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Posts Tagged ‘Dessert’

Ich habe etwas Gefährliches entdeckt, gefährlich lecker, sündhaft lecker. Ungewöhnlich und auch zum Mitnehmen und Gott sei Dank weit genug weg von meinen täglichen Wegen. Genaugenommen habe ich es nicht entdeckt, sondern bin hingeführt worden von der Freundin, die gegenüber wohnt, im Friedrichshain. Oder in Friedrichshain?

Egal. Jedenfalls wohnt sie gegenüber vom Factory Girl!, die Arme. Factory Girl! ist ein schuckeliges, kleines Cafe in der Krossener Straße 16, mit gemütlichen Sitzecken, eine davon im Fenster, und einem herzlich-freundlichen, gesprächsbereiten Herrn hinter der Theke, der einen probieren lässt von den verschiedenen, gerade erhältlichen Sorten von Magnolia. Mich hat er damit schon gekriegt.

Als mir besagte Freundin davon und vom innewohnenden Suchtpotential berichtete, war ich noch nicht überzeugt: Kekskrümel und Puddingzeug. In verschiedenen Geschmacksrichtungen. Meine erste Assoziation waren Erwachseneneissorten wie Cookies&Cream oder – noch schlimmer – Cookie Dough mit ungebackenem Teig. Und dann vermutlich Aromastoffe, naturidentisch und so weiter, und Farbe.

Aber natürlich ist alles anders. Es handelt sich eher um so eine Art vermixtes Trifle, Keks oder Bisquit (selbstgebacken) und eine feine Creme – aus Mascarpone? – und dann meistens noch Früchte. Schokolade-Kirsch, zum Beispiel. Oder Erdbeer-Weiße Schokolade. Banane. Man kann auch zwei Sorten als eine Portion haben. Sonst gibt es noch interessanten Kuchen, Frühstück haben sie da auch. Der Cappuccino war gut, glaube ich. Ehrlich gesagt, konnte ich mich nicht auf viel mehr konzentrieren als diesen absolut köstlichen Nachtisch auf meinem Porzellanbrotzeitbrett.

Die Inhaberin kommt wohl aus New York City, wo es so etwas in der Art, nur als Getränk, in den berühmten Magnolia Bakeries gegeben hat oder immer noch gibt. Und sie hat auch ein Cafe in Istanbul, wo man Magnolia erstehen kann. Gut für die Freundin, wenn sie über Ostern da ist: Falls die Sehnsucht zu groß wird. Ich überlege schon krampfhaft, ob es nicht bald mal wieder etwas Wichtiges in Friedrichshain zu tun gibt. Oder im Friedrichshain?

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Der Filmschmaus besteht üblicherweise aus mindestens zwei Gängen. Zu den Cuddriruni gab es Salat, also keine Vorspeise, aber Nachtisch musste sein, am besten etwas Fruchtiges und/oder Cremiges, nicht nochmal was Gebackenes. Seit ein paar Wochen spukte mir eine Kombination im Kopf herum, von der ich in einem meiner Lieblingsblogs gelesen hatte und die mich unmittelbar mitten ins Herz, oder wo auch immer die gedanklichen Geschmacksnerven sitzen, getroffen hat: Apfel und Lorbeer.

Zuhause waren: Birnen, Joghurt, Schmand, Zucker, Honig, Gewürze. Mit ins Spiel kam das Gewürzkompott, das ich kürzlich bei einem überaus unterhaltsamen und lehrreichen Kochkurs kennengelernt hatte. Quark und Äpfel habe ich besorgt.

Je zwei Äpfel (ich glaube Braeburn) und zwei Birnen habe ich gewürfelt, mit Zitronensaft vermischt, getrennt warten lassen. Zucker und Wasser erhitzt, bis der Sirup köchelt und leicht bräunt, mit Apfelsaft abgelöscht, dazu: Lorbeer, 1 Stern Anis, eine Zimtstange, eine kleine getrocknete Chilischote (von der ich dachte, sie entspringe meiner eigenen Kreativität, um beim nochmaligen Lesen festzustellen, sie hat sich aus Afra Evenaars Angaben direkt in mein Unterbewusstsein geschlichen…), zuerst die Apfelwürfel bis sie weich, aber bissfest sind und dann die Birnen. Aufhören zu köcheln bevor sich die einen oder anderen auflösen.

