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Posts Tagged ‘Fußball’

1) They played fine.

2) Sie hätten es auch packen können.

3) Ohne Manuel Neuer hätten sie noch viel schlechter ausgesehen.

4) Die zwei Tore wurden erzielt vom ersten schwarzen Spieler des italienischen Nationalteams. Endlich.

5) Trikot über den Kopf ziehen und sich so hinstellen. Angesichts einer wachsenden Zahl weiblicher Zuschauer: kann man machen. Muss man nicht. Kann man aber.

6) Spannend.

7) Die Spanier werden dieses Pack vom Platz fegen. Ich verlasse mich drauf.

8) Wir sehen uns 2014 in Brasilien.

9) Da, wo wir hinfahren, hat der Steinadler ein Junges. Ich glaube, das ist fast wichtiger.

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Heute mal kein Fußball. Über die gestrigen Spiele mag ich nicht viele Worte verlieren. Der Geheimfavourit gegen die ausgeschiedenen Schweden 2:0. In der Tat liegt der Reiz einer solchen Fußballveranstaltung vielleicht gar nicht in der Qualität der Spiele. Zu viel Belohnung sorgt für zu viel Berechnung, effektiver Einsatz statt Spielfreude.

In manch dunklen Winkeln meines Halbbewussten regt sich hie und da auch ein böser Verdacht: abgekartetes Spiel. Wettbetrug. Against all Odds gibt gutes Geld. Ich meine: 2:0 gegen Schweden! Tschechien besiegt Russland! Aha. Ich hänge nicht gerne Verschwörungstheorien an. Ich glaube auch nicht an Kornkreise und Botschaften aus dem All.

Vorstellbar allerdings: eine Volksbelustigung, in der die ukrainische Mannschaft die englische bei einem eigentlich allseits bekannten und etablierten Spiel so verwirrt, dass sie nicht mehr weiß, was auf diesem grünen, großen Platz von ihr erwartet wird, ungewöhnlich und unglaublich inszeniert von intriganten Regierungen und der Deutschen Bank, damit die Leute so abgelenkt sind, dass sie sich nicht mit wirklich Wichtigem beschäftigen (der Aufwand wäre doch nicht nötig gewesen!)? Damit sie nicht merken, dass sich hier niemand um ein langfristige Lösung des Problems bemüht, weil die den eigenen Interessen und damit dem eigenen Bonus Wahlerfolg entgegensteht? Oder aber, dass die vermeintlichen Experten ebenfalls keine Ahnung haben, wie man verhindern kann, was hier passiert?

Letzthin habe ich an verschiedenen Orten und in unterschiedlich verächtlichem Ton verfasst gelesen, die Menschen beschäftigten sich lieber mit der Euro als mit dem Euro. Wen wundert es? Nicht nur ich kann nicht mal beurteilen, ob es sich um Dilettantismus oder Gier bei den handelnden Personen und Institutionen handelt. Oder um beides. Fußball verstehe ich wenigstens. Einigermaßen. Gestern wieder eher weniger.

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Bis vorgestern habe ich die Spiele dieses Turniers zu Hause geguckt, bei mir oder anderen, die mit der eigenen Mannschaft immer auch in wohlgeneigter Gesellschaft. Beim ersten Spiel waren es zwei Männer und fünf Frauen, zweitere bedeutend laut- und ausdruckstärker in ihren Kommentaren und Reaktionen und das ziemlich unabhängig von jeweiligen Grad an Spielverständnis. Gefühlsbetont, würde ich sagen.

Beim nächsten Mal waren wir zwei Frauen und zwei Männer, ich habe nicht nachgefragt, aber es schien wohl selbst für meinen Mann aushaltbar. Vermutlich sehe ich das nächste Spiel in ähnlicher Besetzung wie beim ersten Mal, aber eventuell ohne Männer: ein ‚zu hysterisch‘ klang als Kommentar irgendwo an. Zu laut, meinetwegen, auch zu nervig, ja, okay, aber hysterisch? Ich gewinne in letzter Zeit häufiger den Eindruck, dass Männer und Frauen vielleicht nicht fürs Zusammenleben geschaffen sind, mindestens aber nicht fürs gemeinsame Fußballgucken, jedenfalls nicht viele.

