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Archive for November 2012

Unglaublich. Nach langen Wochen kehrt die Normalität langsam ins Leben zurück – erfreulicherweise findet der Filmabend wieder statt. Und da beglückte uns der geliebte Mann gleich mit Pedro Almodóvar, aus dessen Werk wir ebenfalls unglaublicherweise in den viereinhalb Jahren des Bestehens dieser Institution noch nichts gezeigt haben – ebenso wie von David Lynch, Howard Hawks und Ari Kaurismäki, um nur einige zu nennen. Die Überlegung war, die Frequenz auf dreimal die Woche jeweils drei Filme zu erhöhen, damit wir noch durchkommen.

Aber zurück zum letzten Dienstag: Todo Sobre Mi Madre (Alles über meine Mutter) kannte ich als Einzige vorher nicht, was daran liegt, dass ich Almodóvar nicht besonders schätze. Vielleicht ist es ein Mentalitätsproblem, ich mag seine Darstellung von Frauen nicht. Nicht in Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, nicht in Fessle mich, nicht in Sprich mit ihr.

Lediglich Volver hat mir gut gefallen. Vielleicht bin ich jetzt alt genug dafür zu sehen, dass Almodóvar keineswegs Frauen nicht mag, sondern dass er sie mystifiziert und sich damit eher an Mythen als an vielschichtigen Personen abarbeitet. Die Filme gewinnen für mich dadurch nicht automatisch an Wert. Auch dieses Mal hielt sich meine Begeisterung in Grenzen: Alles über meine Mutter ist nicht schlecht, aber er hat mich nicht berührt.

Vorangegangen ist dem Film eine Koproduktion in der Küche: Salat aus Avocado und Granatapfel sowie ein leckerlockerer Schokoladenkuchen vom Mann, das Blumenkohl-Kartoffelcurry von mir. Schmeckte alles fast allen. Die kleine Tochter ist kein Maßstab. Jedenfalls nicht außerhalb der Welt 2-8/9-Jähriger.

„Er ist ein Mädchen“ ist ein Motto, zu dem ich mich freue, nächste Woche etwas zeigen zu dürfen. Ich habe Ideen, bin aber noch nicht festgelegt. Also, noch offen für Ihre Vorschläge.

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Ein Retro-Wochenende. Krautspätzle und Apfelstrudel.

Spätzle mit beschlagener Linse

Nicht sehr saures Kraut mit Pökelfleisch

Afra Evenaars Krautrezept gefolgt, zu den Spätzle war es mir zu wenig geräuchert und mein Kraut war mir zu wenig sauer. Sonst war die Kombination phänomenal. Ich werde daran arbeiten. Die Roggenspätzle waren eine Erleuchtung. Meine Urgroßmutter hat Schupfnudeln nicht aus Kartoffelteig, sondern aus Roggenteig hergestellt. Wenn ich es recht überlege, waren die Schupfnudeln meiner Uroma so eine Art mit der Hand geschupfte Roggenspätzle. Ich habe sie zweimal in meinem Leben selbst gemacht. Sie schmecken phantastisch und machen absurd viel Arbeit. Die vom Samstag kamen in der Festigkeit ziemlich nah ran und waren deutlich weniger aufwändig in der Herstellung, weil ich sie wie normale Spatzen durchgepresst habe. Beide Kinder waren vollauf zufrieden.

Richtig glücklich gemacht hat mich der sonntägliche Apfelstrudel. Als Mehlspeise zum Hauptgericht. Mein Erster. Mit der großen Tochter zusammen geknetet, geschnippelt, bestrichen und gebacken. Mit Vanillesoße serviert. Dank der Erinnerung an Herrn Kurbjuhns Strudelbeitrag beim Siebeck-Kochwettbewerb ist der gefürchtete Strudelteig gelungen. Aber so was von.

Im Profil


Komplett mit Soße

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Kinogängerin

Als eine solche hätte ich mich früher auf jeden Fall bezeichnet. Eigentlich sogar als eine passionierte solche. Seit einigen Jahren lege ich Pause ein. Nicht, weil ich nicht mehr gerne ins Kino gehe, ich habe nicht mehr so viel Zeit zu meiner freien Verfügung. Ich gehe davon aus, dass sich das wieder ändern wird. Vielleicht ist es schon dabei, sich zu ändern.

Das wäre sehr praktisch, wenn ich mir die anstehenden Monate kinotechnisch betrachte. Ich war nämlich letztens in dem äußerst sehenswerten neuen Ken Loach-Film Angel’s Share. Sehenswert, weil der ausgeprägte Humor des Films und der Figuren nicht beschönigt. Weil der Underdog der Underdog bleibt, dieser eine mit einer echten Chance, was zu ändern, die anderen mit der Aussicht, dass es so bleibt, wie es ist. Natürlich steht Ken Loach auf der Seite der Verlierer im neoliberalen Großbritannien. Deshalb mag ich ihn ja so. Und natürlich verkörpert er auch das Prinzip Hoffnung. Sonst würde ich seine Filme nicht aushalten.

Vor der eigentlichen Vorstellung wurden wie immer mehrere Trailer gezeigt, dank derer ich jeden der dazugehörigen Filme sehen will, außer vielleicht Skyfall – trotz extrem guter Besprechungen. Auf jeden Fall möchte ich Oh Boy sehen, Fraktus und die Doku über Bienen. Außerdem eine neue opulente Verfilmung von Anna Karenina, wenn ich den alten Moralisten schon nie zu Ende gelesen habe. Sehr spannend erscheint mir Winterdieb, ebenso Cloud Atlas von Tom Tykwer und den Machern von Matrix und 7 Psychos. Mit Tom Waits!

