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Archive for the ‘Von hier nach dort’ Category

Heute schrieb mir eine der Besten – dieselbe, die mir den Perutz empfohlen hat – eine Nachricht, die daran erinnerte, dass ich mich mit ihr zusammen an diesem Tag vor 20 Jahren auf eine fast unglaubliche Reise begeben hatte, eine Reise, die fast sechs Monate dauerte und nach der anfänglichen Wegstrecke mehr oder weniger an einem Ort stattfand. Und über die ich immer einmal schreiben wollte. Vielleicht tu ich es noch.

Es war in meinem jungen Erwachsenenleben ein sehr einschneidendes Erlebnis, prägend in dem Sinn, dass die Welt danach anders war als vorher. Die Verbundenheit zu dem Land, in das diese Reise führte, besteht lange nicht mehr mangels Auffrischung, aber die Erinnerungen sind teuer und die Freundschaft zu dem Menschen, mit dem ich sie teile, ist eine tiefe, anhaltende geblieben, die weit über diese Erinnerungen hinausgeht.

Ich habe die eine heute angerufen, und ihr meine Rührung auf den Anrufbeantworter gestammelt. Aber jetzt fällt mir ein – sie ist gar nicht in der Stadt, nicht in der Nähe ihres Anrufbeantworters. Vielleicht, bestimmt aber ist sie online und deshalb auf diesem Wege: Ja, Du, schön wars, mit das Schönste, was ich je erlebt habe.

Walenki

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Urlaub ist vorbei. Urlaub im Deutschsprachigen: dazu hätte mich vor einigen Jahren noch niemand gekriegt. Das klang nach festinstalliertem Wohnwagen und Kniebundhose. Bestenfalls nach kaltem Meer.

Ich liebe es, in Italien Urlaub zu machen, in Frankreich war ich auch lange nicht mehr, in Spanien noch länger nicht. Schon seit Jahren zieht es mich wieder nach Irland, Schottland oder England – aus vielerlei Gründen. Bei Freunden scheint Portugal dieses Jahr das Rennen zu machen.

Aber wissen Sie was? Graubünden ist auch fantastisch. Wilde Felsen, Alpenwiesenpracht, allerlei bis dato ungesehenes Getier.

Zürich ist mir eine lebendige, vielfältige, sympathische Stadt. Bisschen teuer vielleicht.

Der Bodensee ist – wie, an anderer Stelle auch schon mal erwähnt, das Allgäu – Balsam für die Seele. Wenn man sich von Mainau fernhält.

Oder kennen Sie Schwäbisch Hall? Eine kleine attraktive Stadt in anmutiger Lage mit hoher Lebensqualität und erstaunlich viel Kultur im nahen und näheren Umfeld. Auch ein Abstecher nach Nürnberg zur Dürer-Ausstellung war gut machbar.

Die Tage ausgefüllt von Abenteuer, Natur, Erholung, Zeit mit geliebten Menschen, kraft- und ideenspendende Wochen. Das hat gut getan.

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Seit drei Wochen sind wir zurück und ich habe immer noch nicht angefangen darüber zu schreiben, obwohl ich es fest vorhatte. Ein Grund ist die Scheu vor dem neuen Genre Reisebericht. Ausschlaggebender aber ist, dass mich meine Eindrücke immer noch so beschäftigen, dass sie sich nicht in eine wie auch immer geartete Ordnung bringen lassen wollen. Schon gleich gar nicht in ganze Sätze. Der Versuch:

Eine Einladung zu einem Geburtstagssegeltörn in der kroatischen Adria ließ uns die Entscheidung treffen, den sommerlichen Familienurlaub ganz nach Kroatien zu verlegen, keiner von uns war jemals da gewesen und überhaupt hatte ich in den letzten Jahren viel Gutes über Ferien in Kroatien gehört. Ich habe durchaus die Tendenz, vor allem das südliche europäische Ausland als Urlaubsregion wahrzunehmen und wenn ich dort bin, fällt mir auf, wie herzlich wenig ich über die Nachbarn weiß. Das sollte auch dieses Mal nicht anders sein.

