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Archive for April 2013

Ich habe nochmal drüber nachgedacht. Warum ich jetzt ins Fitnessstudio gehe, sogar mit einigermaßen Freude, statt mich so zu bewegen, wie ich es wirklich mag.

Es ist der Charme des Einfachen. Ich brauche niemanden dazu, ich muss keinen Court mieten, das Wetter spielt keine Rolle. Es ist unkompliziert, zumindest wenn man in der großen Stadt wohnt und das Studio nebenan liegt. Ach ja – und habe ich schon die Sauna erwähnt? Das ist fast, wie eine zu Hause zu haben.

Für andere mag es auch noch eine andere Bedeutung haben. Es gibt Frauen, die sind immer da, wenn ich komme. Das kann ein ausgemachter Zufall sein, kosmisch gesteuerte Übereinstimmung. Was ich nicht glaube. Ich glaube, die sind da einfach immer.

Mit einer habe ich mich heute unterhalten, wir haben letzthin gemeinsam die Tücken des programmierten Trainingschlüssels gemeistert. Sie war nach ihrem Geräteparcours noch in zwei Kursen. HollaBolla. Ein kurzer Gedanke war: hat sie kein Zuhause. Der nächste: vielleicht ja tatsächlich nicht. Zumindest keines, in dem sie sich gerne aufhält.

Ganz so ist es bei mir glücklicherweise nicht. Glaube ich.

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Heute kam die Flexistange ins Spiel. Interessantes Ding. Man hält es locker in den Händen und lässt es vibrieren, so aus der Schulter, ohne große Armbewegung. Oder so. Ich fand es nicht groß anstrengender als ohne. Das kann entweder daran liegen, dass meine Maximalanstrengung bereits erreicht ist, da kommt es auf ein bisschen Flexi auch nicht mehr an. Oder ich habe es falsch gemacht.

Übrigens, falls Sie mal in die Verlegenheit kommen: nicht allzu locker in den Händen halten, die hüpft weg, und erschlägt Mitturnerinnen. Mitturner wahrscheinlich auch, wenn welche da sind.

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Die kleine Tochter ist heute auf Kitareise gegangen: 5 Tage. Und ich dachte unmittelbar: Yeah! Freiheit! – Rabenmutter…

Es sieht so aus, als zögen Ringeltauben die langsam grünende Ulme vor dem Fenster als Wohnstatt in Betracht. Sie waren letztes Jahr schon hier, wechselten sich bei der Besichtigung mit einem Eichelhäherpaar ab, am Ende ist keiner geblieben. Mal sehen, ob wir dieses Jahr Taubenaufzucht erleben. – Ah, die Ringeltaube wurde soeben von einem laut krächzenden Rabenvogel verscheucht, ich vermute, von einer Nebelkrähe. Ja, ja, jetzt streiten sie rum und am Ende sitzen wir wieder alleine hier oben.
AprilUlme

 

Auf ihr Konzert in der Zitadelle Spandau gehe ich mit der großen Tochter. Und freue mich sehr darauf.

 
Ich stehe auf Honig, aber trotzdem, so nachhaltig hat mich schon lange kein Film mehr beschäftigt wie der am Wochenende gesehene More than Honey von Markus Imhoof:

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Gestern war es anders. Gestern sind wir in den Genuss gekommen einen Film zu sehen, der noch gar nicht offiziell zu haben ist. Da stimmt ja auch irgendwas mit der Helligkeit nicht. Angeblich. Und irgendwas anderes muss auch nochmal austariert werden, das ist beim zweimaligen Export von HD zu DV und dann nochmal zu DVD nicht ganz gelungen. Oder verloren gegangen? Ich weiß es nicht mehr.

Gestern wurde mir bewusst, dass ich nur und ausschließlich Zuschauerin bin. Vom Filmemachen habe ich keine Ahnung, gar keine. Und auch das mit dem Export schreibe ich hin ohne einen blassen Schimmer, was er damit gemeint haben könnte, der eine Macher des Filmes, Detlef Fluch. Aber ich kann zuhören und wiedergeben und das hat er eben so gesagt, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass wenigstens einer dieser Filmfans versteht, wovon die Rede ist. Ich wäre mir da nicht so sicher, aber ich finde, das macht nichts. Die einen machen die Filme, die anderen schauen sie sich an. Dass es Überschneidungen dieser Gruppen gibt, ist klar, nur gestern wohl eher nicht.

