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Archive for the ‘Kleines Glück’ Category

Wie ich schon angesprochen hatte: mein und unser Leben muss sich neu justieren, weil ich neuerdings festangestellt arbeite und das auch noch in einer Art Schichtbetrieb. Darunter leidet auch der Filmabend: Einmal hatten wir Gäste und die Auswahl wurde dadurch bestimmt, dass der Film arabische Untertitel hat. Arabischsprachige Arthaustitel waren dabei nicht gefragt – sie entsprachen nicht dem Geschmack der SciFi-begeisterten Muttersprachler. Über die im DVD-Verleih sehr spontan getroffene Auswahl legen wir den Mantel des Schweigens – auch weil ich vor lauter Belanglosigkeit sowohl Titel als auch Handlung bereits wieder vergessen habe. Das geht besser und daran arbeiten wir noch…

Dann fiel sie zweimal aus, die geliebte Institution, weil Dienstagabend ein beliebter Zeitpunkt für Versammlungen aller Art ist – warum eigentlich? Mittwoch, Donnerstag: was spricht gegen die? -, so eben auch für die Unterstützer*innen-Treffen für meine neue Arbeitsstätte, an denen ich als Ansprechpartnerin auf Seiten der Hauptamtlichen teilgenommen habe.

In den letzten Wochen treibt es mir immer wieder mal Tränen in die Augen. Wegen Geschichten, Situationen, Geschehnissen, die mit der Geschichte von Geflüchteten zu tun haben oder auch mit ihrer Gegenwart. Das wird bereits weniger, das ist auch nicht professionell, aber verhindern lässt es sich weiterhin nicht immer. Die eine oder andere Träne verdrücke ich auch, wenn ich über jene Menschen schreibe, die sich mit vollem Engagement der Unterstützung von geflüchteten Menschen widmen. Die Dienstag abend zu einem solchen Treffen kommen, weil sie „wissen wollen, was sie tun können“ genauso wie jene, die das schon wissen und nun die „Neuen“ einführen und Strukturen schaffen. Sie alle machen das neben ihrem sonstigen Tagesgeschäft.

Gerührt bin ich, wenn ich darüber sinniere, so wie jetzt. Wenn ich diesen Leuten, die sich im Rahmen von Pankow Hilft zusammengefunden haben, beim Koordinieren, beim Informationen sammeln und zur Verfügung stellen, beim Planen und Organisieren zusehe, bin ich davon weit entfernt. Denn das ist effiziente und pragmatische Arbeit. Strukturiert, durchdacht, kreativ. Zupacken mit einer großen Selbstverständlichkeit und weit entfernt von rührseliger Gefühlsduselei. Und wenn ich mir das so überlege, könnte ich schon wieder heulen, weil es mich geradezu ins Herz trifft, dass es neben allem anderen auch sie gibt.

Und eins noch: über die Prenzlauer Berger lasse ich nichts mehr kommen, echt nicht. Sie mögen veganen Caffe Latte trinken. Aber sie stehen auch bei uns in der Unterkunft und fragen: wo soll ich mit anpacken? Oder gehen mit ihrem Schachbrett rein in die Halle und lassen sich mit einer Runde Männer auf dem Boden nieder zum Spiel. Bringen eine Kiste Clementinen vorbei. Sammeln Geld in der Yogaklasse. Männerschuhe bei allen Nachbarn.

Nächste Woche gibt’s hoffentlich wieder Film. Egal mit welchen Untertiteln.

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Es gibt etwas ganz Neues im Leben des Eichhorns, hinter dem momentan alles andere zurückstehen – oder besser: das mit allem anderen erst in einen neuen Rhythmus eingetaktet werden muss. Auch mit dem geliebten Filmabend und dem Geflüster aus der Baumkrone. Es ist ein Job und zwar einer, wie ich ihn noch nie hatte. Es ist mein erster Ausflug in die Soziale Arbeit und vielleicht bleibe ich da jetzt einfach.