Die Idee war, auf dem Weg ans Meer in der berühmten Gegend Halt zu machen, in der die Winnetoufilme gedreht wurden und die überhaupt atemberaubend spektakulär sein soll. Der Name war mir entfallen, aber eine kurze Recherche ergab, dass es sich um den Nationalpark Plitvička Jezera – Plitvizer Seen – handelt, seit 1979 bereits UNESCO-Weltnaturerbe. Und, mir nun nicht so geläufig, ehemaliges Kriegsgebiet, was sich unter anderem darin äußert, dass zwar der Nationalpark selbst größtenteils wiederhergestellt und gut begehbar ist, im weiteren Umland allerdings davor gewarnt wird, von den befestigten Wegen abzugehen, weil noch nicht alle Minenfelder vollständig geräumt wurden.

Ich war noch nie irgendwo, wo offensichtlich und augenscheinlich ein Krieg stattgefunden hat und ich habe diese Augenscheinlichkeit nach 15 Jahren nicht mehr erwartet. Ich hatte gar nichts erwartet, ich hatte gar nicht darüber nachgedacht.

Doch zurück zu unserer Reise. Wir richteten uns für eine knappe Woche in unserer im Internet gebuchten Ferienwohnung in Rakovica ein. Das Angebot ist groß, sehr groß, in jedem Ort an der Hauptstrecke zu den Seen weist ein Schilderwald auf die unzähligen zu vermietenden Zimmer und Apartments hin. Auf der Reise mit Familie würde ich vermutlich trotzdem wieder im Vornherein buchen. Die Ausstattung der Wohnung war sehr einfach, die Lage in Ordnung, ein Anbau an das Wohnhaus der jungen Vermieterfamilie, quasi in ihrem Garten. Dafür war die Nacht mit 75 Euro relativ teuer. Ich weiß nicht, was ortsüblich ist, aber ich gönne es der Familie, zumal ich nicht weiß, woraus sie sonst noch ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Außer dem Nationalpark gibt es noch kleinere Sehenswürdigkeiten, u.a. die Barac-Höhlen, drei der für das Karstgebiet typischen Tropfsteinhöhlen, von denen eine begehbar ist. Wir wurden professionell geführt in Deutsch und Englisch von einem durchaus attraktiven, von seiner Tätigkeit allerdings offensichtlich eher genervten jungen Mann mit langem schwarzen Haar. Ich weiß, dass Touristen keine angenehmen Menschen sind, dass sie nicht zuhören, sich nicht an die einfachsten Regeln halten. Aber ich mag es dennoch nicht, wenn man mich behandelt wie einen Idioten, vor allem dann, wenn ich mich nicht wie einer benehme. Interessant wars allemal, mit auf den Weg wurde uns die Warnung gegeben, keine der unzähligen Höhlen im Karstgebiet Kroatiens jemals allein zu besichtigen: „Überlassen sie dies den Experten.“ Relativ häufig scheint es menschliche Knochenfunde in den Höhlen zu geben – bisher leider keine prähistorischen, sondern nur aus den beiden Weltkriegen und dem nicht lange zurückliegenden ‚Heimatkrieg‘.

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So langsam bin ich angekommen. Nicht in der Wohnung: die Eroberung des einen, noch nicht begehbaren Zimmers kostet die mühsam erreichte Bewohnbarkeit der Restwohnung. Im Klartext: es sieht schlimmer aus als bei Hempels unterm Sofa, der Wiederfindungsindex ist im Minusbereich angelangt. Aber wir sind dran. Es ist ein bisschen wie funktionierende Homöopathie, es muss erst schlimmer werden, bevor es gut wird. Sagt man.

In erster Linie ist der Mann hier gefragt: es ist sein altes Regalsystem, er hat die Erfahrung und die Vorstellung, wie es sein muss, wie es hält. Als technisch rudimentär begabte Nichthandwerkerin kümmere ich mich derweil ums Kind, sorge fürs leibliche Wohl und schließe die Stereoanlage wieder an. Beide Boxen funktionieren. Außer man spielt eine Schallplatte (nochmal langsam und zum Mitschreiben: eine Langspielplatte aus Vinyl) ab, dann geht nur einer der beiden Lautsprecher, vermutlich ist entweder der Kontakt am Plattenspieler oder der am Verstärker im Eimer. Aber immerhin.

