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Posts Tagged ‘Lauchtorte’

Fast so wichtig wie das Schauen der Filme ist das vorausgehende gemeinsame Abendessen, das im Übrigen gemeinhin weder etwas mit dem Motto noch mit dem zu zeigenden Film zu tun hat. Beim letzten Mal gab es Möhren-Orangensuppe, ziemlich simpel, ziemlich lecker: Ingwer und Knoblauch in wenig neutralem Öl angehen lassen, klein geschnittene Möhren dazu, gutes Curry (in meinem Fall vom Alten Gewürzamt, Danke, Weihnachtsmann!) drüberstäuben, mit Gemüsebrühe aufgießen, salzen, Möhren weichkochen, alles pürieren, Orangensaft nach Geschmack dazu und abschmecken.

Als Hauptgang folgte einer meiner vegetarischen Standards: die Lauchtorte mit Ziegenfrischkäse aus einem alten Essen&Trinken-Heft.
Aus 200g Mehl, 125 g Butter, einer Prise Salz, 1Eßl. kaltem Wasser und zwei Eigelben einen Mürbteig kneten, ausrollen, Springform auslegen, mit der Gabel in den Boden stechen, mit Teigresten Rand hochziehen. Letzteres klingt einfacher als es ist, da der Teig, dem wahrscheinlich die Ruhe fehlt, recht brüchig ist, sich schlecht ausrollen und noch schlechter zur Wurst formen lässt. Da muss man durch, einfach stückeln, zusammenschieben, drücken, pappen, das Ergebnis wird gut, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Speckwürfel auslassen und anbraten. Da es sich ja um einen meiner vegetarischen Klassiker handelt, lasse ich diesen Schritt aus und dünste die Lauchringe in Öl ein paar Minuten an, großzügig Salz und Pfeffer dazu. Etwas abkühlen lassen, dann auf den Teigboden geben. Darüber wird 200 g Ziegenfrischkäse gebröckelt, darüber wiederum eine glattgerührte Creme aus 200g Creme Fraiche, 2 Eßl. Schlagsahne, 1 Ei, 1 Teel. Senf. Bei 180° für ca. eine halbe Stunde in den Ofen.

Das kenne ich so gut, dass ich weiß, was sich abändern lässt und was nicht. Ein Versuch mit Vollkornmehl konnte nicht überzeugen: entgegen meiner Erwartungen korrespondiert ein kräftigerer Teig nicht mit dem starken Eigengeschmack des Lauchs. Offenbar braucht er im Gegenteil das Feine des sehr mürben Weißmehlteigs. Im Originalrezept steht Creme Double, die hier kaum erhältlich ist. Macht nichts, nehmen Sie Schmand oder Creme Fraiche. Ziegenfrischkäse war gestern keiner zu bekommen: eine Mischung aus Ricotta und Schafskäse funktioniert auch wunderbar.

Zum Nachtisch hatten wir endlich die seit langem zum Ausprobieren anstehende Crème brûlée nach einem Schuhbeck-Rezept aus dem von mir sehr geliebten Kochbuch Meine bayerische Küche. Am Ende bin ich bei der Herstellung dieses altbayrischen Nachtisches („Karamellisierte Rahmcreme“) an der Handhabung des Bunsenbrenners gescheitert. Da ich die Schälchen unter den Backofen-Grill stellen musste, war nicht nur die obere Karamellschicht heiß, sondern leider auch die ganze Creme warm. Das lässt sich noch optimieren; geschmacklich und von der Konsistenz schienen alle zufrieden. Ich auch.

180 ml Milch, 180 ml Sahne und anderthalb Eßlöffel Zucker zusammen mit dem Mark einer Vanilleschote und der ausgekratzten Schote aufkochen lassen, vom Herd nehmen, 15 Minuten ziehen lassen, Schote entfernen. 4 Eigelbe mit anderhalb Eßl. Zucker schnell und gründlich verrühren. Die noch heiße Vanillemilch langsam zum Ei gießen, durch ein feines Sieb in Portionsförmchen umfüllen. Diese auf ein tiefes Backblech stellen, heißes Wasser angießen, bis sie zu einem Drittel drin stehen, 30-50 Minuten bei 150° stocken lassen (bei mir reichten 30 Minuten). Mindestens 4 Stunden kühl stellen. Das ist vermutlich nur wichtig, wenn man die Creme nicht, so wie ich, sinnloserweise am Ende wieder erwärmt. Vor dem Servieren kommt eine Schicht brauner Zucker drauf, der schnell und intensiv karamellisiert werden muss. Wenn jemand dafür eine narrensichere Methode weiß – ich bin für Ratschläge wirklich dankbar.

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