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Posts Tagged ‘Else Lasker-Schüler’

Freitag abend in einer sehr feinen Runde eine Allgäuerbierprobe abgehalten. Bericht mit Fotos folgt. Die große Tochter erzählt beim Frühstück, dass sie davon geträumt hat. Kein pädagogisches Highlight, aber ein schöner Abend.

Am Samstag sehr lebhaften Anderthalbjährigen der Freundin gehütet. Er brachte meine Dreijährige auf Ideen. Alle Stühle und Beistelltische waren verschoben, meist Richtung Essbares. Nur einmal vom Hüpfpferd gekippt. Nebenher Gegendemos in Dresden verfolgt. Der Nazi-Aufmarsch wurde verhindert, und die Presse beschäftigt sich mit den linksautonomen Randalierern. War und ist Gewalt nötig oder haben sich nur einige Leute mit zu niedriger Aggressionsschwelle inhaltlich für die richtige Seite entschieden? Allerorts ist von Überforderung und Unterbesetzung auf seiten der Polizei zu lesen. Wäre das Wissen darum, dass man nicht genug und nicht genug erfahrene Polizisten für solch eine Veranstaltung aufbieten kann, nicht ein Grund, Naziveranstaltungen – zumal mehrere gleichzeitig am selben Ort – nicht stattfinden zu lassen?

Sonntag vormittag mit der Großen in der Ausstellung Else Lasker-Schüler. Bilder im Hamburger Bahnhof. 10 Minuten vor Öffnung da zu sein passiert mir selten. Mit uns warteten erstaunlich viele mittelalte bis ältere gutgekleidete Damen. Ich bin sehr beeindruckt von der Künstlerin, habe mich aber in erster Linie wieder an ihre Gedichte erinnert. Jetzt denke ich darüber nach, inwieweit sie doch zur klassischen Moderne gehört, was ein guter Freund verneint, und ob ihre Kunst für heutige Maßstäbe ‚gefällig‘ ist, wie derselbe gute Freund anmerkte. Ihre Biographie fesselt mich, obgleich ich nichts davon halte, sie zur Grundlage für das Verständnis ihrer Kunst zu machen. Danach ein Kaffee im „Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof“. Schönes kaffeehausgleiches Ambiente, aufmerksamer, flinker, freundlicher Service, leider schmeckte der Milchkaffee nicht.

Nach Rinderbraten (Bräter in seiner vorgesehenen Funktion eingeweiht) mit Schupfnudeln (nicht schlecht fürs erste Mal) und Blaukraut (vom letzten Mal noch aus der Tiefkühle geholt) das, was dann kommen muss: Wann hat das eigentlich angefangen, diese Fixierung auf den Tatort als einzig mögliche Sonntagsabendbeschäftigung? In dem Ausmaß, dass Telefonanrufe unabgehoben an uns vorübergehen und beim Abendessen immer die bang-unterschwellig-aggressive Fragestellung im Raum steht: wer bringt die kleine Tochter ins Bett – und verpasst damit vermutlich mindestens den Anfang? Die strategische Planung geht soweit, dass wir uns ums Essenkochen am Sonntagabend reissen, denn wer kocht, muss zwar nach dem Hauptprogramm die Küche putzen, darf aber um 20:15 pünktlich vor der eingeschalteten Glotze sitzen. Es lohnt sich in den seltensten Fällen. Gestern zum Beispiel war Schrott, und ich behaupte, das liegt nicht nur an den völlig unglaubwürdigen Kommissarsdarstellern Thomalla und Wuttke, auch wenn manche Leute mir den Regisseur Buddy Giovinazzo als Kult verkaufen wollen.

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