Weil mir zuviel Saft in den Topf gerutscht waren, habe ich – pssst – mit Stärke ein wenig gebunden, also ein bisschen Stärke mit kaltem Wasser verrührt und im Kompott aufkochen lassen. Wirklich nur ein bisschen.

Dazu habe eine Creme aus Joghurt, Magerquark, Schmand und herbem Tannenhonig gerührt, die sehr steif und cremig wurde und durch die geringe Süße und das Milchsaure gut das süße Kompott kontrastierte.

Wenigstens das Dessert kam einigermaßen unkritisiert („Ein bisschen zu süß“, große Tochter) an. Abend gerettet.

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Ich weiß es zu schätzen, wenn in einem Restaurant die Portionen so bemessen sind, dass ich nach Vorspeise und Hauptgericht noch Lust auf Nachtisch habe. Ich mag Nachtisch und ich mache gern Nachtisch.

Meistens nach Rezept und Intuition: ich habe gut funktionierende Rezepte für Mousse au Chocolat, Panna Cotta mit Kompott – egal von was, Quarkmousse mit Heidelbeersauce, Tiramisu. Letzthin ist ein Mandelkuchen mit Gewürzkompott zum Portfolio gestoßen und direkt aufgenommen worden. Die Crème brûlée meiner Mutter wird leider immer in zu kleinen Einheiten offeriert, so dass ich nicht auf das nächste Mal warten möchte und mich selbst daran versuchen werde. Allerdings eher mit Rezept als mit Intuition.

Freunde brachten zu den üppigen Schnittchenplatten an Silvester einen Obstsalat, der köstlich und ungewohnt war: alles war ganz klein geschnitten, was für eine fast schon musige Konsistenz sorgte, farblich, geschmacklich und stofflich kontrapunktiert von knackigen Granatapfelkernen, Cranberries und Sonnenblumenkernen. Weiteres Überraschungsmoment: Dattelstückchen.

Aber so lecker, wie er war: nach mehreren Schälchen für alle und der Hälfte wieder mit nach Hause gegeben wirkte die Mengenlage unverändert. So schade drum, aber die Vorstellung von einem weiteren Schälchen Obstsalat mit Sahne hatte am nächsten Tag klar an Attraktivität eingebüßt.

Die Rettung: Trifle. Trifle ist das Dessert für ohne Rezept, wenn man das Prinzip verstanden hat: Keks, Flüssigkeit, Frucht, Creme. Und dann nochmal von vorn. Je nachdem am Schluss eine Mandelblättchendecke. Oder was halt so passt zu dem, was da geschichtet ist. Ich habe für das Wintertrifle mal schnell Biskuitboden gebacken, weil ich keine Löffelbiskuits im Haus hatte. Also 120 g Mehl und 1 Teel. Natron gesiebt, 3 Eier mit 120 g nacheinander zugegebenem Zucker relativ lange gerührt (ca. 5 – 6 min), Mehl mit Löffel untergearbeitet und aufs mit Backpapier belegte Blech fließen lassen, gebacken, bis er hellbraun war. Da ich weiter nichts mit dem Biskuit vorhatte, habe ich es nicht sehr genau mit ihm genommen.

Dann am schönsten in eine Glasschüssel: erst den Boden mit Biskuit auslegen, darauf Obstsalat, der genug Flüssigkeit zog, dass ich auf eine gesonderte Zugabe von Saft oder z.B. Orangenlikör verzichtete, darüber dann die Creme gestrichen, die ich aus Vorhandenem flugs zusammengerührt hatte: bisschen Schlagsahne halbsteif geschlagen, Orangenjoghurt, Quark der mittleren Fettstufe. Ganz wenig Vanillezucker. Und dann nochmal: Biskuit, Obstsalat, Creme. Die Mandelblättchen obendrauf habe ich wegen der Sonnenblumenkerne weggelassen. Eine Stunde mindestens ins Kühle, zum Durchziehen und Festerwerden.

Was soll ich sagen? Nachtische liegen mir irgendwie. War ein würdiger Abschluss für ein Obstsalatleben. Würde ich sagen.

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