Was anderswo Hysterie heißt – und das nicht nur im Zusammenhang mit Fußballgucken -, ist für mich emotional, manchmal Begeisterung, manchmal auch Wut. Hysterie ist es nicht, würde aber die Sache tendenziell einfacher machen, denn mit Hysterie muss und kann man sich nicht auseinandersetzen, da hilft nur eine kräftige Ohrfeige oder ein Kübel kaltes Wasser. Und dann – was für ein wirkungsvolles Totschlagargument: wer ist schon gern ein hysterisches Weib?

Für Interessierte kann ich gerne mal eine Kostprobe in Hysterie – die ich zum Beispiel hochsteigen fühle, wenn mir unangenehmes Getier (zum Beispiel hier faszinierend eklig festgehalten) in nicht mehr geheure Nähe gerät – geben, um den Unterschied zu verdeutlichen. Wenn ich will, bekomme ich das sicher einigermaßen hin. Vielleicht nicht beim Fußballgucken. Da bin ich nicht hysterisch. Laut, nervig vielleicht für manchen, aufgeregt. Nicht hysterisch.

Nun kann ich da drüberstehen und sie labern für hysterisch halten lassen, was sie wollen. Aber lieber überlege ich mir nicht bei jeder Regung während so etwas Spannendem wie einem Fußballspiel, ob es nun stört oder nicht. Deshalb schaue ich lieber mit Frauen. Oder mit echten Kerlen, die auch mal ein bisschen Lautstärke, Aufregung, Jubel, nervöses Geplapper, Aufspringen und Geschrei ertragen können.

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Weit entfernt von hysterisch war gestern die Stimmung beim Public Viewing im Kiezcafe. Um viertel nach acht noch einen Platz vor der Leinwand ergattert, eine bunte Mischung mit und ohne Trikot und unvermeidlich schwarz-rot-goldnem Schnickschnack, keine bekennenden Dänemark-Fans, mehrere krachmachende Utensilien, ein Megaphon.

Kurz nach Anpfiff und den ersten Vorschußjubeln angesichts der vergebenen Torchancen der ersten Minuten kam eine Bewohnerin von oben drüber mit zwei Mädchen noch dazu, zur zweiten Halbzeit fanden auch von anderer abendlicher Zerstreuung Heimkehrende noch irgendwie ein Plätzchen, um den Rest zu sehen.

Der ältere Herr neben mir war nicht immer ganz bei der Sache, wies seine aufs Spiel konzentrierte Frau auf die Schönheit der Abendsonne auf den Dachgiebeln hin. Die beiden älteren Frauen mir gegenüber rätselten nach 15 Minuten, welches wohl das gegnerische Tor sei. Von Lars Bender hatten sie noch nie etwas gehört bis er in der 80. Minute das 2:1 erzielte. Macht nichts, sie hatten richtig Spaß.

Ich auch. Meine mir nicht sehr vertraute Begleitung war gelassen und ein wenig belustigt, ob meiner Aufregung, die jeden Ballverlust schlecht aushält. Er würde aber wohl wieder mit mir gucken gehen. Entweder legt er auf Contenance keinen Wert oder ich habe sie dieses Mal nicht verloren.

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Ich schaue das Spiel übrigens nicht nur alle zwei Jahre, sondern gehe gelegentlich auch mal zur Bundesliga ins Stadion. Und nein, ich besitze nichts, aber schon gar nichts, in Schwarz-Rot-Gold, auch keinen Fuchsschwanz für Fahrrad oder Überzieher für die Rückleuchte. Die deutsche Flagge ist nicht so mein Ding, die deutsche Nation nicht identitätsstiftend für mich. Aber ich will, dass die deutsche Mannschaft gewinnt, denn ich komme nun mal von hier.

