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Posts Tagged ‘Dublin’

Reisetagebuch Irland / 1

Nach anderthalb Tagen Dublin in Donegal angekommen. Erstmal tief ausatmen.

Tor zum Westen

Auch wenn fast alle Teilnehmer der kleinen Reisetruppe noch gerne ein wenig geblieben wären. Die Liebe zur schmutzigen alten Stadt habe ich wohl an die große Tochter weitergegeben, vielleicht ist es auch genetische Vorbelastung. Der geliebte Mann hatte in anderthalb Tagen gerade mal genug Zeit um herauszufinden, dass es zehnmal so lange dauern würde, um alles anzusehen, was ihn interessiert. Und vermutlich auch darüber hinaus nicht langweilig würde.

Meine Befürchtungen einer argen Enttäuschung nach den vielen Jahren haben sich nicht erfüllt. Die Zuneigung – und die Vertraulichkeit – waren sofort wieder da, ließen sich selbst durch den Anblick von Temple Bar nicht verscheuchen.

Eineinhalb Tage waren auch mir nicht genug, und doch fast zu viel mit kleinem Kind. Dublin ist keine Stadt für Kinder, war es noch nie – zumindest nicht in meiner Wahrnehmung. Aber doch offenbar eine Stadt für Teenager. Oder für bestimmte Teenager. Und für mich. Für bestimmte Leute. Eckig und kantig, laut, lebendig, bunt und nicht ordentlich, außer vielleicht um die neuen Bankenpaläste herum; eher nicht sauber, jung, sehr jung – nach wie vor.

Temple Bar wird woanders stattfinden, und ein bisschen altes Temple Bar gibt es auch noch am alten Ort, wenn man in die Hinterhöfe schaut. Oder ins Irish Film Institute.

Rathmines

Das ganz Neue habe ich eher von der Ferne gesehen, was nicht daran liegt, dass es mich nicht interessiert. Es befindet sich nur einfach in einer Gegend, in der ich mich auch früher nicht bewegt habe. Zu ernst waren die Warnungen der Einheimischen vor den Gefahren, die dort lauern.

new dublin

Jetzt weiß ich, dass ich wieder hinfahren möchte. Öfter. Mit mehr Zeit und mit größerem Kind. Und dass ich mich nicht mehr davor fürchten muss. Wir können immer noch ganz gut miteinander, Dublin und ich.

Für die Fotos danke ich herzlich Stroheim vom Strandgut.

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Die Paradiesfrage von Karu hat mich trotz meiner unmittelbaren Assoziation mit der irischen Westküste ganz schön Zeit gekostet, bzw. kostet mich noch.

Sie hat mich nämlich auf die Suche nach den passenden Bildern geschickt. Mal abgesehen davon, dass es dann nicht schnell gehen kann, weil die Fotos von mehreren Jahrzehnten keinesfalls ein geordnetes Dasein führen, sondern sich in wildem Durcheinander mit denen des geliebten Mannes im Karteikastenschrank vermischen, beschäftigen sich meine Gedanken seither mit den Erinnerungen, die selbst ein kurzes Durchsehen der fotografischen Dokumentation meines Lebens ausgelöst hat.

Erinnerungen an andere Zeiten und Orte: manch Anblick lässt mein Herz immer noch hüpfen, von manchem weiß ich nichts mehr. An Menschen, die auch heute an meiner Seite sind, oder wieder oder anders. Und an Menschen, die in meinem Leben selbst keine Rolle mehr spielen, sehr wohl aber die Spuren, die sie darin hinterlassen haben. An die Erfahrungen, für die ich ihnen dankbar bin, manchmal auch nur dank des langen Abstands.

Wenn ich die Zeit finde, werde ich die Vergangenheit mal ordnen. Es ist langsam Zeit, zu wissen, wo das Wesentliche zu finden ist und vielleicht auch, sich vom Unwesentlichen zu trennen. Mal sehen.

Ein Lieblingsbild aus der Vergangenheit: eine (andere) der Besten

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