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Posts Tagged ‘Plov’

Heute habe ich die Erfahrung. Aber wohl nicht genug für Plov. Immerhin sah er so aus, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Das Problem: statt eines köstlich lockeren Reisgerichts hatte ich eher so eine Art Risotto, usbekisches Risotto. Der Geschmack war gut, wirklich.

Gehen sollte es ungefähr so: eine Handvoll Fleisch nach eigenem Geschmack (bei mir Schwein, Rind und Lamm), nicht zu mager, wird nicht zu klein geschnitten, angebraten, eine große Menge (hier 2 1/2) Zwiebeln gewürfelt und dazu gegeben. Dann Koriander und Cumin mörsern und dazu, Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer, nach Belieben und wenn keine kleinen Kinder mitessen – Chili oder Cayennepfeffer, eine kleine Handvoll Berberitze. Darüber eine Schicht grob geraspelte Karotten (hier: 4 große) und darüber rohen, gewaschenen Reis, ungefähr die Hälfte der Fleischmenge. In den Reis drückt man eine Knoblauchknolle. Ja, richtig: K N O L L E. Das Ganze mit Brühe aufgießen und salzen, bei niedriger Temperatur schmoren bzw. quellen lassen. Ab hier bin ich keine verlässliche Begleiterin mehr.

Der vermutete Fehler: zuviel Brühe und zu viel Fett. Der Reis war gar, fast zu gar, aber die Flüssigkeit noch nicht komplett aufgesogen. Allerdings kann ich fast nicht weniger Wasser reingeben, es muss ja überstehen. Oder muss es nicht? Varianten wären: anderer Topf, anderer Reis, weniger Flüssigkeit, eventuell nicht Brühe sondern nur Wasser und den Geschmack nur durchs Fleisch-Zwiebelgemisch entstehen lassen. Mehr Mut zum Längerköchelnlassen. Keine Angst vor verkokelten Topfböden. Wie gesagt, der Geschmack war gut. Fand ich und noch ein glaubwürdiger Gast.

Wenn ich wieder jemand gefunden habe, der dieses Gericht essen möchte, kann ich weiter experimentieren.

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Eigentlich habe ich gar keine Zeit, ich bin am Geldverdienen. Aber erstens war endlich wieder Filmabend und das Thema „Liebe heilt alle Wunden“, das der geliebte Mann fast abgelehnt hätte wegen des hohen Kitschfaktors und weil ihm halt nicht so recht was einfallen wollte, dann doch herausragend erfüllt mit Kirschblüten – Hanami, dem einzigen mir bekannten Dörrie-Film, den ich nicht für prätentiös und überbewertet halte. Mit einer vergötterungswürdigen Schauspielerleistung Elmar Weppers. Und dem Motto für nächste Woche: „Männer in Frauenkleidern“.

Ich bin dankbar für eine Einengung der großen in Frage kommenden Auswahl durch hier eingehende Tipps. Obwohl aus mehreren Gründen fast schon feststeht, was es nächsten Dienstag sein wird.

Und zweitens habe ich beschlossen, gelegentlich hier auch darüber zu schreiben, wenn mir ein Gericht besonders gut gelingt, dessen Rezept ich nicht eins zu eins aus einem der in vier Regalmetern vorhandenen Kochbücher abschreiben könnte.

Nun steht heute an, meinen ersten Plov seit vielen Jahren zu kochen. Plov ist ein Gericht, das ich aus Russland mit nach Hause gebracht habe. Dort haben sie es wiederum aus einer der südlichen Exrepubliken, laut Internet aus Usbekistan. Gelernt habe ich es ohne jeglichen Schnickschnack, Fleisch, Karotten, Zwiebeln, Reis und Knoblauch. Salz und Pfeffer. Mehr war an Zutaten im winterlichen Sibirien auch nicht zu bekommen. Das Ganze stammt aus einer Zeit, in der ich mich an Rezepte gehalten habe, weil mir an Erfahrung und Selbstsicherheit mangelte. Deshalb ist das Gericht auch meistens nichts geworden, ich hatte ja kein Rezept, nur inspirative Maßgaben.

Heute habe ich erstens die Erfahrung und zweitens ist die Erinnerung an den damaligen Geschmack weit genug verblasst, so dass zumindest darin keine Enttäuschung zu erwarten ist, dass es nicht schmeckt, wie ich es kenne. Und deshalb kann ich heute Koriander, Kreuzkümmel und Berberitze verwenden. Letztere ist angelesene Inspiration, dank derer ich endlich mal wieder dem türkischen Markt am Maybachufer einen Besuch abstatten durfte. Aber das ist ein weiteres Thema.

Wenn es was geworden ist, veröffentliche ich hier. Wenn nicht, dann nicht.

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