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Posts Tagged ‘Gemüse’

Das Mädchen Wadjda erscheint bei uns erst Ende März auf DVD. Beim Suchen bin ich auf Cycling the Frame bzw. The Invisible Frame gestoßen: 1988 fährt Tilda Swinton mit dem Fahrrad in Berlin die Mauer entlang, gefilmt von Cynthia Beatt. 2009 wiederholt sie das, dieses Mal ohne Mauer.

Beide Filme sind sehr kontemplativ, nicht unattraktiv, dokumentarisch-poetisch, wirken, wenn man sie in Folge sieht. Aber gerade der zweite, längere Film von 2009 verliert dann irgendwann Biss, wirkt in seiner Länge banal, der eingesprochene Gedankenfluss von Swinton aufgesetzt. Auch wenn ich ihr gern beim Radeln durch blühende Landschaften zuschaue.

„Das geteilte Land“ hat sich daraus als Motto fast zwangsläufig ergeben.

Zur Vorspeise hat der geliebte Mann Gemüse und Halloumi gebraten, als Hauptgericht gab es meinen Lieblingslinseneintopf ohne Fleisch mit Hohenlohischen Räuberlinsen, die mir eine der besten beim Berlinalebesuch mitgebracht hatte: ganz köstlich-nussige Linschen (Puy-Linsen) mit ohne Einweichzeit, perfekt als Hauptzutat im simplen Eintopf (für zwei: 250g Linsen, Frühlingszwiebeln und 250 g Kartoffeln in Öl andünsten, mit 1l Gemüsebrühe aufgießen, 20 Minuten köcheln; ganz klein geschnittene Paprika und Apfel, jeweils einen, dazugeben, nochmal 10 Minuten köcheln, Frischkäse nach Bedarf mit rein, mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig. Nicht von der Einfachheit abschrecken lassen.) . Und dann schnöden, aber leckeren Himbeerquark. Gänzlich unraffiniert, aber gut.

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Am 14.02.2008 – fast – so bei Qype gepostet, ist dem nicht wirklich viel hinzuzufügen.

Einer meiner ersten Gedanken, wenn ich über diesen Markt schlendere, ist immer: es gibt doch gute Gründe in Augsburg zu leben. Einer davon ist, hier fürs Wochenende einkaufen zu können.

Spätestens nach dem ersten Erwerb von Gemüse, Südfrüchten, Backwaren, Fleisch, Fisch oder Spezereien folgt unweigerlich der zweite Gedanke: das geht nur mit einem richtig gut bezahlten Job. Doppelverdienerhaushalt mit hohem Einkommen.

So viel Auswahl von dieser Qualität hat ihren stolzen Preis.

Aber erstmal der Reihe nach: ich beginne meist bei der Viktualienhalle. Früher hieß sie Käsehalle, aber mit schrägem Blick zum – mittlerweile – großen verhassten Nachbarn wurde sie vor ein paar Jahren umbenannt. Vielleicht auch zutreffender, denn nebst zwei oder drei Käseständen mit regionalem und internationalem Sortiment findet der geneigte Besucher u.a. Gewürze, Biowaren, schlesische Wurstwaren, den Bachbauern mit allem, was die Geflügelwelt so hergibt, und – ich nenne sie mal ‚mediterrane‘ – Leckereien.

Die hintere Reihe bietet verschiedenste kulinarische Möglichkeiten fürs Verschnaufen, Durst- und Hungerstillen.

Wieder unter freiem Himmel eröffnen sich mir zwei Möglichkeiten. Unter der Woche am Vormittag kann ich mich linker Hand auf den Bauernmarkt begeben, um Frisches aus dem Umland zu erstehen. Oder ich lasse mich von meiner Nase zur Gasse der Bäcker leiten, die sich an der Fleischhalle entlang zieht.

