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Posts Tagged ‘Pizza’

Einen Vormittag lang in Ruhe Essen vorbereiten.

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Der Sonntag startete mit quasi keinem Frühstück, weil ich die große Tochter schon relativ zeitig von ihrer Übernachtungsstätte bei einer Freundin abholen wollte, um mit den beiden Mädchen die Ausstellung ‚Kompass. Zeichnungen aus dem Museum of Modern Art New York. The Judith Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection‚ im Martin-Gropius-Bau anzusehen. Geht noch bis 29. Mai und ist empfehlenswert.

Trotz positivem Gesamteindruck, musste ich für mich erneut feststellen, dass ich mit ganz moderner bildender Kunst nur teilweise etwas anfangen kann. Ich habe mich früher gern über das Bildungsbürgertum in Form älterer Damen beim Augsburger oder Würzburger Theaterbesuch lustig gemacht, die jede auch nur ansatzweise moderne Inszenierung unter schnippischem Protest in der Pause verließen, um sich gegenseitig im Theatercafe oder beim Italiener nebendran in ihrem jeweiligen Kunstbegriff, der bestenfalls noch den Impressionismus einschließt, zu bestätigen. Und die Kritiker der lokalen Zeitungen taten es ihnen dann am nächsten Tag nach.

Die Flucht aus dem Theater hatte übrigens zum Teil auch mit dem Theatercafe oder dem Italiener nebendran zu tun, bei denen es sich vortrefflich sitzen und über das moderne Zeugs lästern ließ, eine Tätigkeit, die unter Umständen viel mehr Spaß macht als bildungsbürgerliches Theater zu schauen. Diese Erfahrung ist auch meine eigene, wobei es bei uns natürlich nicht um das Moderne an der Inszenierung ging, sondern ums Provinzielle. Nun ja. Ich selbst bin noch bis zur klassischen Moderne gekommen, darüber hinaus nur bedingt. Um das Klischee voll zu bedienen: Joseph Beuys gefällt mir persönlich am besten als Wahlkämpfer für die Grünen. Seine Kunst spricht nichts in mir an.

Zurück zu Kompass: Manches gefällt mir gut, manches verstehe ich nicht oder nur, wenn ich die dabeihängenden Texttafeln zur Intention oder Hergehensweise der Künstler_in lese. Und da denke ich, warum weigert sich das Kunstwerk, sich mir ohne Worte zu erschließen? Und warum ist es dann ein Bild/eine Installation/eine Skulptur geworden und kein Text? Ich kenne den kleineren Teil der Namen, aber ich bin ja auch Banausin.

Sehr spannend sind die nachfolgenden Gespräche im Museumscafe, das mich gestern mit der Qualität des Milchkaffees leider wieder wenig überzeugte, obwohl ich es doch so gern schätzen würde. Die Mädchen finden, dass bunte Rechtecke mit jeweils einer Linie kein Kunstwerk sind. „Manches von denen könnte ich doch auch malen.“ Stimmt. Und ich bin dann in Erklärungsnot. Siehe oben. Wobei ich immerhin nicht gesagt habe, dass ich auch finde, dass es keine Kunstwerke sind. Zu explizite Darstellungen des menschlichen Körpers führen zwangsläufig zu Kichern in verschämter Faszination. Die Frage, wie mir denn das gleichnamige Bild mit dem Penishut gefalle, habe ich ehrlicherweise mit „Gar nicht, ich finds eklig.“ beantwortet. Das wiederum fand ich ganz schön befreiend.

Nach dem Zurückkommen dann ein kurzes Arbeitsgespräch zur Farbgebung einer Webseite, das daran gescheitert ist, dass bisherige Bemühungen in grün nicht das dunkelblaue Logo berücksichtigten…danach kam frische Pizza mit selbst gewähltem Belag auf den Tisch und danach gab es den passablen Tatort aus Hannover. Wobei ich gerechterweise sagen muss, dass ein Furtwängler-Tatort schon grottenschlecht sein muss, damit er mir kritische Worte entlockt. Dazu mag ich die Figur der Charlotte Lindholm zu gern. Vielleicht kann ich bei der GEZ ein Sonntagabendabo bekommen?