Wenn ich es nicht mehr aushalte gehe ich raus. Es gefällt mir gut in meinem neuen Kiez und langsam werde ich auch mutiger, verlasse die bereits bekannten Pfade und Bäckerläden, probiere auch aus, wofür ich keine Empfehlung vom Kenner habe. Oder endlich eine der vielen Empfehlungen, je nachdem.

Neue Alltagswege gilt es zu finden, zum Beispiel zum Kindergarten. Das eröffnet Perspektiven, bietet neue Möglichkeiten, lässt mir das Unbekannte ein kleines bisschen vertrauter werden. Ich liebe es, in Berlin Fahrrad zu fahren, habe ich das schon erwähnt? Für mich ist es die beste Art, mir die riesige Stadt kleinteilig zu erschließen, auch nach mehr als 10 Jahren noch. Und was ich besonders liebe, sind die kleinen Oasen, die Strecken, die einen Moment Ruhe vermitteln, die so ganz anders sind und doch so typisch: die Bärenbrücke in Moabit, am Kanal und alten Industriegebäuden entlang von Charlottenburg nach Moabit, am Bellevue links ab zum Englischen Garten.

Und nun eben am Lietzensee entlang zur Kita. Der Weg ist noch nicht optimal, eher am Wasser oder eher näher an der Böschung, Fahrrad unten stehen lassen oder die Treppen hinauftragen? Eine frühere „Ausfahrt“ suchen? Aber ich habe noch ein paar Jahre Zeit, das wird sich finden. In jedem Fall kann ich sie genießen, die Stimmung morgens am Wasser, geteilt von ein paar Joggern und Walkern, Müttern mit Kinderwagen und Senioren beim Frühsport an den öffentlichen Fitnessgeräten. Hübsch hier, in Charlottenburg.

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Obwohl ich mir fest vorgenommen habe hauptsächlich Neues auszuprobieren, hier in meinem neuen Kiez, stelle ich bereits jetzt die Tendenz bei mir fest, Etablissements zum zweiten, dritten und vierten Mal zu besuchen, und nicht nur deshalb, weil sie so gute Ware, Atmosphäre oder Preis-Leistungs-Verhältnisse haben. Nein, allein und einzig deshalb, weil ich sie nun schon kenne.

Die Begründungen, mit denen ich mein Tun rechtfertige, sind mannigfaltig und nicht wert, hier im Einzelnen erörtert zu werden. Denn im Wesentlichen laufen sie immer auf Eines hinaus: das Bekannte ist einfacher und daher bequemer. Nicht unbedingt besser. Im Fall der Leberkäsesemmel von Rogacki wenigstens genauso gut. Aber mit dem Kennenlernen wird das so nichts, meine Liebe.

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Es wird besser. Nicht gut, aber definitiv besser. Nach einem Mittelding zwischen Schlachtplan und Pause. Jetzt ist es nur noch ein Zimmer, das allerdings rappelvoll mit Kartons und anderem steht. Meine Befürchtung ist, es wird wie mit Rubik’s Cube oder den Plastik-Schiebepuzzles aus der Kindheit: beim letzten Teil geht alles wieder alles im Chaos unter, aus man es vorher schon heraus geholt hat. Ich konnte das nie, habe es nie zu Ende gebracht. Vielleicht reicht die Zimmeranzahl ja auch so?
Ich glaube, eine neue Liebe nimmt ihren Lauf – das Charlottenburg, das mich hier umgibt, gefällt mir ausgesprochen gut. Eine schier therapeutisch erholsame halbe Stunde habe ich am Sonntag morgen vor dem Brotgarten verbracht, die Straßen hinter dem Klausener Platz könnten Gassen sein. Es gibt zu gucken, zu entdecken, zu finden. Manchmal werde ich schon ungeduldig, weil mir die Vertrautheit fehlt.
Vor ein paar Tagen habe ich die Vormieterin getroffen, sie geht im bekannten Kiez einkaufen, das „geht schneller als bei uns da draussen, da kenne ich mich noch nicht aus“. Ich habe sie ganz gut verstanden.