Ich betreue geflüchtete Menschen in einer Notunterkunft, versuche, gemeinsam mit meinen neuen Kolleg_innen, das Beste daraus zu machen für die, die erstmal – oder im schlechteren Fall auch für länger – in einer Turnhalle mit zweihundert fremden Menschen unterkommen müssen, die für die nächste, nicht einmal genau festgelegte Zeit keine oder nur geringfügige Mittel zur Verfügung haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die augenblicklich ein Leben führen, das ich mir kaum vorstellen kann, geschweige denn mich im Stande sehe, ein solches für einen nennenswerten Zeitraum zu ertragen.

Das ist keine leichte Aufgabe. Und sie geht mir immer wieder nah, zu nah für die professionelle Distanz. Die muss ich lernen wie so vieles andere auch. Aber ich bin froh. Denn ich habe das Gefühl, in diesem Moment auf meinem Weg einen für mich passenden Platz gefunden zu haben, einen Platz, an dem ich das tue, was ich gut kann. Einen Platz, an dem ich eine Arbeit leiste, die für mich Sinn ergibt, weil sie in meiner Vorstellung eines lebenswerten Lebens in einer Welt, wie ich sie gerne hätte, notwendig ist. Weil ich damit eventuell einen klitzekleinen Beitrag dazu leiste, Frustration, Perspektivlosigkeit, Isolierung, Aggression und Gegeneinander zu vermeiden und stattdessen Gespräch, Verstehen, Austausch, Neugier und Offenheit einen Weg zu bahnen.

Deshalb bin ich gerade ungeachtet der Schwere dieser Zeiten ein bisschen froh.

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Stadtspaziergang möchte sie gerne einen machen, sagte eine der Besten, denn ihr Liebster läuft lieber in der Natur. Sie drückt mir ein entsprechendes Buch in die Hand und sagt: „Such aus. Nicht Mitte, Friedrichshain oder Kreuzberg, da bin ich durch.“ Letztendlich entscheide ich mich nicht, sondern stelle sie vor die Wahl. Britz oder Wilhelmsaue. Da bin ich quasi nie. Interessen-Renaissance für das ganz alte, mir unbekannte Westberlin.

Sie wählt Wilmersdorf. Auf dem Weg vom Fehrbelliner Platz zur Berliner Straße stelle ich fest, das stimmt so nicht, ich bin gar nicht so selten in der Ecke, zumindest liegt sie von Charlottenburg aus – auch ziemlich Westberlin – immer mal wieder auf dem Weg. Eine der Besten kommt hier praktisch nie her. Sie findet das alles neu und interessant, die komischen kleinen Läden, das Altbackene, die mehr oder minder leichte Verstaubtheit, die sie hier vorfindet.

Was uns beiden unbekannt ist und gefällt: die Ruhe, die Dörflichkeit der Wilhelmsaue. Eine kleine Oase. Zum Luftholen in der großen Stadt. Der Volkspark Wilmersdorf gibt doch noch mal so einen Anschein von Natur, Herbst ist schon schön.

Noch schöner ist für mich die Zeit mit ihr. Die Gespräche, das Lachen, das Hin und Her der Gedanken, vom Hölzchen zum Stöckchen, die Vertrautheit, die nie in Routine erstarrt ist oder an der Oberfläche vertuscht, dass man gar nicht mehr viel gemeinsam hat. Wo wir laufen, ist fast egal, vielleicht auch ganz.

Auf dem Weg nach Hause fühle ich mich froh und zufrieden. Glücklich. Darüber so eine und noch zwei, drei andere solche der Besten zu kennen. Und darüber, meinen Sonntag so sinnvoll verbracht zu haben.

