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Posts Tagged ‘Generationendialog’

Gelegentlich trifft sich ja der Musikgeschmack meiner großen Tochter mit meinem. Dann leiht sie sich eine – meist ältere – CD von mir aus, um deren Wiedererscheinen in meinem CD-Regal ich dann oft kämpfen muss. Gelegentlich ist das Textbooklet und damit das Cover verschwunden. unwiederbringlich.

Bis auf letztere Begleiterscheinung freut mich das ja, zumal sich damit die Bandbreite vergrößert, die Musikauswahl z.B. bei gemeinsamen Autofahrten zur allgemeinen Zufriedenheit zu treffen. Es gibt schon CDs aus unserem Bestand, die ich nicht mehr hören kann, obwohl ich sie einmal ganz gern mochte.

Wie ich das allerdings finde, dass jetzt bereits wichtige Songs aus meiner frühen Erwachsenenzeit bis späten Jugend von der Rockband der 5. und 6. Klassen gesungen werden, weiß ich nicht. Sie haben’s gut gemacht, vor allem gut gesungen, das muss ich ihnen lassen. Ansonsten nehme ich es vielleicht einfach so hin, finde erstmal gar nix und freue mich, dass ich eine weitere CD mit auf Reisen nehmen kann.

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YouTube fördert den Dialog der Generationen. Wenn die große Tochter mit einer neuen Entdeckung ankommt, kann sie mir die gleich vorspielen. Zumindest, wenn die Musikindustrie nicht wieder schneller war und den kostenlosen Zugriff unterbunden hat. Meistens bin ich nicht hundertprozentig begeistert: Ashley Tisdale, Rihanna, Jonas Brothers. Letzteres geht, eine Boygroup mit BritPop-Anklängen.

Dafür muss sie sich die Rolling Stones ansehen und -hören. Ein wirklich junger, wirklich sexy Mick Jagger singt Sympathy for the Devil. „Wie sehen die denn aus? Mama, das hört doch heute keiner mehr.“ Ich bin zu sprachlos, um auf darauf hinzuweisen, dass es all ihren Popkram ja gar nicht gäbe, wenn nicht die Stones….blabla. Stimmt so ja auch nicht ganz, aber was weiß schon eine 10jährige?

Bob Dylan traf ihren Geschmack dann auch nicht, obwohl die coole Mum der besten Freundin total auf den steht. Ich dachte, das hilft. Aber es stellte sich heraus, dass das Objekt der Begierde nicht Dylan sondern Marley heißt. Der ist irgendwie generationsübergreifender.

Manchmal, ganz selten kommen wir zusammen: bei den Black Eyed Peas, bei Lily Allen. Obwohl ich natürlich hoffe, mein Kind zieht nicht „Fuck you“-singend durch die Straßen. Auch wenn es um die etwas drastisch ausgedrückte Verurteilung von Homophobie geht.

Letzte Woche war die große Cousine zu Besuch. Mit Freund, Playstation und SingStar. Für Nicht-Eingeweihte: ein Karaokespiel für die ganze Familie. Das Programm: ABBA und Legends von Reet Petite bis Roxanne. Ernsthafte Konkurrentinnen waren sowieso nur die Große und ich. Die anderen Teilnehmer haben andere Qualitäten.

ABBA kann sie ziemlich gut, wobei sie erstaunt war ob meiner Textsicherheit in diesem Bereich. Ich habe mich da wohl ein wenig zu sehr mitreißen lassen. Warum sie aber dann auch noch bei dem von ihr nie vorher gehörten „Sweet Home Alabama“ (was für ein reaktionärer Bockmist, stellte ich fest, als ich zum ersten Mal Aufmerksamkeit auf den Inhalt lenken musste) 10 Punkte besser war als ich, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären.

Dialog funktioniert allerdings nur, wenn man auch zuhört. Das hat sie nicht getan, sonst könnte sie nicht behaupten, dass mir „The Teens“ immer noch gefallen.

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