Ich habe schon als Kind Fußball geguckt, und wunderbare Erinnerungen daran. Zu zugegebenermaßen immer nur internationalen Turnieren hat sich die ganze erweiterte Familie bei uns getroffen, wovon wahrscheinlich höchstens ein – männliches – Viertel genug davon verstand, um sich über die unqualifizierten, dafür aber höchst emotionalen Äußerungen der – weiblichen – Mehrheit aufzuregen.

Mein Vater kannte immer die Ergebnisse der Bundesligaspiele vom Wochenende, aber er ging nicht ins Stadion, war kein Sportschau-Afficionado und eigentlich war es ihm vollkommen egal, wer wann und wie gewann. Außer bei der deutschen Mannschaft – diesen Stümpern. War sie erfolgreich, dann oft erfreulich unverdient, hat sie verloren, war es nicht anders zu erwarten gewesen.

Ein eher ruhiger Typ mochte er das laute Geschrei bei den Familienabenden wahrscheinlich am wenigsten und hasste es, neben der Tante zu sitzen, die ihm nicht nur zu wenig vom Geschehen verstand, sondern ihn in spannenden Momenten immer in den Oberarm gebufft hat. Anderen Zuschauerinnen wird bis heute unterstellt, sich nur am Aussehen der Spieler ergötzt zu haben, ansonsten ebenfalls durch gänzliche Inkompetenz geglänzt zu haben.

Dabei stimmt das nicht. Ich zum Beispiel habe immer einen guten Torwart erkannt und zu schätzen gewusst. So wie Toni Schuhmacher. Und später Oliver Kahn. Das waren die guten. Torwarte. Die, die rausholen, wenn alle anderen es verpatzt haben. Sie sind meine Retter und die meines Herzens, sie bewahren mich und damit meine Mitgucker vor dem völligen Kontrollverlust in brisanten Situationen. Wenn sie das können, sehe ich auch gerne mal über die eine oder andere Entgleisung weg: der Torwart ist ein einsamer Wolf, das führt zwangsweise zu psychischen Defiziten, denke ich.

In und seit dieser Zeit habe ich mir noch einiges an Sachkenntnis angeeignet. Ich kenne die meisten Regeln, verstehe, was Abseits ist und habe irgendwann auch begriffen, dass es egal ist, wie die Jungs aussehen, ob sie Abitur haben oder ihre Frau betrügen. Selbst der Name ist nicht von Belang, wenn Bastian Schweinsteiger den Fußball spielt, den er spielt.

Das Interesse war mal stärker, mal schwächer ausgeprägt, aber klar ist: das Herz ist dabei, es möge keineswegs der Bessere gewinnen, sondern ‚meine‘ Mannschaft. Mir macht es nur Spaß einem Spiel zuzusehen, wenn ich auf der einen Seite stehe und der anderen die Pest die Niederlage an den Hals wünsche. Da ich hier lebe und aufgewachsen bin, liegt es nahe, bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft für die deutsche Mannschaft zu sein, alles andere finde ich albern.

Ich schreie für sie, verwünsche ihre Gegner, bemühe dazu auch Stereotype und Klischees und rege mich auf bis zum Abpfiff. Dieses Jahr habe ich wieder einmal Glück, weil sie wirklich schönen Fußball spielen können, die Hummels, Lahms, Schweinsteigers (see!), Boatengs, Özils, Badstubers und Gomezes. Manuel Neuer gefällt bisher auch, doch seit dem Pokalfinale gegen den BVB lässt mich die Skepsis noch nicht ganz los. Vielleicht fehlt es noch an den psychischen Defiziten?