Hier ist versammelt, was in Augsburg backenderweise Rang und Namen hat, meine Schritte lenken mich allerdings direkt zur Bäckerei Wolf. Ob knuspriges Elsässer, deftiger Walnussknorzen, würzige Bierstange oder Krapfen, Küchle, Hörnle, – ist egal. Alles schmeckt so herrlich, wie es duftet. Die dunklen Sauerteigbrote sind in der Wahlheimat fast unerreicht.

Dann die Fleischhalle: in dem sehr pragmatischen, schnörkellosen Bau lenkt nichts vom Wesentlichen ab: dem hervorragenden Fleisch und der Wurst der Metzger und ihren Imbissangeboten. Eine Leberkässemmel oder ein Paar Weißwürst auf dem Augsburger Stadtmarkt – viel besser kann sich Gott in Frankreich auch nicht fühlen.

Wer nun denkt, bei Obst und Gemüse kann es nur noch langweilig werden, dem sei gesagt, dass ich eine ähnliche Auswahl in Berlin nur vom KaDeWe kenne. Fast immer finde ich an den Ständen etwas, das ich entweder nur vom Hörensagen kenne oder gar nicht. Dieses Mal war es, wie ich glaube, wilder Fenchel. Neben dem Korb mit nie vorher gesehenem dunkelgrünen Kraut. Doch noch wichtiger: die Qualität ist meist 1A, die Beratung äußerst kompetent: „Wenn Sie die Avocado für den Salat brauchen, sind sie super, fürs Guacamole müssten sie noch ein bisschen liegen.“

Und dann noch die Fischer mit den großen Wasserbecken und der Laden mit frischem Wild. Und oben und unten die Blumen. Und manchmal auch dazwischen…

Das Wissen darum, bei welchem Stand man die frischesten Blumen, das beste Lamm, den aromatischsten Bergkäse und die schmackhaftesten Erdbeeren kauft, wird von Generation zu Generation nur innerhalb der Familie weitergegeben. Aber die weiß ja auch, was gut ist.

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Beim Gemüsehändler in der Wilmersdorfer kaufe ich ja nicht mehr ein, seit er mein kleines Kind angefahren hat und danach gleich mich, weil sie sich die Plastiknuckelflasche mit den Zuckerperlen in ihrer Greif- und Augenhöhe geschnappt hat und in den Mund gesteckt hat. Aus der Perspektive des Kindes eine sehr nachvollziehbare Handlung. Aus meiner eine befriedigende Aktion, die dem Handel vorführt, was passiert, wenn die Begehrlichkeiten für Kinder so verkaufsträchtig platziert werden.

Abgesehen davon sind die Preise hoch, aber nicht zwangsläufig die Qualität. Heute hatte ich plötzlich überwältigende Lust auf Erdbeeren und wollte eine Ausnahme machen, ließ noch andere Stände auf dem Weg links liegen, um ‚doch noch mal dem Laden in der Nachbarschaft eine Chance zu geben‘.

Der genaue Blick in die folierten Schälchen ergab aber, dass das, was ich in den meisten Fällen spontan für Schimmel gehalten hatte, tatsächlich Schimmel war, flächendeckend, nicht, wie von mir sogleich vermutet, eine optische Täuschung durch Kondenströpfchen. Mein entsprechender Hinweis an den Herrn an der Obsttheke wurde mit einem unfreundlichen „Ja, ich weiß“ beantwortet. Solche Kundinnen wie ich scheinen eine echte Zumutung zu sein.

Manchmal sehne ich mich nach Moabit zurück, und speziell dorthin.

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Ein Gespräch mit der Freundin hat mich drauf gebracht: ich war ja selbst kürzlich auf der Suche nach einer Füllung für meine Rindsrouladen und vermutlich gibts derer unzählige? Oder doch eher nur klassische? In Variationen? Oder mit anderem Rouladenmaterial?

Ich würde es gerne wissen: Mit was füllen denn Sie ihre Rouladen? Und was wickeln Sie um Ihre Füllungen?

Ich bin gespannt.

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