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Posts Tagged ‘schwedisch’

Das Motto gibt viel her. Thelma & Louise, den ultimativen Freundinnenfilm, habe ich in diesem Rahmen schon gezeigt. Eine gar nicht so lange Recherche hat ergeben, dass auch ein Trotta-Film oder ein finnischer Thriller als erster Film des neuen Jahres gezeigt hätten werden können.

Aber ich habe mich trotz des blöden deutschen Titels Schwedisch für Fortgeschrittene für die schwedische Produktion Heartbreak Hotel entschieden. Und es war eine gute Wahl. Keine brillante, dazu gab es zu viele Ungereimtheiten, zu viele wenig erklärte Entwicklungen zum Positiven. Aber eine gute.

Zwei Frauen in den Vierzigern, die sich gerade oder vor kurzem von ihrem jeweiligen Mann getrennt haben, begegnen sich und freunden sich nach anfänglicher Beschimpfung an. Sie ziehen gemeinsam um die Häuser, bzw. ins Heartbreak Hotel zum Tanzen, bereit für Abenteuer, fast bereit, sich von eigenen und fremden Vorstellungen eines gesetzten Lebens als alleinstehende Frau mit erwachsenem Kind zu lösen.

Ich verzeihe dem Film seinen Mangel an Konsistenz oder Realitätssinn für seinen Esprit und seine Ehrlichkeit im Umgang mit den beiden Hauptdarstellerinnen.

Sie sind echt peinlich, wenn sie – sich mit Tequila betrinkend – viel jüngere Männer bedrängen, denen man ihre abrupte Flucht nicht übelnehmen mag, wenn sie auf der Tanzfläche zu Boden gehen und am Schluss die Polizisten anbaggern, die sie nach Hause bringen, weil sie es selbst nicht mehr vermögen. Man möchte seine eigene Mutter nicht so sehen, wie die Tochter einer der Protagonistinnen, die mit Freundinnen in dieselbe Diskothek kommt, es auch nicht will.

Aber sie sind gleichzeitig nachvollziehbar und unglaublich komisch – in ihrem Danebenbenehmen und in ihrer verkaterten Reue. Sie sind so, dass ich mir vorstelle, dass auch ich es sein könnte, die…. Der Film ist unterhaltsam und wahrhaftig und seine weiblichen Hauptfiguren sind unvollkommen, aber überaus sympathisch. Und deshalb lohnt er sich. Sehr.

Ebenfalls wahrhaftig und sympathisch, wenn auch unvollkommen, war das vorhergehende Abendessen mit Romanasalat mit Birnen, Halloumi und Linsenvinaigrette (das probieren wir nochmal mit geschleudertem Feldsalat und reiferen/aromatischeren Birnen; wenn es dann schmeckt, folgt die Beschreibung), zum Hauptessen die bodenständige Rote Bete, mal schon wieder als Gratin: einfach und gut; und zum Dessert eine Quark-Joghurt-Sahne-Creme Double-Creme mit Orangen-Grapefruit-Kompott, bei dem der karamellisierte Zucker knapp am Verbrennen – und damit Verbittern – vorbeigeschrammt ist. Auch das geht besser.

Ich freue mich riesig aufs nächste Mal. Da zeigt der liebe Freund einen Film nach der Vorgabe „Alte Schabracken“. Das kann nur gut werden.

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