Wenn die unsrige Nationalelf nicht spielt, bin ich ein bisschen für Tschechien und für Irland – nicht zuletzt wegen meiner allerschönsten Fußballerlebnisse in Dublin bei der WM 1994 (kleine Anmerkung am Rand: ich habe gestern ausgeschaltet, ich habe die Demontage nicht ertragen – selten hat eine Mannschaft so verdient unverdient verloren). Dafür bin ich gegen Italien, die Niederlande (sieht ja schon mal gut aus) und England. Sowie gegen Nürnberg, Hansa Rostock und Schalke. Die Gründe: irrational bis ungerechtfertigt. Egal.

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Gestern im ausverkauften Olympiastadion: Vater und Sohn hinter uns am Kiosk – ich dachte, ich hätte Schwäbisch gehört. Ein Blick zurück bestätigt jedoch das zuvor Wahrgenommene: weiß-blauer gehts nicht, auch das Gesicht ist stammeszugehörig gekennzeichnet. Doch dann die Frage an uns: Wisset Ihr was ä Faßbrause isch? Vor lauter Schreck antworte ich im Dialekt und die fränkische Freundin sagt: Was ganz Süßes. Ah, sagt er, au net von hier.

Ich bin relativer Neuling, es ist mein 4. Livespiel. Eines davon war mit ca. 20 weiteren Besuchern im 20.000 Menschen fassenden Augsburger Rosenaustadion beim Spiel FCA gegen Stuttgarter Kickers. umph-Liga. Das zweite war das Viertelfinale der letzten WM. Deutschland gegen Argentinien. Um eventuell beim Lesen aufkommenden Neid nicht abzuschwächen, erzähle ich nicht, wie schlecht die Plätze waren. War auch egal, echt.

Ich verstehe trotzdem ein bisschen was vom Fußball, weiß, was ein Abseits ist und kann es auch erklären. Kann Ball gespielt von einem fiesen Foul unterscheiden. Das machen meist die anderen. Die Herthaner wurden ein bisschen fies gegen Ende. Mir kam der Gedanke, dass sie nicht die Nerven haben für die Meisterschaft, nicht die nötige unangreifbar machende Arroganz. Ich interessiere mich auch nicht fürs Aussehen der Spieler. Jedenfalls nicht sehr.

Trotzdem sagt der gelbgewandete Herr direkt neben mir: Du gehst nicht so oft zum Fußball, was?

Das Gelb: es sticht unglaublich heraus. Die optische Täuschung erweckte den Eindruck, es wären mehr Dortmund- als Herthafans im Stadion. Vielleicht kam es den Spielern auch so vor.

Zu irgendeinem der 3 Tore hält mein Nachbar auch der Erstbesucherin unter uns die Hand hin und sagt: Gib mir fünfe. Sie lächelt ihn an, zuckt mit den Schultern und hält ihm auch die Hand hin. Der dritten, stadionversierten Freundin war es noch am Abend peinlich, als wir ihr davon erzählt haben.

Fußballgesänge: ich verstehe den Großteil nicht. „Wir – täterätetä“? Dortmund war vor dem Spiel auf dem neunten Platz, aber müssen die eigenen Fans deshalb singen Wir werden nie Deutscher Meister? Vor dem Anpfiff läuft Peter Fox.

Unvermuteter Jubel. Dabei ist auf dem Platz gar nichts passiert oder doch? Ich folge der Blickrichtung der vor mir Stehenden auf die Leinwand. 1:0 für Wolfsburg gegen Bayern. Beim 5:1 kennt die Häme keine Grenzen mehr – Dortmunder und Berliner mit einer Stimme. Das irritiert die Bayerin in mir doch ein wenig.

Jedenfalls gehen wir wieder hin, ins Olympiastadion. Nur näher an den Herthablock, denn gemeinsam verliert sichs leichter. Aber nächstes Jahr wird auch alles anders. Da gibt es dann Union gegen FCA. 2. Bundesliga.

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