Aber worauf ich hinaus will: wir durften gestern auf Grund freundschaftlicher Verbindungen die wunderbare Dokumentation Wer bei der Reichsbahn war, war ein roter Hund von Ines De Nil und Detlef Fluch sehen, deren Helligkeits- und sonstige Problematik ich übrigens vernachlässigenswert fand. Natürlich auch, weil ich zu dankbar war, den Film schon sehen zu können, bevor er wirklich fertig ist.

Denn es ist ein Film zu einer wirklich ungewöhnlichen Geschichte, nämlich der des Reichsbahnausbesserungswerkes Tempelhof bzw. der Menschen, die dort gearbeitet haben. Die aus Westberlin kamen und bei der DDR-eigenen Reichsbahn tätig waren. Weil es dort Jobs gab, die sonst nicht verfügbar waren. Weil auch ein Mädchen Elektrikerin werden konnte. Weil man sympathisiert hat, eventuell Mitglied einer kommunistischen Vereinigung war. Weil man Eisenbahner sein wollte, wie der Vater schon.

Was für ein Konstrukt: entlohnt in Westmark, versichert und organisiert in DDR-Strukturen. Die ärztliche Betreuung geschah durch medizinisches Personal aus Ost und West in der Reichsbahn-eigenen Poliklinik am Schöneberger Ufer. Nur abends oder am Wochenende konnten Westberliner Einrichtungen in Anspruch genommen werden. Eine am Wochenende notwendig gewordene Blinddarm-OP kostete die DDR knapp 4000 DMark – auszuzahlen ans Krankenhaus Moabit. Verrückte Geschichten.

Mit der Wende wurde abgewickelt, ziemlich schnell. Der Ton änderte sich. Manche blieben bei der Bahn, manche sind danach ‚durchs Raster gefallen‘, wie die gelernte Elektrikerin, für die der Westen im Männerberuf wohl keinen Platz mehr finden konnte, wollte. Es ist alles anders geworden, die ‚Familie‘ der Eisenbahner gibt es so nicht mehr, der Druck ist höher, die Atmosphäre kälter, die Schichtarbeit hart. Alles, was DDR war musste weg. Sofort.

Ansehen kann man sich zumindest das Gelände, wenn man mit der S-Bahn zum Priesterweg fährt. Der Spaziergang zum Südkreuz soll ein schöner sein. Sagt Detlef Fluch. Ansehen sollte man sich auch die Doku, wenn man mal dazu Gelegenheit hat. Gibt ja nicht so viele gut erzählte Geschichten.

Gegessen wurde auch, aber dazu ein andermal.

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Angeregt durch einen Kommentar von joulupukki zum letzten Post habe ich mein prinzipielles Verhältnis zum Sport überdacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ihn als nutzbringend erkenne, unbedingt verlangen tut es mich nicht danach. Ich suche immer wieder nach neuen Möglichkeiten, regelmäßige Bewegung in mein Leben zu bringen, die ich fast alle nach einer gewissen Zeit nicht weiter verfolge. Es ist auch ein gewisser Fatalismus, der mich jetzt doch wieder ins Studio getrieben hat.

Beeindruckt bin ich von der Liste dessen, was ich alles gelernt und ausprobiert habe: als Kind Fahrradfahren, Skifahren, Schlittschuhlaufen, Rollschuhlaufen…. Es gab ein kurzes Gastspiel im Turn-, ein noch kürzeres im Schwimmverein. Ich habe Handball gespielt und getanzt, Modern Dance, Jazztanz, immer wieder in verschiedenen Lebensabschnitten. Nach dem obligatorischen Teenietanzkurs bin ich im Erwachsenenalter wieder ins Standardtanzen eingestiegen, ohne Deutschen Tanzverband, anderer Stil, mehr Freude.

