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Archive for Dezember 2015

Wie ich schon angesprochen hatte: mein und unser Leben muss sich neu justieren, weil ich neuerdings festangestellt arbeite und das auch noch in einer Art Schichtbetrieb. Darunter leidet auch der Filmabend: Einmal hatten wir Gäste und die Auswahl wurde dadurch bestimmt, dass der Film arabische Untertitel hat. Arabischsprachige Arthaustitel waren dabei nicht gefragt – sie entsprachen nicht dem Geschmack der SciFi-begeisterten Muttersprachler. Über die im DVD-Verleih sehr spontan getroffene Auswahl legen wir den Mantel des Schweigens – auch weil ich vor lauter Belanglosigkeit sowohl Titel als auch Handlung bereits wieder vergessen habe. Das geht besser und daran arbeiten wir noch…

Dann fiel sie zweimal aus, die geliebte Institution, weil Dienstagabend ein beliebter Zeitpunkt für Versammlungen aller Art ist – warum eigentlich? Mittwoch, Donnerstag: was spricht gegen die? -, so eben auch für die Unterstützer*innen-Treffen für meine neue Arbeitsstätte, an denen ich als Ansprechpartnerin auf Seiten der Hauptamtlichen teilgenommen habe.

In den letzten Wochen treibt es mir immer wieder mal Tränen in die Augen. Wegen Geschichten, Situationen, Geschehnissen, die mit der Geschichte von Geflüchteten zu tun haben oder auch mit ihrer Gegenwart. Das wird bereits weniger, das ist auch nicht professionell, aber verhindern lässt es sich weiterhin nicht immer. Die eine oder andere Träne verdrücke ich auch, wenn ich über jene Menschen schreibe, die sich mit vollem Engagement der Unterstützung von geflüchteten Menschen widmen. Die Dienstag abend zu einem solchen Treffen kommen, weil sie „wissen wollen, was sie tun können“ genauso wie jene, die das schon wissen und nun die „Neuen“ einführen und Strukturen schaffen. Sie alle machen das neben ihrem sonstigen Tagesgeschäft.

Gerührt bin ich, wenn ich darüber sinniere, so wie jetzt. Wenn ich diesen Leuten, die sich im Rahmen von Pankow Hilft zusammengefunden haben, beim Koordinieren, beim Informationen sammeln und zur Verfügung stellen, beim Planen und Organisieren zusehe, bin ich davon weit entfernt. Denn das ist effiziente und pragmatische Arbeit. Strukturiert, durchdacht, kreativ. Zupacken mit einer großen Selbstverständlichkeit und weit entfernt von rührseliger Gefühlsduselei. Und wenn ich mir das so überlege, könnte ich schon wieder heulen, weil es mich geradezu ins Herz trifft, dass es neben allem anderen auch sie gibt.

Und eins noch: über die Prenzlauer Berger lasse ich nichts mehr kommen, echt nicht. Sie mögen veganen Caffe Latte trinken. Aber sie stehen auch bei uns in der Unterkunft und fragen: wo soll ich mit anpacken? Oder gehen mit ihrem Schachbrett rein in die Halle und lassen sich mit einer Runde Männer auf dem Boden nieder zum Spiel. Bringen eine Kiste Clementinen vorbei. Sammeln Geld in der Yogaklasse. Männerschuhe bei allen Nachbarn.

Nächste Woche gibt’s hoffentlich wieder Film. Egal mit welchen Untertiteln.

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