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In meinen ersten Jahren in Berlin sind sie mir aufgefallen und auf die Nerven gegangen, die Leute, die tunlichst ihren Kiez nicht verlassen. „Ich bin bis acht beim platzhalter (Arbeiten, Trommeln, Yoga, Wohnung streichen, …), vielleicht können wir uns bei mir um die Ecke treffen?“ „Also, wenn es geht, irgendwo auf dem Weg vom Büro zu mir nach Hause.“ „Na gut, dann halt in der Mitte zwischen Kreuzberg und Charlottenburg“. In der Mitte zwischen Kreuzberg und Charlottenburg liegt der Potsdamer Platz. Viel Geld für wenig Qualität. Und die Multiplexe, in denen der von mir favourisierte Film in die Besenkammer verbannt wird.

Ja, die Wege sind weit, und man ist zwangsläufig viel unterwegs. Dafür lebe ich in der Großstadt und nicht in Werder, Zeuthen oder Waldsieversdorf. Ich habe mir das ausgesucht und die meisten meiner bewegungsunwilligen Freunde auch. Und es ist doch spannend, auch andere Ecken zu entdecken als die ewig eigene? Ein guter Freund wurde es deshalb, weil er immer bereit war, sich mit mir an interessanten Orten zu treffen, die weder bei ihm noch bei mir um die Ecke lagen. Damals dachte ich, es liegt daran, dass er in Moabit wohnt.

Wegen ihm lebe ich heute auch in Moabit und ich habe mich letzthin bei dem frohen Gedanken ertappt, dass ich es bald nicht mehr verlassen muss. Denn neben einer Eisdiele, einer netten Kneipe, einem Irish Pub der besseren Sorte, einem coolen Waschsalon, einer durchaus akzeptablen Auswahl an Weltküche, meiner Lieblingsbuchhandlung, meinem Lieblingsblumenladen, Ali und vielem mehr hat eine Filiale der Dolce Pizza in der Turmstraße eröffnet. Ich war da und war glücklich.

Vielleicht ist das der Kiez: im Gegensatz zu Werder, Zeuthen und Waldsieversdorf hat er tatsächlich alles, was ein Verlassen unnötig macht. Leute, die ich neu kennenlerne, frage ich jetzt erstmal nach ihrer Postleitzahl.

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Auf der Suche nach guter Pizza bin ich eigentlich immer, belohnt mit einem würdigen Ergebnis wird diese Suche eher selten.

Die Frage ist – was ist gute Pizza? Da mag sich jede und jeder etwas anderes vorstellen. Was mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: dünner, knuspriger Teig mit wulstigem, substanziellem Rand, saftig, ohne dass bei jedem Biss zeigefingerdick blubbernde Tomatensoße übers Kinn auf die Bluse tropft, überhaupt, dieselbige: ein stundenlang gekochter Sugo, der seine Cremigkeit nicht eingerührter Speisestärke verdankt, viel Käse, keine Fettaugen, ausgewählter, qualitativ hochwertigen Belag. Gefunden habe ich das bei eher höherpreisigen, mal mehr mal weniger hippen Italienern.

Aber eigentlich will ich sie ja auf die Hand, so wie ich das aus Sizilien kenne. Und ich nehme da auch die Pizza, die gerade fertig ist – mit Salami, oder frischen Pilzen, oder Thunfisch, oder Margaritha. Wenn die Pizza gut ist, gehts auch ohne weiteren Belag. Wie bei Dolce Pizza in der Maaßenstraße. Der beste Straßenpizzaverkauf außerhalb Siziliens. Das gesparte Geld (im Gegensatz zum hippen Italiener) kann sofort im Anschluss in ein nicht billiges, aber überaus genießbares Eis der Wand-an-Wand liegenden Eisdiele investiert werden.

Zwischenzeitlich sitze ich bequem auf den vor beiden Läden aufgestellten Bänken und beobachte das vorbei flanierende Schöneberger Leben. Oder halte meine Kinder davon ab, inkorrekterweise die um die zu erwartenden Leckerbissen wissenden Spatzen mit ihrer Pizza zu füttern. Erstens werden die Vögel davon fett, und zweitens ist die Pizza dafür zu schade.

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