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Posts Tagged ‘Der Film macht die Musik’

Selten wurde eine unserer Vorgaben besser erfüllt als diesen vergangenen Dienstag abend mit dem Film The Jazz Singer. Als erster Tonfilm wird zwar noch nicht gesprochen, oder besser: fast nicht, aber die Musik, um die es schließlich geht in der Geschichte, ist „live“. Seltsam zeitlos wirkt das Dilemma des Helden sich zwischen den alten Traditionen des Vaters, einem orthodoxen jüdischen Kantor, und der eigenen Verwirklichung in Form des Jazz und derWelt der Shows und des Broadways entscheiden zu müssen.

Wieder einmal habe ich festgestellt, dass ich Stummfilme mag. Sie scheinen mir immer zu anstrengend aus der Ferne, doch sobald ich mich auf einen einlasse, gefällt mir die Ästhetik, bleiben die Bilder viel länger haften.

Nun ist erst mal Sommerpause, aber dann heißt es im Sinne des letzten Films und im Sinn unseres Filmabends:“The show must go on.“

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Ich hinke sowas von hinterher mit der Filmberichterstattung, es muss an der Hitze liegen. Jetzt ist schon wieder Dienstag und ein neuer spannender Filmabend steht bevor.

Der Ausspruch bei der Verkündung des letztwöchigen Mottos war es, der dann auch die letztwöchige Auswahl bestimmte: „Das ist aber doch jetzt mal gut fürn Western.“ Für das Genre, das wir eher vernachlässigt haben. Ich habe noch Filme zum Thema Todesstrafe in Erwägung gezogen, mich dann aber dagegen entschieden. Ich wollte die gute Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Meine Liebe zu Western kommt von meinem Vater, mit dem ich die Wiederholungen rauf und runter geguckt habe; die Klassiker als auch die B-Movies; Italo-Western und alles von John Wayne. Nie geschafft haben wir „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Mein Vater war Fernsehzuschauer, nicht Kinogänger. Doch als das erste Programmkino am Platz endlich an einem Sommersamstagnachmittag den Film zeigte, habe ich ihm das Versprechen abgerungen, mit mir dorthin zu gehen. Er hat mich runtergehandelt auf eine Fahrradtour ins waldig-schattige Siebenbrunn. Obwohl genauso wenig Fahrradfahrer wie Kinogänger war meinem stark rauchenden Vater eine anderthalbstündige Fahrradfahrt eher geheuer als drei Stunden Kino ohne Zigarette.

Ich habe ihn viel später noch in einem anderen Programmkino gesehen, ich glaube, mein Vater auch – im Fernsehen. Da dieser Film zum Angedenken an meinen Vater gehört und ja tatsächlich eine für Dienstag abend ungebührliche Länge aufweist, habe ich mich für einen anderen, eher unbekannten Western entschieden, den ich damals allein gesehen hatte und der mich als jungen Menschen ziemlich beeindruckt hat in seinem Umgang mit dem alttestamentarischen Rachekonzept – und zwar per se, aber auch vor dem Hintergrund der zuhauf konsumierten Westernfilme -: The Bravados. Dass hier selbst Religion als Heilsbringerin – sachte – hinterfragt wird, war mir nicht mehr bewusst.

So leicht bin jetzt nicht mehr zu beeindrucken, Filmästhetik hat sich verändert. Es ist trotzdem ein spannender Western, anders als andere. Oder nicht? Ich glaube, ich muss mal wieder ein paar anschauen.

Basierend auf der übereinstimmend geäußerten Bewunderung des genialen Einsatzes von Musik in The Bravados geht es heute darum, dass „der Film die Musik macht.“

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