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Posts Tagged ‘Rihanna’

Eigentlich begeistert mich die Tatsache, zwei Töchter zu haben, und auch dass die kleine Tochter so eine tolle große Schwester hat. Heute morgen kräht es zweijährig vom Kindersitz, bis sich klar und deutlich „Facebook“ heraushören lässt. „wewewe“ sagt sie schon länger. Die Große und die KLeine sind manchmal zusammen am Computer. Natives halt. Das Krähen geht in Gesang über: „…sie ist ein Monster und sie macht mir Angst, Monstaaa,sie ist ein Monstaaa und sie macht mir Angst…“. Von mir hat sie das nicht, ich finde, sie ist zu jung dafür. Die Große übrigens auch.

Letzthin kam es zu einer der ersten dieser Freuden mit einer halbwüchsig werdenden Tochter, die sich wahrscheinlich vollständig nur durch den eigenen Fernseher im Kinder-, Verzeihung, Jugendzimmer vermeiden lassen – ein Konzept, das mir nicht gefällt. Wir haben uns einen Fernsehabend lang die Echo-Verleihung, die große PR-Aktion der Musikindustrie, angetan. Inhaltsloses Moderatorengeplapper, autistisch anmutende Wortfetzen von Sido, Unwitze von Lobredenhalter Pocher. Das Highlight für die 10-jährige: der Auftritt von Rihanna. Oha. Aber Hallo. Sehr, sehr sexy Performance als Ausgleich für den glatten Sound? Wenn mein Kind den expliziten Text vielleicht nicht zur Gänze verstehen sollte – was ich im Übrigen nicht glaube – die Bühnenshow macht alles klar.

Und nun? Verbieten am liebsten. Zurück zu Rolf Zuckowski, bitte. Hm. Meinen spontanen Unmutsäußerungen wurde mit „Ich bin doch keine sieben Jahre mehr alt.“ begegnet. Nein, nein. Weiß ich ja. Sie ist schon zehn. Für den Moment mache ich mich schlau und kein großes Gewese. Bin aufmerksam und studiere das Angebot.

Der lustigste Moment an dem Abend: Udo Lindenberg hält die Laudatio für Jan Delay. Ich glaube, meine Tochter glaubt, er ist ein Alien. Was – wie der gute Freund gestern anmerkte – nicht ganz weit von der Realität entfernt ist. Ich starte jetzt eine Gegenkampagne – quasi präventiv. Und wenn alles gut geht tönt vom Rücksitz bald: „…und Fritz der Cowboy wurde nur Manager bei der Müllabfuhr…“.

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YouTube fördert den Dialog der Generationen. Wenn die große Tochter mit einer neuen Entdeckung ankommt, kann sie mir die gleich vorspielen. Zumindest, wenn die Musikindustrie nicht wieder schneller war und den kostenlosen Zugriff unterbunden hat. Meistens bin ich nicht hundertprozentig begeistert: Ashley Tisdale, Rihanna, Jonas Brothers. Letzteres geht, eine Boygroup mit BritPop-Anklängen.

Dafür muss sie sich die Rolling Stones ansehen und -hören. Ein wirklich junger, wirklich sexy Mick Jagger singt Sympathy for the Devil. „Wie sehen die denn aus? Mama, das hört doch heute keiner mehr.“ Ich bin zu sprachlos, um auf darauf hinzuweisen, dass es all ihren Popkram ja gar nicht gäbe, wenn nicht die Stones….blabla. Stimmt so ja auch nicht ganz, aber was weiß schon eine 10jährige?

Bob Dylan traf ihren Geschmack dann auch nicht, obwohl die coole Mum der besten Freundin total auf den steht. Ich dachte, das hilft. Aber es stellte sich heraus, dass das Objekt der Begierde nicht Dylan sondern Marley heißt. Der ist irgendwie generationsübergreifender.

Manchmal, ganz selten kommen wir zusammen: bei den Black Eyed Peas, bei Lily Allen. Obwohl ich natürlich hoffe, mein Kind zieht nicht „Fuck you“-singend durch die Straßen. Auch wenn es um die etwas drastisch ausgedrückte Verurteilung von Homophobie geht.

Letzte Woche war die große Cousine zu Besuch. Mit Freund, Playstation und SingStar. Für Nicht-Eingeweihte: ein Karaokespiel für die ganze Familie. Das Programm: ABBA und Legends von Reet Petite bis Roxanne. Ernsthafte Konkurrentinnen waren sowieso nur die Große und ich. Die anderen Teilnehmer haben andere Qualitäten.

ABBA kann sie ziemlich gut, wobei sie erstaunt war ob meiner Textsicherheit in diesem Bereich. Ich habe mich da wohl ein wenig zu sehr mitreißen lassen. Warum sie aber dann auch noch bei dem von ihr nie vorher gehörten „Sweet Home Alabama“ (was für ein reaktionärer Bockmist, stellte ich fest, als ich zum ersten Mal Aufmerksamkeit auf den Inhalt lenken musste) 10 Punkte besser war als ich, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären.

Dialog funktioniert allerdings nur, wenn man auch zuhört. Das hat sie nicht getan, sonst könnte sie nicht behaupten, dass mir „The Teens“ immer noch gefallen.

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