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Posts Tagged ‘Hitchcock’

Definitiv macht Bruno Antony Guy Haines in Strangers on a Train ein unmoralisches Angebot. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich über den Film vom Dienstag nachdenke – das Wort „Creepy“ ist das einzig passende. Ein großartiger, spannungsgeladener Hitchcock auf der Grundlage eines Romans von Patricia Highsmith, über den laut geliebtem Mann die Rede geht, dass die Zusammenarbeit zwischen Regisseur und dem ursprünglich allein fürs Drehbuch verantwortlich zeichnenden Raymond Chandler keine fruchtbare war: Hitchcock sagte wohl später über Chandler, dass es nun mal besser sei, wenn der Schuster bei seinen Leisten bliebe.

Es ist ja nun kein Geheimnis, dass Romanschreiben und Drehbuchschreiben zwei verschiedene Paar Schuh sind (um im Bildthema zu bleiben…), und daher Talent und Können im einen keineswegs dasselbe im anderen garantieren. Aber vielleicht lag es doch auch daran, dass Chandler bei einem der Treffen aus dem Fenster geguckt haben und bei Hitchcocks Ankunft laut gerufen haben soll: „Oh, schaut, der dicke Mann versucht, aus dem Auto auszusteigen.“ Wie dem auch sei, das Zerwürfnis zwischen den beiden war ein lebenslanges, das Drehbuch wurde von Czenzi Ormonde nach Hitchcocks Wünschen mindestens umgearbeitet, aber Chandler bleibt designierter Mitautor in den Credits.

Was den Film angeht, ist es mir piepegal, wer nun das Drehbuch geschrieben hat, er rangiert definitiv unter ‚Sehenswert‘ und das nicht nur wegen der atemberaubenden Karussell-Szene.

Zu essen gab es Salat als Vorspeise und Rhabarberstrudel aus Österreich vegetarisch. Köstlich. Rezept folgt bald.

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Jetzt kommen wir nicht mal mehr richtig zum Filmabend … der letzte war vor Wochen. Dazwischen: Besuch, Elternabende, schwierige Verhältnisse. Morgen soll er tatsächlich endlich wieder stattfinden, und ich bin froh, dass ich mein Motto noch weiß: „Es lebe der Wintersport!“. Allerdings habe ich fast vergessen, was der vorherige – offizielle – Film war, aus dem dieses Motto entstanden ist.

Es gab seither zwei außer der Reihe:
1) Ken Loach’s Angel’s Share: ein witziger, liebevoller Film mit vom Regisseur gewohnten Motiven: der Kampf des Underdog, die Problematik der sozialen Zusammenhänge – bei Lieblingsregisseur Loach kann man ruhig von Klassen reden -, Nordengland oder Schottland, und nicht zuletzt der gute Kerl, der alles dafür gibt, um Leuten aus diesen Zusammenhängen heraus zu helfen. Das klingt jetzt ein bisschen unattraktiv, und ich behaupte auch, es ist nicht einer der ganz großen Loach-Filme, aber dennoch macht er Freude und ist vermutlich besser als zwei Drittel Filme, die es hier in die Kinos schaffen.
2) An Education, gezeigt vom lieben Freund in Abwesenheit des dritten Filmguckers, hat mir ausnehmend gut gefallen, obwohl ich das nicht richtig begründen kann, da die Welt einer 16-jährigen im England der 1960-er gar nicht so hundertprozentig mein Thema ist. Aber mal ab von der guten Unterhaltung währenddessen blieb er mit seinen Bildern und spritzigen Dialogen noch länger bei mir, kam mir immer wieder in den Sinn und das mag ich sehr an einem Film.

Ehrlich gesagt, war das anders beim Mottogeber: Spellbound hat viel mit Realitätsverlust zu tun, mit Wintersport auch und ist gut anzusehen. Aber langen Nachhall ruft er nicht hervor, höchstens vielleicht Erinnerung an das Amüsement, das sich unweigerlich einstellt bei den Studioaufnahmen der wilden Skihetzjagd. Nun ja, vielleicht auch das nicht der beste des Großmeisters Hitchcock?

Egal, mal sehen, was der morgige Abend bringt, das heißt, ich weiß es ja. Aber sage es nicht. Nicht jetzt.

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…aber auch: „Auferstanden von den Toten“…
Mann, ich bin schon wieder hinterher mit dem Berichten. Das lag mit daran, dass der gerade vergangene Filmabend auszufallen drohte, worauf ich mich im Schreibtischsesselchen zurücklehnte und mir dachte, ha, dann hast Du ja noch eine Woche, um etwas Kluges und Unterhaltsames über Hitchcocks North by Northwest – besser bekannt unter Der unsichtbare Dritte – zu schreiben. Dann fiel er aber doch nicht aus, und jetzt muss ich auch noch über mein erstes Achternbusch-Erlebnis resümieren.

Doch alles von Anfang an: Der liebe Freund zeigte zum Motto „Namen sind Schall und Rauch“ treffend den Hitchcock-Klassiker North by Northwest, für mich ein weiteres Wiedersehen mit dem kongenialen Cary Grant. Einig über die Größe des Meisters und die Güte des Werkes verloren wir danach nicht viele Worte, erinnerten uns gerade noch gegenseitig an das überaus komische Nachspielen der Flugzeugszene in Arizona Dream.

Erst am nächsten Morgen geriet ich mit einem weiteren lieben Freund, der zu dieser Zeit bei uns zu Gast war und daher auch am Abend vorher mitgeguckt hatte, in eine Diskussion über Nachvollziehbarkeit, Zeitgeist und den merkwürdigen Bruch in der Darstellung der weiblichen Hauptfigur, die sich von der starken, coolen, selbstbestimmten Agentin im Lauf des Films immer mehr in das nur durch die Ehe ihre Vollwertigkeit erlangende Weibchen verwandelt, als ob Hitchcock den zu freizügig und emanzipiert dargestellten Charakter zu Beginn des Films zurücknehmen wollte oder musste?

„Auferstanden von den Toten“ hieß die Vorgabe fürs nächste Mal und ließ nicht unbedingt auf eine leichte, frohsinnige Komödie hoffen. Zurecht. Zuerst einmal bin ich dankbar, dass auch der geliebte Mann sich nicht über meine tiefgehende Abneigung gegen Horror und Grusel hinweggesetzt hat, indem er uns mit einem „Zombiestreifen“ beglückt. Und zum zweiten war es natürlich allerhöchste Zeit, einmal Achternbusch kennenzulernen, ein Zusammentreffen, um das ich mich bis jetzt erfolgreich gedrückt hatte.

Gute Freunde sind wir nicht geworden, der durchgeknallte schwer verdauliche Bayer und ich, dazu war mir Das Gespenst zu abgedreht. Und ja, ich habe es auch nicht ganz bis zum Schluss mit offenen Augen durchgehalten, aber behaupte dennoch, nichts Wesentliches verpasst zu haben. Anstrengend fand ich es, gelegentlich zum Lachen reizend. Und unerwarteterweise nachhaltig. Der Film blieb bei mir über die nächsten Tage, seine Bilder, die Stimmen, ein paar Gedanken. Ich muss ja nicht mit allen, die mir etwas zu sagen haben, befreundet sein…Der Film wurde übrigens 1982 von der FSK nicht freigegeben (Neuprüfung: ab 12), in Österreich ist er bis heute auf dem Index.

Das zuerst scherzhaft geäußerte Motto „Der Ober und die Oberin“ habe ich angenommen – mit einem ganz bestimmten Film im Sinn. Aber wenn Ihnen etwas dazu einfällt…!?

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