Ich habe Squash gespielt und Badminton. Tennis nur einmal. Eine Weile war TaiChi mein Ding, immer wieder gab es mehr oder minder erfolgreiche Versuche, mich mit Yoga anzufreunden. Drei Verträge im Fitnesstudio, jedes Mal in einem anderen. Aber das hatten wir schon.

Ich weiß jetzt, was ich mache. Ich probiere es nochmal mit Badminton. Das macht mir Spaß und eine Partnerin habe ich auch. Und dann sehe ich, wie das so mit dem Tanzen ist. Vor kurzem war ich auf einem Geburtstagsfest, bei dem die Gäste eine Basiseinweisung ins Swingtanzen bekommen haben, damit sie mit dem Jubilanten, einem begeisterten Swingtänzer, auch tanzen können. Das hat Spaß gemacht. Richtig Spaß gemacht. Und war anstrengend. Tanzen würde ich wohl gerne wieder…

Ansonsten habe ich ja gerade einen Jahresvertrag abgeschlossen. Da gehe ich momentan zwei- bis dreimal in der Woche hin. Aufs Laufband. An die Geräte. In die Wirbelsäulengymnastik. Zum Pilates. Es ist gar nicht so schlecht da. Gar nicht schlecht. Und lässt sich so leicht ins Leben integrieren: ich kann hingehen, wann immer es mir passt. Unter der Woche bis elf Uhr nachts. Und nicht zu vergessen: immer mit Sauna danach. Schön.

Und Ihr so?

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Ich habe es wieder getan. Die Versuchung war einfach eine zu große, als anderthalb Straßen weiter eine Filiale des neuen Berliner Premiumfrauenfitnessstudios eröffnet hat, mit ähnlichem Namen wie das, das es schon mal gab und das dann sang- und klanglos in eine andere Kette überging. Ich habe mich angemeldet. Einen Jahresvertrag abgeschlossen.

Der Hauptgrund, warum ich genau das nie wieder tun wollte, liegt auf der Hand und ist hinreichend ausgetestet: ich gehe nicht lange dorthin. Am Anfang sehr enthusiastisch zweimal die Woche, dann flacht es ab, ich bin froh, wenn ich es einmal schaffe. Dann kommt diese Zeit, eine Zwangsauszeit. Eine Erkältung, Urlaub, zu viel Arbeit und ich bringe den Sport nicht mehr unter zwischen allem. Eine Woche. Zwei Wochen. Nächste aber bestimmt.

Sie ahnen, was passiert? Nicht nur habe ich mich vertraglich für ein Jahr verpflichtet, ich gehöre außerdem zu denen, die es so gut wie nie hinbekommen, irgendetwas fristgerecht zu kündigen; das heißt, ich zahle noch mindestens ein Jahr weiter. Das ist zu viel für nicht Hingehen.

Der zweite Grund, weswegen ich mir in die Hand und hoch und heilig versprochen hatte: „Nie wieder!“ hängt eng damit zusammen, warum mich immer irgendwann die Motivation verlässt: es gefällt mir nicht im Fitnessstudio. Ich mag diese Art Sport nicht. Mit Maschinen. Ganz schlimm sind die Fahrräder. Du sitzt darauf und strampelst – im Raum, ohne Dich einen Zentimeter fortzubewegen. Wie blöd ist das denn?

Der Hauptgrund, warum ich mein Versprechen an mich gebrochen habe: ich habe Rücken und finde mich selbst schon ziemlich dumm, dass ich seit einer Weile nichts unternehme, um dem entgegenzuwirken. So dumm, dass ich mich in akuten Fällen, die letzthin wieder häufiger auftreten, gar nicht mehr zur Ärztin traue. Die hält mich nämlich auch für dumm. Und faul. Denn: Sie müssen schon was tun für sich und gegen Ihre schlechte Statik. Sie haben es in der Hand.

Vielleicht stimmt das gar nicht, aber das kann ich nicht wissen, wenn ich nichts tue. Außerdem ist es echt um die Ecke, erweitertes Wohnzimmer sozusagen. Mit Sauna. Das war der nächste Grund. Der Motivationstreiber. Denn in die Sauna gehe ich für mein Leben gerne.

