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Posts Tagged ‘Rosen für den Staatsanwalt’

„Leichen im Keller“ hatten in Deutschland einige nach 1945 und bei vielen sind sie vermutlich nie ausgegraben worden. Weil Rosen für den Staatsanwalt eine Komödie ist, und man es dem liebenswerten, scheinbaren Taugenichts Rudi Kleinschmitt von Herzen gönnt, dass das Leben auch einmal gut zu ihm ist, kommt es in diesem Film zur Entlarvung des bieder-fiesen Staatsanwalts, der ebenso unbelehrbar festhält an den alten Zeiten, in denen er bereits als Jurist tätig war und entsprechende Urteile zu verantworten hat, wie an seiner persönlichen Machtposition.

Der Film kommt daher wie ein leichtfüßiges 50-er-Jahre-Panoptikum, doch nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten kritisiert er vehement: die Straflosigkeit der Ewiggestrigen, eine Mentalität des Schwanzeinziehens, die Gier nach dem persönlichen Profit, wenn man will, auch die bestehenden Klassenverhältnisse, die dank des unreflektierten Glaubens an den Wohlstand und unter der dünnen Schicht Demokratie so bestehen, wie sie schon immer waren.

Erstaunlich fand ich die Tatsache, dass der Film von 1959 durchaus Erfolg hatte; verständlicher schien mir das Ergebnis der Recherchen des geliebten Mannes, dass nachfolgende Filme desselben Regisseurs wie Herrenpartie und Kirmes, die sich in weitaus ernsthafterer Form mit den Verbrechen der Faschisten und der Schuld der ganz normalen Bürger befassen, keineswegs mehr Gefallen beim deutschen Publikum fanden.

Die Vorgabe für das nächste mal lautet „Todesurteil“. Ich könnte beim Thema bleiben. Oder die Todesstrafe grundsätzlich in Frage stellen. Oder? Ich freue mich auf Anregungen. Obwohl ich zugeben muss, schon etwas im Sinn zu haben.

Das Essen: geröstete Baguettescheiben mit Olivenpaste vorn weg, blanchierte und in Walnussöl und Butter gedünstete Schwarzwurzeln und Rosenkohlblätter mit roten Zwiebeln, Creme Fraiche und geriebenem Parmesan (daran werde ich noch feilen; vielleicht lieber Bergkäse? gar kein Käse?) zu zerstampften Kartoffeln. Offenbar kein Kinderessen. Danach köstliche in Teig ausgebackene Apfelringe mit Beeren- und Vanillesoße, wozu ich weiter nichts sagen kann, da die Verantwortung fürs Dessert dieses Mal woanders lag.

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