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Posts Tagged ‘Ostsee’

Es gibt sie jedes Jahr, diese Zeit. In der keiner mehr den Schnee haben will, der immer wieder unglaubwürdige Versuche macht, doch noch mal liegen zu bleiben. Man nimmt es ihm nicht mehr ab, es lässt sich auch mit den paar Flocken nichts anfangen: es reicht nicht für die Schlitten, nicht fürs Langlaufen, nicht mal wirklich fürs Knirschen unter den Schuhen.

Es ist diese Zeit, die einen auf kalt macht, obwohl keiner das mehr braucht. Die Tage werden wieder länger, aber das bedeutet in erster Linie, dass man schon frühmorgens den Dreck und das Grau wahrnimmt. Das viele Licht passt nicht zur Nässe, zur Kälte, zum Einigeln ins warme Traute. Diese Zeit scheint wie eine Pubertierende: nichts passt zusammen, sie mag sich selbst nicht so recht gefallen.

Das Lagergemüse verliert langsam die letzten Reste von Geschmack, es ist die Zeit der trockenen Orangen und der Wassererdbeeren. Nichts davon schmeckt mehr oder noch nicht. Bärlauch und Rhabarber sind noch nicht in Sicht.

Ich mag sie nicht so recht, diese Zeit. Sie zieht sich und ist voll leerer Versprechungen. Und dann: weiß ich, wann endlich wirklich Frühling kommt? Und ob?

Es ist die einzige Zeit, in der ich gerne dem Hier entkommen möchte. Wenn schon nicht auf eine kanarische Insel oder zur Baumblüte nach Andalusien wenigstens für ein Wochenende an die Ostsee. Meer ist immer schön.

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…nach einem Sonnenwochenende an der Ostsee wieder ins normale Leben zurückzukehren: Atomkatastrophe in Japan kann sich Jahre hinziehen – weiteres Beben in Nordjapan – in Libyen weiß keiner so recht warum, wohin und vor allem wo wird es enden? – in BW wird das unmöglich Geglaubte wahr: Mappus bekommt die Rechnung serviert für seinen autoritären, verlogenen und intriganten Politikstil, die FDP für den ihrigen als Klientelpartei auch – Grund zum Jubeln finde ich jedoch nicht, immerhin stehen nur knapp 25% der Badener und Württembergerinnen hinter ihrem neuen Ministerpräsidenten; knapp 40% fanden wohl, Mappus hätte weitermachen sollen – außerdem müssen sie dort jetzt erstmal den Müll wegräumen. Ob sie das können?

Und eigentlich muss ich am Bericht weiterarbeiten. Und ein krankes Kind betütteln. Und Ostseewäsche waschen. Und so einiges anderes Liegengebliebenes. Vom Tatort habe ich gestern wegen der von mir sehr ungeliebten Zeitumstellung nur die letzte halbe Stunde gesehen. Ob er mir wohl gefallen hätte? Und wie ist es mit Ihnen?

Ich glaube, ich fahre wieder. Zurück an die Ostsee.

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An das ehemalige Stasi-Erholungsheim erinnert bestenfalls noch die Architektur des Haupthauses, über die man sich aber auch nur so lange erhebt, bis man in einem der Zimmer oberhalb der Baumkronen des kleinen Kiefernwäldchens aus dem Fenster blickt. Das kleine Kiefernwäldchen geht über in die Dünen und ist mit dem üblichen breiten Ost-Ostseestrand alles, was zwischen dem Hotelgast und dem Meer liegt.

Ich war vor ein paar Monaten zum 7. oder 8. Mal hier und habe so einiges an Entwicklung miterlebt. Als Familie kommen wir meist in einem der Reetdachhäuschen unter, oft zweistöckig, beim letzten Mal leider mit einer Schlafgelegenheit auf dem Wohnzimmersofa, was den abendlichen Aufenthalt im Appartement weniger gemütlich gestaltet. Aber bisher waren wir immer diesseits der Straße untergebracht, was mit kleinen Kindern ein wirklicher Vorteil ist.

Die Küche hat sich gemausert. Früher war es manchmal mehr fürs Auge als für den Geschmack und eine auffallend große Anzahl an Auszubildenden im Service-Bereich ist zwar löblich, führt aber auch zu einer Häufung an Pannen, die in diesem Preissegment nicht so leicht zu akzeptieren sind. Ich meckere normalerweise nicht prinzipiell und ein Haar entferne ich schon mal stillschweigend aus der Suppe. Aber ich hänge stark dem Glauben an gutes Preis-Leistungsverhältnis an und bei den Strandhotelschen Tarifen für Übernachtung und Kulinarik werde ich kritisch. Aber wie gesagt, an der Küche hatte ich schlichtweg nichts mehr auszusetzen – die richtige Kombination aus regional und weltgewandt, gute Zutaten mit Können zubereitet. Und es sieht immer noch hübsch aus.

Unschlagbar war schon immer die Kinderbetreuung während der Essenszeiten. So attraktiv und freundlich gestaltet, dass das gute Essen zumindest bei kleineren Kindern komplett in der Hintergrund tritt. Aber freiwillig verhungern sie ja meist nicht, und für den Luxus, mit einer Zweijährigen selbst im Restaurant gutes Essen in Ruhe genießen zu können, lasse ich auch mal Vanilleeis als Hauptgang gelten.

Überhaupt – es hat immer Spaß gemacht, hier mit Kindern herzukommen. Die Zielgruppe Familie wurde gut behandelt und es sah so aus als würde diese Philosophie weitergeführt, als vor zwei Jahren ein paar hundert Meter weiter ein Partnerhotel eröffnete, mit der ausdrücklichen Priorität Gäste ohne Kinder glücklich zu machen. Ob die Partnerschaft noch besteht, weiß ich nicht, im März tat sie das laut Webseite noch. Umso erstaunter war ich zu hören, dass es plötzlich Einschränkungen bei der Nutzung des Schwimmbads und der Saunen, genannt SPA, gibt. Ersteres darf von Kindern unter 16 Jahren nur noch ab 10 Uhr bis 17 oder 18 Uhr genutzt werden, die Saunalandschaft, von einer Textil-Biosauna abgesehen, generell nur ab 16 Jahren. Die Enttäuschung war einigermaßen groß bei der 11-jährigen, nicht mehr in die abenteuerliche Strandsauna mit folgender Abkühlung in der Ostsee zu dürfen und die Mühsal entsprechend, vom Tagesausflug zur rechten Zeit zurück sein zu müssen, damit die geliebte Stunde im Schwimmbad überhaupt noch stattfinden kann.

Das Besondere, das ich immer beim Besuch dort empfunden habe, nämlich, dass meine Töchter dort genauso willkommen sind wie ich, hat einen empfindlichen Schlag erhalten. Auf Nachfrage hieß es, es seien gelegentlich bis zu 40 Kinder in den Saunen unterwegs gewesen und vor allem Eltern hätten sich eine Zone im Hotelbereich gewünscht, in der sie Ruhe vor ihren Kindern hätten.

Aha, das sind natürlich verständliche Wünsche, denen man gerne nachkommt. Mir persönlich stellt sich die Frage, was die Leute eigentlich mit ihren Kindern anstellen, wenn sie selbst der Wellness frönen. Im Hotelzimmer einsperren? Oder liegt die neue Zutrittsbeschränkung doch eher daran, dass man in einen speziellen Wellnesshotel-Verbund aufgenommen werden wollte, deren Broschüren neuerdings überall ausliegen?

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