So. Jetzt bin ich also seit ein paar Wochen da und finde vieles spannend. Vielleicht berichte ich regelmäßig davon. Vielleicht hilft das ja auch die Motivation zu erhalten. Nicht nur meine russische Personal Trainerin: „DIS-ZI-PLIN. Das müssen Sie jetzt aufbringen. Zweimal die Woche, sonst hilft nichts. Sonst bleibt nur, wie es ist.“

Naja, und das will ich ja nicht. Keineswegs Stillstand. Noch gehe ich. Noch kann ich berichten.

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Ich war also gespannt. Auch deshalb, weil ich mir schon dachte, dass der geliebte Mann sich etwas einfallen lassen wird zu diesem Thema, mit Bildern vom Mannsein, von Männlichkeit, spielen wird. Und ich hatte recht.

Wir sahen Parada, eine dramatisch-tragische Komödie um die Versuche, eine Gay Pride Parade in Serbiens Hauptstadt Belgrad zu etablieren. Gegen eine große Menge gewaltbereiter, hassgetriebener Homophober, gegen die Mehrheitsgesellschaft, und auch gegen oder zumindest ohne Unterstützung durch staatliche Stellen oder die Polizei.

Srdjan Dragojevic wurde vieles vorgeworfen bei der Bearbeitung dieses schwierigen Themas, vor allem auch die komödiantische Inszenierung mit ihren Plattheiten, ihrem Mangel an Subtilität, ihrer Schwarz-Weißmalerei und ihrer ach so einfachen Konvertierung der Schwulenhasser in Freunde. Er selbst sagt sinngemäß, er wollte die Homophoben des Landes erreichen, nicht die Intellektuellen und dazu braucht es Unterhaltung, kein ArtyFarty.

Beeindruckend finde ich, dass egal, wie boulevardesk die Darstellung sein mag, klar ankommt: die Wirklichkeit für Menschen, die nicht einer gesetzten Norm entsprechen und auch nicht nach einer solchen leben wollen, ist im ehemaligen Jugoslawien keineswegs ein Spaß, sondern ein teilweise lebensbedrohlicher Spießrutenlauf.

Der liebe Freund sagte es: „Das kommt mir vor wie eine Rückschau ins tiefste Mittelalter der Homophobie.“ Und doch ist es das keineswegs. Nach dem gewaltsamen Scheitern eines ersten Versuches einer Gay Pride Parade in Belgrad 2001 fand 2010 tatsächlich die erste Gay Pride Parade statt: über 5000 Polizisten schützten sie vor mindestens genauso vielen gewalttätigen Homophoben, unter ihnen Neonazis und rechte Ultras. Ideologisch gestützt von der serbisch-orthodoxen Kirche.

Bei den schweren Auseinandersetzungen wurden über hundert Menschen verletzt, die Innenstadt teilweise verwüstet. 2011 und 2012 sind von den Verantwortlichen keine Genehmigungen für die Parade mehr erteilt worden. »Lasst mich doch in Ruhe mit diesen Menschenrechten, hier geht es um die Sicherheit der Menschen. Scheiß auf die EU, wenn die Gay-Pride die Eintrittskarte ist.« sagt Ivica Dačić, der serbische Ministerpräsident.

Genau, Scheiß doch auf die Menschenrechte. Pardon my language.

Umso bewundernswerter dieser im ganzen ehemaligen Jugoslawien höchst erfolgreiche Film. Vielleicht ändert sich ja was, innen drin, von unten. Nicht verordnet von oben, von außen.

Mehr zum Thema:
http://www.beatpunk.org/filme/srdan-dragojevic-parada/
http://jungle-world.com/artikel/2012/42/46418.html
http://www.guardian.co.uk/world/2012/oct/03/serbia-bans-gay-pride-march

PS: Nächstes Mal ein ungewöhnliches Intermezzo mit Gastbeitrag. Übernächstes Mal: „Wir gehen auf die Straße.“ Da lässt sich das ein oder andere finden, denke ich.

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