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Ich möchte heute einfach mal jammern. Darüber, dass die Kisten immer noch den größten Teil der neuen Wohnungsfläche einnehmen. Darüber, dass sie ausgeräumt und zusammengefaltet bereits zu neuen Platzkonkurrenten werden. Darüber, dass von zwei notwendigen Dübeln der zweite einfach durchfällt und die ganze Arbeit vergeblich war. Darüber, dass ich mir immer wieder an in den Weg ragenden Plastikfaltboxen und scharfkantigen Metallwerkzeugkästen Schienbein oder Zehen breche. Darüber, dass ich keine Ahnung habe, wo sich mein Ersatzhandy befindet, nötig, da die Tochter im Chaos ihr Ladegerät verlegt hat. Und darüber, dass jede freie Stunde mit schlechtem Gewissen ob der vorwurfsvoll herumstehenden Kartons erkauft wird.

Ich möchte mal wieder einen Samstag nachmittag auf dem Sofa liegend ein Buch lesen. Mich am hellichten Vormittag mit einer Freundin zum Kaffeetrinken treffen. Am Sonntag mit Mann und Kind und Kind ins Grüne fahren. Dienstag abend abgefahrene Filme gucken und mir seltsame Motti ausdenken.

Das Schlimme ist, dass es sich heute so anfühlt als würde das Leben nie mehr normal.

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An das ehemalige Stasi-Erholungsheim erinnert bestenfalls noch die Architektur des Haupthauses, über die man sich aber auch nur so lange erhebt, bis man in einem der Zimmer oberhalb der Baumkronen des kleinen Kiefernwäldchens aus dem Fenster blickt. Das kleine Kiefernwäldchen geht über in die Dünen und ist mit dem üblichen breiten Ost-Ostseestrand alles, was zwischen dem Hotelgast und dem Meer liegt.

Ich war vor ein paar Monaten zum 7. oder 8. Mal hier und habe so einiges an Entwicklung miterlebt. Als Familie kommen wir meist in einem der Reetdachhäuschen unter, oft zweistöckig, beim letzten Mal leider mit einer Schlafgelegenheit auf dem Wohnzimmersofa, was den abendlichen Aufenthalt im Appartement weniger gemütlich gestaltet. Aber bisher waren wir immer diesseits der Straße untergebracht, was mit kleinen Kindern ein wirklicher Vorteil ist.

Die Küche hat sich gemausert. Früher war es manchmal mehr fürs Auge als für den Geschmack und eine auffallend große Anzahl an Auszubildenden im Service-Bereich ist zwar löblich, führt aber auch zu einer Häufung an Pannen, die in diesem Preissegment nicht so leicht zu akzeptieren sind. Ich meckere normalerweise nicht prinzipiell und ein Haar entferne ich schon mal stillschweigend aus der Suppe. Aber ich hänge stark dem Glauben an gutes Preis-Leistungsverhältnis an und bei den Strandhotelschen Tarifen für Übernachtung und Kulinarik werde ich kritisch. Aber wie gesagt, an der Küche hatte ich schlichtweg nichts mehr auszusetzen – die richtige Kombination aus regional und weltgewandt, gute Zutaten mit Können zubereitet. Und es sieht immer noch hübsch aus.

Unschlagbar war schon immer die Kinderbetreuung während der Essenszeiten. So attraktiv und freundlich gestaltet, dass das gute Essen zumindest bei kleineren Kindern komplett in der Hintergrund tritt. Aber freiwillig verhungern sie ja meist nicht, und für den Luxus, mit einer Zweijährigen selbst im Restaurant gutes Essen in Ruhe genießen zu können, lasse ich auch mal Vanilleeis als Hauptgang gelten.

