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Posts Tagged ‘Elke’

Ein Gruß

Ich bin froh, Dich beim Fest vor ein paar Tagen noch getroffen zu haben. Trotz allem schien mir, dass Du den Abend genießt. Dein Leben war anstrengend in den letzten Jahren. Wegen der Schmerzen, immer eine gesundheitliche Baustelle nach der anderen tat sich auf und nie war es nur ein kleines Zipperlein.
Und trotzdem habe ich Dich immer noch manchmal lachen gehört, bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen ich Dich sah, durfte Dein ansteckendes, Dein so überaus herzliches Lachen hören. So auch an diesem Abend als Du verschmitzt die Geschichte erzählt hast, wie Du auf die Ankündigung Deiner Enkelkinder, dass Mama jetzt „Barfuß am Klavier“ spielt, gedacht hast, mein Gott, wie lässig, meine Tochter, wahrscheinlich sogar noch im Minirock.
Du hast Dich immer noch interessiert für die, die um Dich waren, die ab und zu in Deinem Leben vorbei geschaut haben. An diesem letzten Abend haben Du und H., Deine Enkelin, meiner kleinen Tocher die Langeweile mit Kniffelspielen vertrieben. Du musstest zwischendrin aufstehen, weil Sitzen zu weh tat.
Was mich ärgert, ist, dass ich Dir an dem Abend nicht gesagt habe, wie gut Du aussiehst. Denn genau das habe ich gedacht, als ich Dich gesehen habe: E. ist heute abend richtig schön. Das ärgert mich und ich werde es mir zu Herzen nehmen, gute Gedanken immer gleich auszusprechen, bevor die Gelegenheit unwiderbringlich vorüber ist. Ich hoffe, Du bist irgendwo, wo Du es trotzdem weißt.
Beim Gehen sagtest Du, dass Weihnachten sehr schön, aber auch sehr anstrengend für Dich war, und Du Dich jetzt aufs Ausruhen freust. Den Gedanken finde ich tröstlich, auch wenn ich nicht den Eindruck hatte, dass Du soweit bist, für immer zu gehen.
Ich kann morgen beim letzten Abschied nicht dabei sein. Aber ich zünde eine Kerze an und ich trinke ein Glas guten Wein auf Dich. Du wirst fehlen.

Für Dich:

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