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Archive for the ‘Neues von der Muckifront’ Category

Vor ein paar Tagen habe ich den Crosstrainer zum ersten Mal ausprobiert. Das üben wir dann noch mal. Vielleicht lieber erst bei Freunden, die so ein Gerät zu Hause rumstehen haben. Allein. Im Moment habe ich noch Angst, dass ich runterfalle. Zuerst bin ich rückwärts gelaufen. Das heißt, das Ding ist rückwärts gelaufen, ich nur einfach mit. Ich weiß nicht, ob mein Puls auf 160 geschnellt ist, weil ich es so anstrengend fand oder weil ich so aufgeregt darum gerungen habe, mich nicht völlig zum Affen zu machen.

In der Sauna dann der erste Kulturenclash. Eine ältere Dame mit russischem Akzent beklagte sich lautstark und beifallheischend darüber, dass bei der eben stattgefundenen Wassergymnastik eine junge Frau mit T-Shirt, BH und langen Hosen im Wasser war. Ihr Problem war nicht so der hygienische Aspekt, den sie erst beim Ringen um stichhaltige Argumente aufgefahren hat, als die dahinter vermutete falsche Scham. „Da hat bloß noch der Wintermantel gefehlt. Wir sind doch hier alle Frauen, da muss man doch nicht…am Freitag, da kommen hier auch Männer her, da können sie sich dann verschleiern…manchmal sitzt ja auch jemand von denen hier in der Sauna – im Badeanzug! Stellen Sie sich mal vor! Das Plastik der Badeanzüge gibt chemische Stoffe ab, das ist nicht gut. Und dann gehen sie in die Läden, wo es nur sexy Klamotten gibt, ganz verschleiert, was wollen die denn da?“

„Na, die ziehen das dann nur zu Hause an.“ Eine der Anwesenden ist mit in die gerechte Empörung eingestiegen, eine andere hat höfliche, aber uninteressierte Laute von sich gegeben. Ich habe nichts gesagt. Und bin bald gegangen. Nicht immer reibungsfrei, dieses Multikulti.

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Ich habe nochmal drüber nachgedacht. Warum ich jetzt ins Fitnessstudio gehe, sogar mit einigermaßen Freude, statt mich so zu bewegen, wie ich es wirklich mag.

Es ist der Charme des Einfachen. Ich brauche niemanden dazu, ich muss keinen Court mieten, das Wetter spielt keine Rolle. Es ist unkompliziert, zumindest wenn man in der großen Stadt wohnt und das Studio nebenan liegt. Ach ja – und habe ich schon die Sauna erwähnt? Das ist fast, wie eine zu Hause zu haben.

Für andere mag es auch noch eine andere Bedeutung haben. Es gibt Frauen, die sind immer da, wenn ich komme. Das kann ein ausgemachter Zufall sein, kosmisch gesteuerte Übereinstimmung. Was ich nicht glaube. Ich glaube, die sind da einfach immer.

Mit einer habe ich mich heute unterhalten, wir haben letzthin gemeinsam die Tücken des programmierten Trainingschlüssels gemeistert. Sie war nach ihrem Geräteparcours noch in zwei Kursen. HollaBolla. Ein kurzer Gedanke war: hat sie kein Zuhause. Der nächste: vielleicht ja tatsächlich nicht. Zumindest keines, in dem sie sich gerne aufhält.

Ganz so ist es bei mir glücklicherweise nicht. Glaube ich.

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Heute kam die Flexistange ins Spiel. Interessantes Ding. Man hält es locker in den Händen und lässt es vibrieren, so aus der Schulter, ohne große Armbewegung. Oder so. Ich fand es nicht groß anstrengender als ohne. Das kann entweder daran liegen, dass meine Maximalanstrengung bereits erreicht ist, da kommt es auf ein bisschen Flexi auch nicht mehr an. Oder ich habe es falsch gemacht.

Übrigens, falls Sie mal in die Verlegenheit kommen: nicht allzu locker in den Händen halten, die hüpft weg, und erschlägt Mitturnerinnen. Mitturner wahrscheinlich auch, wenn welche da sind.

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Angeregt durch einen Kommentar von joulupukki zum letzten Post habe ich mein prinzipielles Verhältnis zum Sport überdacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ihn als nutzbringend erkenne, unbedingt verlangen tut es mich nicht danach. Ich suche immer wieder nach neuen Möglichkeiten, regelmäßige Bewegung in mein Leben zu bringen, die ich fast alle nach einer gewissen Zeit nicht weiter verfolge. Es ist auch ein gewisser Fatalismus, der mich jetzt doch wieder ins Studio getrieben hat.

Beeindruckt bin ich von der Liste dessen, was ich alles gelernt und ausprobiert habe: als Kind Fahrradfahren, Skifahren, Schlittschuhlaufen, Rollschuhlaufen…. Es gab ein kurzes Gastspiel im Turn-, ein noch kürzeres im Schwimmverein. Ich habe Handball gespielt und getanzt, Modern Dance, Jazztanz, immer wieder in verschiedenen Lebensabschnitten. Nach dem obligatorischen Teenietanzkurs bin ich im Erwachsenenalter wieder ins Standardtanzen eingestiegen, ohne Deutschen Tanzverband, anderer Stil, mehr Freude.

