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Jetzt sind es über 10 Monate, dass die Turnhalle als Unterkunft für Geflüchtete dient, und nicht wenige unserer Bewohner sind seit dem ersten Abend da.

Es gibt jetzt Anhörungen, immer wieder subsidiären Schutz für Syrer. Das ist keine Katastrophe. Außer wenn die Familie noch ausharrt – im Krieg oder in von ISIS beherrschten Gebieten. Oder dort, wo gerade die das Sagen haben, die am stärksten sind und sowohl die eine als auch die andere Seite keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt. 

Die Familie – sowieso nur Eheleute und minderjährige Kinde – kann man nämlich dann zwei Jahre lang erstmal nicht nachholen. Das ergibt gerade für Kriegsflüchtlinge richtig viel Sinn.

Von Herrn J. und seinem Sohn M. habe ich mich heute Abend verabschiedet, ebenso wie von seinem Schwiegersohn A.. Die drei fliegen morgen aus dem genannten Grund zurück. In den Irak. Dort ist es nicht sicher für sie. Wer weiß, ob sie überleben. Aber die Frau, die Mutter, die Schwester und die kleinen Kinder sind noch dort. Und die beiden Männer haben nicht mal eine Ahnung, wann sie zur Anhörung gehen können. Geschweige denn, wann sie den Bescheid erhalten. Nach zwei Wochen? Zwei Monaten? Einem Jahr? Und welchen. Sie haben es nicht mehr ausgehalten. Schweren Herzens gehen sie zurück.Ins absolut Ungewisse. Schweren Herzens müssen wir sie ziehen lassen.

Draußen steht H., man sieht ihm Unruhe an. Auf die Frage, ob alles in Ordnung ist, schüttelt er den Kopf. Nein, er habe gerade mit Herrn J. gesprochen. Fotos gezeigt bekommen. “Der geht zurück. Zu seiner Familie. Ich möchte auch zurück. Wenn ich nur könnte, ich ginge auch zurück. Ich vermisse sie so sehr.“

Manchmal ist es nur schwer auszuhalten. Das Leid, das System, den Hass derjenigen, denen es vergleichsweise so gut geht.

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