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Posts Tagged ‘Himbeeren’

… solange die Erinnerung noch frisch ist.

Zum Thema „Hang zum Küchenpersonal“ ist mir fast unmittelbar ein Film in den Sinn gekommen, den ich vor ein paar Jahren im Kino gesehen habe und unbedingt nochmal sehen wollte, weil ich ihn herzerfrischend fand: Fatih Akins Soul Kitchen.

Ein bisschen Märchen mit großartig zickig-arrogantem Kochkünstler, einem griechischen Brüderpaar (mit dem überaus geschätzten Moritz Bleibtreu als Kleingauner), gut wirkendem Aphrodisiakum und – Motto fürs nächste Mal – einer Herzensangelegenheit. Oder mehreren. Dazu köstliche Dialoge – FilmVERGNÜGEN passt hier mal so richtig gut.

Zu essen gab es an diesem schwülen Sommerabend kalte Gurkensuppe, die geht in verschiedenen Variationen immer. Die gestrige bestand aus 1 guten Gurke, 2 Knoblauchzehen, ca. 200g Joghurt, bisschen Schmand, Limettensaft, Salz Pfeffer, einen Tick Kreuzkümmel, Minze. Bisschen Ingwer schadet auch nicht. Alles in den Mixer (außer Minze, die kommt klein geschnitten am Schluss hinein) und dann ab in den Kühlschrank. Feine, erfrischende Sache.

Außerdem ein wenig Käse, Tomaten, Salat, Hummus, Auberginencreme. Fladenbrot.

Für den Nachtisch kam die Inspiration aus einem meiner neuen Lieblingskochbücher: Deutschland vegetarisch von Stevan Paul und Katharina Seiser – vielleicht schreibe ich ein andermal mehr dazu.

Die „Errötende Jungfrau“ ist im Original mit 200 g Johannisbeeren und 300 g Erdbeeren. Angesichts des Angebots am Obststand der Wahl habe ich spontan beschlossen, das geht mit Himbeeren genauso gut. Bis auf ein paar ausgewählte Exemplaren zermixt man die Beeren zu Fruchtsauce (weil ich die Kernchen nicht so schätze, habe ich sie noch durch ein Sieb gepresst), verrührt 500 ml Buttermilch mit Zucker, lässt 150 ml der Fruchtsauce mit Agar-Agar aufkochen und gießt sie dann vorsichtig und unter ständigem Rühren in die süße Buttermilch. Darunter hebt man 150 ml geschlagene Sahne und dann ab in den Kühlschrank.

Wie befürchtet funktioniert das pflanzliche Geliermittel mal wieder nicht so gut wie Gelatine, das ist aber eher eine Konsistenz- als Geschmacksfrage. Ganz flüssig blieb die Sache ja glücklicherweise nicht. Nach Rezept kommt auf die feste Creme ein Rest geschlagener Sahne, die makellosen zurückbehaltenen Früchte und der Rest Fruchtsauce. Nochmal pure Frucht dazu schmeckt fein und sieht gut aus, die zusätzliche Sahne werde ich nächstes Mal weglassen.

Kam alles ganz gut an bei der Cineastengesellschaft.

Nachtrag: ich habe am Tag danach nochmal von der Süßspeise probiert und beschlossen, den gar nicht so kleinen Rest wegzuwerfen: es hat Klümpchen. Ich lasse das mit den biologischen Geliermitteln, es funktioniert nicht bei mir. Tipps sind willkommen!

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Das Mädchen Wadjda erscheint bei uns erst Ende März auf DVD. Beim Suchen bin ich auf Cycling the Frame bzw. The Invisible Frame gestoßen: 1988 fährt Tilda Swinton mit dem Fahrrad in Berlin die Mauer entlang, gefilmt von Cynthia Beatt. 2009 wiederholt sie das, dieses Mal ohne Mauer.

Beide Filme sind sehr kontemplativ, nicht unattraktiv, dokumentarisch-poetisch, wirken, wenn man sie in Folge sieht. Aber gerade der zweite, längere Film von 2009 verliert dann irgendwann Biss, wirkt in seiner Länge banal, der eingesprochene Gedankenfluss von Swinton aufgesetzt. Auch wenn ich ihr gern beim Radeln durch blühende Landschaften zuschaue.

„Das geteilte Land“ hat sich daraus als Motto fast zwangsläufig ergeben.

Zur Vorspeise hat der geliebte Mann Gemüse und Halloumi gebraten, als Hauptgericht gab es meinen Lieblingslinseneintopf ohne Fleisch mit Hohenlohischen Räuberlinsen, die mir eine der besten beim Berlinalebesuch mitgebracht hatte: ganz köstlich-nussige Linschen (Puy-Linsen) mit ohne Einweichzeit, perfekt als Hauptzutat im simplen Eintopf (für zwei: 250g Linsen, Frühlingszwiebeln und 250 g Kartoffeln in Öl andünsten, mit 1l Gemüsebrühe aufgießen, 20 Minuten köcheln; ganz klein geschnittene Paprika und Apfel, jeweils einen, dazugeben, nochmal 10 Minuten köcheln, Frischkäse nach Bedarf mit rein, mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig. Nicht von der Einfachheit abschrecken lassen.) . Und dann schnöden, aber leckeren Himbeerquark. Gänzlich unraffiniert, aber gut.

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