Überhaupt – es hat immer Spaß gemacht, hier mit Kindern herzukommen. Die Zielgruppe Familie wurde gut behandelt und es sah so aus als würde diese Philosophie weitergeführt, als vor zwei Jahren ein paar hundert Meter weiter ein Partnerhotel eröffnete, mit der ausdrücklichen Priorität Gäste ohne Kinder glücklich zu machen. Ob die Partnerschaft noch besteht, weiß ich nicht, im März tat sie das laut Webseite noch. Umso erstaunter war ich zu hören, dass es plötzlich Einschränkungen bei der Nutzung des Schwimmbads und der Saunen, genannt SPA, gibt. Ersteres darf von Kindern unter 16 Jahren nur noch ab 10 Uhr bis 17 oder 18 Uhr genutzt werden, die Saunalandschaft, von einer Textil-Biosauna abgesehen, generell nur ab 16 Jahren. Die Enttäuschung war einigermaßen groß bei der 11-jährigen, nicht mehr in die abenteuerliche Strandsauna mit folgender Abkühlung in der Ostsee zu dürfen und die Mühsal entsprechend, vom Tagesausflug zur rechten Zeit zurück sein zu müssen, damit die geliebte Stunde im Schwimmbad überhaupt noch stattfinden kann.

Das Besondere, das ich immer beim Besuch dort empfunden habe, nämlich, dass meine Töchter dort genauso willkommen sind wie ich, hat einen empfindlichen Schlag erhalten. Auf Nachfrage hieß es, es seien gelegentlich bis zu 40 Kinder in den Saunen unterwegs gewesen und vor allem Eltern hätten sich eine Zone im Hotelbereich gewünscht, in der sie Ruhe vor ihren Kindern hätten.

Aha, das sind natürlich verständliche Wünsche, denen man gerne nachkommt. Mir persönlich stellt sich die Frage, was die Leute eigentlich mit ihren Kindern anstellen, wenn sie selbst der Wellness frönen. Im Hotelzimmer einsperren? Oder liegt die neue Zutrittsbeschränkung doch eher daran, dass man in einen speziellen Wellnesshotel-Verbund aufgenommen werden wollte, deren Broschüren neuerdings überall ausliegen?

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Es geht nur sehr langsam voran. Nun rächt sich, dass das Leben ein paar Wochen brach lag: der Alltag, das Fortkommen, die Organisation des Kommenden fordert jetzt seinen Tribut und lässt mich nicht mit voller Kraft das neue Zuhause schaffen. Die Nerven liegen blank, der Körper schmerzt angesichts der exzessiven, weil ungewohnten, körperlichen Arbeit.
Filmabend hat noch keiner stattgefunden. Unterschiedliche Prioritäten und Mentalitäten treffen aufeinander und vertragen sich nicht immer gut. Müssen die Lampen denn alle schon an Ort und Stelle hängen, wenn das Kinderzimmer noch nicht nutzbar ist? Warum wird ein Regal an einer Stelle aufgehängt, an der eventuell ein Stuhl Platz finden muss. Vielleicht ja aber auch nicht. Und das Regal ist aus dem Weg, die Dinge, mit denen es gefüllt wird, ebenso.
Beim Auspacken lässt sich vortrefflich ein zu nahegehendes Fußballspiel verfolgen; ohne das ganze Leid vom 1:0, über die rote Karte zum endgültigen 2:0 und dem Nichtaufstieg durchstehen zu müssen. Nur punktuelle Enttäuschung hält starke Gefühle in Grenzen. Immerhin haben die Jungs vom FCA nichts verloren, nur nichts dazugewonnen, halt. Vielleicht sind sie noch nicht soweit. Möchte ich glauben.
Zurück zum Wichtigen. Die Küche ist fertig, funktionsfähig, ganz schön geworden. Nur eben mit einem Regal am eventuell falschen Platz. Aber auch das könnte man ja wieder abhängen. Wenn es denn mal einem SDtuhl Platz machen müsste.

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Es schwankt. Es schwankt zwischen dem Gefühl, im absoluten Chaos zu ertrinken, kein Land zu sehen, am Eingepackten und Nichtwiederauffindbaren zu verzweifeln und einem unbestimmten Optimismus, wenn ein Stück mehr Kubikraum freigeschaufelt und ein Karton mehr erfolgreich entleert ist. Oder das erste einfache Mahl auf dem neuen Herd gekocht ist. Oder die Türe zum Bad nachts nicht mehr aufbleiben muss, weil es ein eigenes Licht bekommen hat und nicht mehr beim Flur schmarotzen muss.

Mehrere Freunde waren beeindruckt, weil die Technik schon halbwegs funktioniert und komplett einsetzbar ist. Das ist prima, stimmt eigentlich. Es wird so langsam. Bestimmt…

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