Ich habe Squash gespielt und Badminton. Tennis nur einmal. Eine Weile war TaiChi mein Ding, immer wieder gab es mehr oder minder erfolgreiche Versuche, mich mit Yoga anzufreunden. Drei Verträge im Fitnesstudio, jedes Mal in einem anderen. Aber das hatten wir schon.

Ich weiß jetzt, was ich mache. Ich probiere es nochmal mit Badminton. Das macht mir Spaß und eine Partnerin habe ich auch. Und dann sehe ich, wie das so mit dem Tanzen ist. Vor kurzem war ich auf einem Geburtstagsfest, bei dem die Gäste eine Basiseinweisung ins Swingtanzen bekommen haben, damit sie mit dem Jubilanten, einem begeisterten Swingtänzer, auch tanzen können. Das hat Spaß gemacht. Richtig Spaß gemacht. Und war anstrengend. Tanzen würde ich wohl gerne wieder…

Ansonsten habe ich ja gerade einen Jahresvertrag abgeschlossen. Da gehe ich momentan zwei- bis dreimal in der Woche hin. Aufs Laufband. An die Geräte. In die Wirbelsäulengymnastik. Zum Pilates. Es ist gar nicht so schlecht da. Gar nicht schlecht. Und lässt sich so leicht ins Leben integrieren: ich kann hingehen, wann immer es mir passt. Unter der Woche bis elf Uhr nachts. Und nicht zu vergessen: immer mit Sauna danach. Schön.

Und Ihr so?

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Ich habe es wieder getan. Die Versuchung war einfach eine zu große, als anderthalb Straßen weiter eine Filiale des neuen Berliner Premiumfrauenfitnessstudios eröffnet hat, mit ähnlichem Namen wie das, das es schon mal gab und das dann sang- und klanglos in eine andere Kette überging. Ich habe mich angemeldet. Einen Jahresvertrag abgeschlossen.

Der Hauptgrund, warum ich genau das nie wieder tun wollte, liegt auf der Hand und ist hinreichend ausgetestet: ich gehe nicht lange dorthin. Am Anfang sehr enthusiastisch zweimal die Woche, dann flacht es ab, ich bin froh, wenn ich es einmal schaffe. Dann kommt diese Zeit, eine Zwangsauszeit. Eine Erkältung, Urlaub, zu viel Arbeit und ich bringe den Sport nicht mehr unter zwischen allem. Eine Woche. Zwei Wochen. Nächste aber bestimmt.

Sie ahnen, was passiert? Nicht nur habe ich mich vertraglich für ein Jahr verpflichtet, ich gehöre außerdem zu denen, die es so gut wie nie hinbekommen, irgendetwas fristgerecht zu kündigen; das heißt, ich zahle noch mindestens ein Jahr weiter. Das ist zu viel für nicht Hingehen.

Der zweite Grund, weswegen ich mir in die Hand und hoch und heilig versprochen hatte: „Nie wieder!“ hängt eng damit zusammen, warum mich immer irgendwann die Motivation verlässt: es gefällt mir nicht im Fitnessstudio. Ich mag diese Art Sport nicht. Mit Maschinen. Ganz schlimm sind die Fahrräder. Du sitzt darauf und strampelst – im Raum, ohne Dich einen Zentimeter fortzubewegen. Wie blöd ist das denn?

Der Hauptgrund, warum ich mein Versprechen an mich gebrochen habe: ich habe Rücken und finde mich selbst schon ziemlich dumm, dass ich seit einer Weile nichts unternehme, um dem entgegenzuwirken. So dumm, dass ich mich in akuten Fällen, die letzthin wieder häufiger auftreten, gar nicht mehr zur Ärztin traue. Die hält mich nämlich auch für dumm. Und faul. Denn: Sie müssen schon was tun für sich und gegen Ihre schlechte Statik. Sie haben es in der Hand.

Vielleicht stimmt das gar nicht, aber das kann ich nicht wissen, wenn ich nichts tue. Außerdem ist es echt um die Ecke, erweitertes Wohnzimmer sozusagen. Mit Sauna. Das war der nächste Grund. Der Motivationstreiber. Denn in die Sauna gehe ich für mein Leben gerne.

So. Jetzt bin ich also seit ein paar Wochen da und finde vieles spannend. Vielleicht berichte ich regelmäßig davon. Vielleicht hilft das ja auch die Motivation zu erhalten. Nicht nur meine russische Personal Trainerin: „DIS-ZI-PLIN. Das müssen Sie jetzt aufbringen. Zweimal die Woche, sonst hilft nichts. Sonst bleibt nur, wie es ist.“

Naja, und das will ich ja nicht. Keineswegs Stillstand. Noch gehe ich. Noch kann ich berichten.

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