PS: Auch wenn die Umwelt zweitrangig war: zum inneren Erleben bot das kleine Zimt und Zucker Wohncafe den würdigen Rahmen: ein kuschliger Ort zum Kaffeeklatschen, Kuchenessen, Zeitunglesen, vertraute Gespräche genießen, in Ruhe gelassen werden. Name und äußerer Anschein wirken auf mich gewollt, die gemütliche Atmosphäre, die Qualität von Kuchen, Kaffee und Tee und der freundlich-zuvorkommende Service sind dann allerdings echt.

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Wenn eine so etwas selbst macht und dann einer zum Geburtstag mitbringt, kann es dieser einen doch nicht ganz schlecht gehen im Leben, oder?

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40 Tage sind vorbei. Die Gläser mit Bitterorangen und Gewürzen entleert, der Vin d’Orange in Flaschen und Fläschchen gefiltert. Es ist ganz schön viel geworden.

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Der mit Vanille schmeckt kräftig und süß, ist eher ein Likör. Zum Glas auslecken.

Der mit Zimt, Nelken, Tonkabohne wurde nochmal mit Wein aufgegossen, was ihm sehr gut getan hat. Hier kommt die bittere Note besser zur Geltung, der Alkohol bleibt mehr im Hintergrund, das Gesamtgeschmackserlebnis ist komplexer, um mit dem geliebten Mann zu sprechen.

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Wenn ich es aushalte, werde ich von jeder Sorte eine Flasche lange aufbewahren, um zu sehen, wie sich das Getränk jeweils weiterentwickelt. Wie lange? Wird sich zeigen.

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Ich mag Döner. Sehr und schon immer. Irgendwie liegt mir die Kombination aus mundgerecht geschnetzeltem Fleisch, Salat und Brot zum Mitnehmen und unterwegs essen. To go war eh schon immer meins, auch beim Kaffee. So hat jede ihre Leichen im Schrank.

Allerdings habe ich ihn immer seltener gegessen, den Döner, weil ich es meistens nicht mehr schaffte, die Gedanken abzulenken, bevor sie bei den Bildern von eingepferchten, zerrupften, kahlen Tieren aus landwirtschaftlicher Industrie landeten. Wenn diese Bilder sich vor dem inneren Auge formierten, war es meist zu spät, ich hörte schon die höhnische Stimme im Kopf: wie mag wohl ein Tier gehalten worden sein, aus dessen Resten Dein Mittagessen für 2,50 Euro hergestellt wird? Da wäre ein Untersuchungsergebnis, dass gar kein Fleisch im Döner enthalten ist, noch positiv.

Zack, und schon wieder eine Kuh/ein Huhn/ ein Pferd gerettet: da geht es nicht mehr mit dem Döner, auch nicht mit Schawarma, denn ich glaube zwar an den Menschen als Fleischesser, aber auch daran, dass das kein guter Grund ist, ein anderes Lebewesen zu quälen. Also doch lieber Käsebrot zu Hause …

Der Dönerladen in der Wilmersdorfer Straße hatte Neueröffnung und zwar – als Falafel- und Halloumiladen. Billiger Trick, Alibiaktion, denke ich. Der Spieß dreht sich ja trotzdem noch und die vorgefertigten Bollen, die es üblicherweise an fleischdominierten Fastfoodbuden als Falafel gibt: geschenkt. Es mag kein Tier für sie gelitten haben und das ist das einzig Gute, was man über sie sagen kann.

Vorurteile sind blöd, also habe ich gestern die Falafel probiert. Als Teller mit frittiertem Gemüse, Hummus, Sesam- und Mangosauce. Und was soll ich sagen: lecker! Frisch gemacht, so gewürzt, wie ich sie zum Reinlegen finde. Das Gemüse war in Ordnung, die Saucen aromatisch, das Hummus hatte eine schön cremige Konsistenz. Die Falafel jedoch, die waren phantastisch. Da gehe ich wieder hin. Ist kein Döner, aber fein.

Berlin, Wilmersdorfer Straße, schräg gegenüber von Rogacki

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Und dann…

…gab es doch noch genug Schnee.

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