Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Kannibalismus’

Nein, Sie haben kein Motto verpasst. Die Aufholjagd bezieht sich auf mich und meine Berichte zu den letzten Filmabenden. Die liegen nämlich bereits soweit zurück, dass ich Schwierigkeiten habe, Motti und Filme überhaupt noch zu erinnern. Nach ein bisschen Nachdenken fällt mir aber wieder ein, was der liebe Freund zu „Beauty in Decay“ gezeigt hat und auch, warum ich das wieder vergessen habe.

Ganz echt: Godard ist meine Sache nicht. Ich habe erst zwei Filme gesehen, bin bei beiden eingeschlafen und habe keinerlei Bedürfnis, mir noch einen dritten anzusehen. Deshalb kann ich gar nicht viel zu Weekend erzählen, außer dass es sich heraus kristallisiert, dass ich ganz persönlich auf gewisse Meilensteine der Filmgeschichte gut verzichten kann, gerade, wenn sie zwischen 1965 und 1978 entstanden sind und am Ende auch noch aus Frankreich kommen…Ich freue mich natürlich, wenn mir jemand ein Werk nahebringt, das diese meine Hypothese widerlegt.

Das aus Weekend abgeleitete Motto war „Kannibalismus“ und der geliebte Mann hat dazu Dänische Delikatessen gezeigt. Hier wiederum zeigt sich, dass ich dem skandinavischen Kino um die letzte Jahrhundertwende herum tendenziell eher zugeneigt bin. Der Film ist schräg und witzig, ein absurder Plot, skurrile Charaktere und lässt einem den Verzehr von Menschenfleisch doch bedenklich wenig abstoßend vorkommen. Es verwundert mich dann nicht sehr zu erfahren, dass der Regisseur Anders Thomas Jenson verantwortlich zeichnet für mehrere Drehbücher von Filmen, die ich sehr schätze, wie Wilbur wants to kill himself oder In einer besseren Welt.

Nächstes Mal bin ich dran mit „Wege zum Erfolg“. Ich weiß auch schon, was ich zeigen werde, nur noch nicht, was es vorher zu essen gibt. Aber da fällt mir sicher auch noch etwas dazu ein (und es wird natürlich nichts mit obigem Thema zu tun haben). Zumal ich mir vorgenommen habe, mich mehr durch meine Lieblingskochbücher zu probieren, jetzt, wo ein weiteres dazugekommen ist. Doch dazu ein andermal.

Read Full Post »

Muss ich mir ernste Gedanken machen, wenn die Zweieinhalbjährige zur Erdbeere sagt, ich nage Dir jetzt den Kopf ab?

Die Große hört zur Zeit Musik, die ich auch kenne: Avril Lavigne. Allerdings findet sie, ich kann den Namen nicht aussprechen. Vor kurzem im Auto hörten wir meine CD, das war ihr lieber als Radio Eins. Für Kiss FM fehlten mir die Nerven. Für Willy Michl ist sie immer noch zu jung. Aber „Baby, please don’t go“ geht. Ein bisschen langweilig, weil unvariiert aber sie stimmt zu dass es zum Glück so kurz ist, dass es keine Zeit hat, ihr auf den Geist zu gehen. Sie will sich jetzt lieber selbst CDs zusammenstellen. Vielleicht ist da dann auch „Ol‘ 55“ von Tom Waits mit drauf. Wenn ich Glück habe.

Letzthin hat sie mich gefragt, was eigentlich eine Generation sei.

Read Full Post »

Der gute Freund hat es verstanden, die intellektuelle Diva unter uns, die auf Grund der letzthin gewählten Filme bereits den Verfall des cineastisch Niveaus beklagte, zu besänftigen und – zumindest was mich betrifft – wieder einen pädagogischen Aspekt in unseren dienstäglichen Filmabend einzubringen. Wir sahen Themroc, die Metamorphose vom „Fröhlichen Proletarier“ zum steinzeitlichen Anarchisten.

Ich fand den Film faszinierend, wie er ohne echte Worte Sinn entstehen lässt, wie Bilder, Grunzen, Gesichtsausdrücke die Geschichte des im ewigen Alltagstrott gefangenen Arbeiters Themroc erzählen, der nach einer Standpauke durch den Chef den unsinnigen Job als Anstreicher verlässt, sein Zimmer zumauert, die Außenwand der Wohnung aufschlägt und zum triebhaften Höhlenmensch wird, dessen Anarchismus auch die Staatsgewalt nichts anhaben kann und der nach und nach immer mehr Nachahmer findet.

Allerdings fehlt mir der Mittelteil – meine Augen wollten nicht offen bleiben. Wegen der französischen Herkunft des Werks? Weil er zu sehr ein Spiegel seiner und nicht meiner Zeit ist? Oder bin ich einfach zu bequem geworden, mag dieses „Artyfarty“-Gedöns nicht mehr, sondern lieber „anspruchsvolle Unterhaltung“? Bin ich milde geworden oder faul? Beides?

Schon allein dafür liebe ich unseren Dienstag abend: für die Auseinandersetzung mit dem, was ich mir freiwillig immer weniger aussuchen würde.

P.S.: Der Widerstand gegen die Staatsgewalt kulminiert darin, dass zwei der Polizisten gebraten und verspeist werden. Die Vorgabe fürs nächste Mal: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Kommentare dringend erwünscht.

Read Full Post »