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Posts Tagged ‘Lars von Trier’

Die Überschrift mag manchem unverständlich erscheinen, dabei ist sie einfach Ausdruck meiner Schlamperei: ich bin einen Film im Verzug. Ich hatte nämlich vergessen zu erzählen, was auf das russische MachMeisterwerk folgte.

Neil Jordans In the Company of Wolves erzählt Rotkäppchen ein wenig anders, mit Werwölfen, männlicher und weiblicher Sexualität, erwachender Sehnsucht und Gewalt. Angela Carter, die ich zu Beginn meines Studiums entdeckt und deren neue Art des feministischen Erzählens ich sehr geschätzt habe, liefert nicht nur die literarische Vorlage, sondern auch das Drehbuch, so dass weder die Macht noch die Lust allein bei den männlichen Figuren des Films anzusiedeln sind.

Tiefenpsychologische Erkundungen vor phantastischem Hintergrund gefallen nicht jedem, so bekundete der geliebte Mann auch, damit das schlechteste Werk in unserer nun fast dreijährigen Geschichte des dienstäglichen Filmabends gesehen zu haben, während der liebe Freund und ich einigermaßen angetan waren vom dritten gezeigten Neil Jordan-Film.

Das Motto, das sich hieraus ergab, hieß „Das Ende der Unschuld“ und wurde wie meistens, oder gar immer, vom lieben Freund bravourös erfüllt. Doch nicht nur das, dieses Mal waren wir uns auch über die Qualität des Films an sich einig, weniger über die Interpretation des Gesehenen. Ein weiteres Mal bin ich froh um die Einrichtung unserer cineastischen Treffen, denn vermutlich hätte ich mir auf Grund von zuviel Respekt vor den vermuteten heftigen Emotionen, die Breaking the Waves beinhaltet und auslöst, ihn nie aus eigener Initiative angeschaut. Er war besser auszuhalten als ich erwartet habe, Lars von Trier wirft Fragen auf ohne sie mit platter Eindeutigkeit zu beantworten.

Wegen Abwesenheit eines der Mitgucker ist nun viel Zeit für die Auswahl des nächsten Films auf der Grundlage von „Liebe heilt alle Wunden“. Ich hoffe, die Aufgabe wird so würdig gelöst wie letzte Woche.

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Nach köstlichen Blätterteigtaschen mit Mangold-Schafskäsefüllung und Salat von gelben Bohnen, Zwiebelkuchen mit und ohne Speck, einem HimbeerFool und Espresso war es fast zu schwere Kost:

Europa von Lars von Trier. Trotz so vieler guter Tipps zum Thema „Film fiktiert Geschichte“ – besser hätte der Freund das Motto nicht treffen können. Ein verstörender, kontroverser (hey, Lars von Trier!), beunruhigender Film, der keine Identifikation zulässt, der Fragen stellt zum Ausgeliefertsein des Individuums an Machtstrukturen, Fragen zu Gut und Böse, zu Deutschen und Amerikanern, und dazu, ob man sich entscheiden muss. Er liefert keine einzige Antwort.

Lars von Trier schert sich nicht um historische Fakten und muss das auch nicht, weil er kein Geschichtsbuch verfilmt, sondern das Warum und Wie damals und immerwährend beleuchtet ohne ein erlösendes Ergebnis.

Der junge Deutsch-Amerikaner, der dem geschundenen Kriegsverlierer und Massenmörder Deutschland ein klein wenig Freundlichkeit entgegenbringen möchte, kann sich nicht entscheiden für eine der beiden korrupten und brutalen Seiten, und reisst so alle ins Verderben. Deshalb zu Recht die Frage fürs nächste Mal: „Which side are you on?“
P.S.: In der nachfolgend ausbrechenden Diskussion wurden bereits verschiedene Vorschläge ins Spiel gebracht. Kohlhiesels Töchter wurde bereits abgelehnt…

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