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Archive for the ‘Warum ich Moabit nun doch verlasse’ Category

Pausen eignen sich gut zum Umzugstagebuch schreiben, jedenfalls so lange wie ein funktionierender Rechner mit funktionierendem Internetanschluss bereitsteht.

Je mehr eingepackt ist, desto größer wird das Chaos. Wie ist das möglich? Ich sortiere nicht mehr so gründlich aus wie in den Tagen zuvor – keine Zeit mehr. Selten wünsche ich mir die Zeit bereits vergangen. Im Moment möchte ich das Wochenende bereits hinter mir haben. Oder nicht teilnehmen müssen. Stattdessen einen Ausflug ins Grüne, an einen See, ein bisschen Sonne die Nase kitzeln lassen…

Na gut, ich muss wohl hingehen, zu diesem unserem Umzug. Und danach wird alles schön? Von wegen: dann geht es ans Auspacken, Nicht-Unterbringen, Geld für ungeliebte Stauraummöbel ausgeben. Und ans Leerräumen und Aufräumen und Saubermachen und vielleicht sogar Streichen der alten Wohnung. Es wird mindestens Wochen dauern, bis wieder ein Zuhause exisitiert.

Nächstes Mal lasse ich es nicht soweit kommen. Ab jetzt werde ich regelmäßig ausmisten und hinter den Büchern die Regale abstauben. Versprochen.

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Ich bin mir sicher. Auch wenn mich gestern, wie so viele andere auch, beim morgendlichen Blick aus dem Fenster fast der Schlag getroffen hat: pudergezuckerte Gehsteige, der Dreck der letzten Tage verdeckt von verführerischem Weiß, das am Ende nur dazu führt, dass sich die verrußten Schmutzhäufen am Straßenrand, die heimtückischen Eisbahnen zwischen den Stellplätzen der Autos, die zugeeisten Radwege und die Splitbeläge überall noch länger halten können. Und die Berliner Stadtreinigung weiterhin eine gute Ausrede hat, warum sie den Müll von Silvester noch nicht wegräumen konnte.

Nein, wirklich, seit heute bin ich mir ganz sicher: der Frühling kommt. Ich habe am Sonntag grüne Spitzen irgendwelcher Zwiebelblumen gesehen. Und Magnolienknospen berührt. Und Spechten gelauscht, die doch sicher frühjahrs anfangen, auf die Bäume zu klopfen?

Bei meiner heutigen Fahrt durchs frühfrühlingshafte Moabit konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden von hier wegzuziehen. Trotz Sonnenglanz auf den liebgewonnenen Wegen. Bei einer wertkonservativen Person wie mir, die Neuerungen nur schweren Herzens etwas Gutes abgewinnen kann und Umziehen hasst wie die Pest – und dabei den Begriff Hass so gut wie nie verwendet – , die den in Berlin am längsten von ihr bewohnten Kiez immer mehr als Zuhause akzeptiert und zum ersten Mal Bekannte auf der Straße getroffen hat, kann solch optimistisches Vorwärtsblicken, ja, ich bin fast geneigt, es Vorfreude auf den kommenden Ortswechsel, und alles was er an sonstigen Wechseln nach sich zieht, zu nennen, nur heißen, dass es Frühling wird.

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