar sentimental zu nennen.

Großartig und sehenswert fand ich hingegen die im Anschluß gezeigte Dokumentation When You’re Strange über Jim Morrison und die Doors von Tom DiCillo. Annäherung an einen Mythos. Helden meiner Jugend, auch wenn die erst ein paar Jahre nach Morrisons Tod überhaupt begann. Überzeugend die Atmosphäre der Zeit eingefangen.
Umwerfend:

Zum Thema der Spätgeborenen passt auch der Film, den ich vor kurzem für ein paar Euro ergattert und vor ein paar Tagen der großen Tochter gezeigt habe. Milos Formans Hair ist a) tatsächlich nicht so schlecht, weckt b) weit zurückliegende Erinnerungen und der Soundtrack scheint c) so sehr in mein Langzeitgedächtnis eingebrannt, dass ich seither verschiedene Stücke nicht mehr aus dem Sinn bekomme. Sollte mich einmal unglücklicherweise das Schicksal einer Demenzerkrankung ereilen, werde ich vermutlich den anderen WG-Bewohnern den ganzen Tag daraus vorsingen.

Und dann gab es am Dienstag zum – wohl recht anspruchsvollen – Motto „Ahnbar machen“ wieder einmal eine bravouröse Lösung durch Pi – Der Film von Darren Aranofsky. Ein Film über Besessenheit, die Frage nach der ultimativen Antwort, „Genie und Wahnsinn“ (Vorgabe für heute). Irritierend, ästhetisch und verstörend fand ich ihn. Der geliebte Mann fand ihn nichtssagend. So unterschiedlich kann der Geschmack sein.

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