Die Dänin Susanne Bier wurde uns schon mehrfach vom guten Freund empfohlen, die romantische Komödie, die so ist wie andere, aber gleichzeitig ganz anders, klingt verflixt attraktiv. Meine Erfahrung mit Fatih Akin ist, dass er machen kann, was er will, es wird immer gut. Dann also auch noch seine Doku über eine Mülldeponie in dem Heimatdorf seiner Großeltern. Bei den Empfehlungen für Januar interessiert mich nur Ulrich Seidls Film nicht, weil der mir nach Hundstage erst beweisen muss, dass er Menschen nicht hasst. Das wären also nochmal mindestens vier.

Gut. Für November, Dezember und Januar macht das Minimum dreizehn Filme, also 1-2 pro Woche. Das wäre doch mal wieder ein guter Anfang in die Passion einzusteigen.

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Es ist kein guter Anlass, aus dem der Filmabend in der bisherigen Form schon eine Weile ausfällt. Als Überbrückung, bis wir ihn endlich wieder in der üblichen Runde stattfinden lassen können, haben der gute Freund und ich einfach so Filme geguckt, letztes Mal sogar mit der großen Tochter.

Vor zwei Wochen habe ich mich im Videoverleihhaus an der Ecke inspirieren lassen und bin bei den Neuheiten auf das Best Exotic Marigold Hotel gestoßen, das mich nicht zuletzt auf Grund des Schauspieleraufgebots mit Judy Dench, Bill Nighy und Maggie Smith schon zu Kinostartzeiten gereizt hatte.

Was soll ich sagen? Nicht nur diese Schauspieler waren phantastisch, verkörperten überzeugend spannend und skurril angelegte Charaktere. Die Geschichte des billigen, dysfunktionalen Seniorenheims in Indien hätte funktionieren können, wenn sie mehr als den üblichen Topos des Exotischen und Fremden bedient hätte.

Das hat sie aber nicht. Die alten Leute finden in der fremden Umgebung wieder Lebensmut, die schlechten Eigenschaften wie z.B. der ausgeprägte Rassismus der ausgemusterten Haushälterin verschwinden angesichts der neu erfahrenen Sinnhaftigkeit, Unerledigtes wird befriedigend zu Ende gebracht, blablabla. Nicht nur einmal finden die Protagonisten einen neuen Lebensinhalt in der Funktion als der modernen Weisheit mächtige Kolonialherren Westeuropäer, die den doch noch etwas minderbemittelten Zweitweltindern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Am Ende: ein unglaubwürdiger Plot, in dem aber auch jedes lose Ende auf Teufel komm raus festgezurrt wird, alles zum Besten der jeweilig Beteiligten. Wie im richtigen Leben.

Vergangenen Dienstag zeigte wieder ich einen meiner Lieblingsfilme: The Full Monty, ein überaus witziger Working-Class-Film zu einer eigentlich bedrückenden Lebensgeschichte in einer der niedergegangenen Industriestädte im Norden Englands. Der gute Freund fand ihn großartig, die große Tochter hat immer wieder gelacht. Am Ende sagte sie, sie könne nicht sagen, dass ihr der Film richtig gefallen habe (im Gegensatz zu Four Weddings and a Funeral ein paar Tage vorher), aber auch nicht, dass er ihr nicht gefallen habe. Das ist schon ein Erfolg.

Als nächstes probiere ich an ihr To catch a Thief oder Bringing up Baby aus. Oder When Harry met Sally. Oder Fucking Åmål. Oder…Aber dann nicht mehr am Filmabend, da ist nächste Woche mal der gute Freund dran. Und dann sucht hoffentlich bald wieder der geliebte Mann den Film aus, passend zu seinem Thema „Du lebst nur einmal“.

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Die Paradiesfrage von Karu hat mich trotz meiner unmittelbaren Assoziation mit der irischen Westküste ganz schön Zeit gekostet, bzw. kostet mich noch.

Sie hat mich nämlich auf die Suche nach den passenden Bildern geschickt. Mal abgesehen davon, dass es dann nicht schnell gehen kann, weil die Fotos von mehreren Jahrzehnten keinesfalls ein geordnetes Dasein führen, sondern sich in wildem Durcheinander mit denen des geliebten Mannes im Karteikastenschrank vermischen, beschäftigen sich meine Gedanken seither mit den Erinnerungen, die selbst ein kurzes Durchsehen der fotografischen Dokumentation meines Lebens ausgelöst hat.

Erinnerungen an andere Zeiten und Orte: manch Anblick lässt mein Herz immer noch hüpfen, von manchem weiß ich nichts mehr. An Menschen, die auch heute an meiner Seite sind, oder wieder oder anders. Und an Menschen, die in meinem Leben selbst keine Rolle mehr spielen, sehr wohl aber die Spuren, die sie darin hinterlassen haben. An die Erfahrungen, für die ich ihnen dankbar bin, manchmal auch nur dank des langen Abstands.

Wenn ich die Zeit finde, werde ich die Vergangenheit mal ordnen. Es ist langsam Zeit, zu wissen, wo das Wesentliche zu finden ist und vielleicht auch, sich vom Unwesentlichen zu trennen. Mal sehen.

Ein Lieblingsbild aus der Vergangenheit: eine (andere) der Besten

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Das Paradies für mich

Zu Karus Frage nach dem persönlichen Paradies habe ich meine Gedanken nur kurz schweifen lassen, sie sind sofort am Meer gelandet. Am Atlantik. Im Norden. Ein Bild reicht nicht, ich hoffe man verzeiht mir die mangelnde Konzentrationsfähigkeit.

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