Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Spargel’

…sage ich herzlichen Dank an Chris Kurbjuhn! Ich hatte gerade angefangen, zu überlegen und zu suchen, da kam er mit einem unwiderstehlichen Vorschlag: Die Reifeprüfung. The Graduate. Dustin Hoffman. Mrs. Robinson. Endlich mal wieder.

Ich hatte mich nicht mehr so richtig rangewagt, an diesen Film, der mich als junge Erwachsene so beeindruckt hat. Würde er noch funktionieren? Oder wäre er mir heute langweilig, mal wieder nur ein Spiegel seiner Zeit ohne Wert darüber hinaus? Mitnichten. Ja, er ist offensichtlich ein Werk der späten 60er, aber er ist bis heute witzig, großartig gespielt mit der Musik von Simon and Garfunkel, die ich nicht vergessen, aber weit in den Hintergrund gerückt hatte. Die Kamera ist außergewöhnlich. Die Abscheu gegen das In-die-Welt-der-Erwachsenen-geworfen-Werden bleibt nachvollziehbar.

Er hat uns allen dreien ausnehmend gut gefallen, auf den Gesichtern meiner Mitgucker sah ich tiefe Befriedigung über einen gelungenen Filmabend. Auch wenn es heute nicht mehr ganz klar ist, ob Mrs. Robinsons Angebot noch als unmoralisch bewertet würde. Eine interessante Diskussion mit dem eigenen Mann…, der den Film übrigens zum ersten Mal in voller Länge und nicht nur als Zitat gesehen hat.

Das Essen war von Pannen – in erster Linie um den Backofen herum – geprägt, aber der rohe Spargelsalat aus Italien vegetarisch schmeckt auch ohne – verbranntes – Brot und nach den – gelungenen – Eiern mit grüner Soße und Kartoffeln waren die meisten von uns eh so satt, dass ein – ebenfalls verbrannter – Käsekuchen nur noch schwerlich hineingepasst hätte.

Ach so, und nächstes Mal fängt eine neue Runde mit neuem Motto an, eines der unendlichen Möglichkeiten: „David gegen Goliath“. Es ist eines von meinen, ich weiß also, was ich zeige. Mal sehen, was die Männer daraus machen.

Advertisements

Read Full Post »

Im Rückblick sage ich: er hätte nicht nicht gezeigt werden können. Nicht nicht zu diesem Thema. Und deshalb bin ich sehr froh, dass der Mann Das Fest von Thomas Vinterberg gezeigt hat. Auch deshalb, weil ich diesen Film unter „Sollte man auf jeden Fall gesehen haben“ einordnen würde. Nicht nur, weil es der erste „Dogma“-Film ist und obwohl die Geschichte um einen 60. Geburtstag und den dabei aufkommenden Eklat ziemlich verstört, zumindest mich verstört hat.

Es geht um Familie, aber nicht nur, es geht um Solidarität und Mangel an Vertrauen, um Zerbrechen an erfahrenem Leid, um Überleben erfahrenen Leids, tiefe Nähe und abgrundtiefe Zerwürfnisse. Um das Blenden und Vorspielen, um Fassade und (Wein)Kellergewölbe. Und das in einer meisterhaften Darstellung, mit einem „Küchenchor“ und immerhin einer Art Happy End im Sinne von: das hätte auch noch schlimmer ausgehen können. Sollten Sie ihn nicht kennen – sehen Sie ihn sich an. Aber nur in Momenten, in denen Sie auch etwas aushalten können.

Zum Essen: den ersten Spargel der Saison mit Frühkartoffeln. Und weil eine Sauce Hollandaise für mich unweigerlich mit Schinken verbunden ist, gab es dazu eine Neuentdeckung aus „Deutschland vegetarisch“: Eier-Frühlingszwiebel-Stippe aus 3 Essl. Weißwein- oder, wie bei mir, Kräuteressig, 100 ml Gemüsebrühe, 1 Essl. Senf, 1 Essl. Honig (bei mir ein bisschen weniger), 120 ml Sonnenblumenöl, 2 hartgekochten und kleingehackten Eiern, 4 Zweigen Estragon, 1 kleinen Bund Pimpinelle (bei mir Kerbel), 2 Frühlingszwiebeln, Salz und Pfeffer. Zuerst die (Zäh-)Flüssigkeiten verrühren, feingehacktes und geschnittenes Grünzeug dazugeben, dann die Eier untermischen. Würzen. Fertig. Sehr, sehr fein und passend.

Und zum Nachtisch Vanilleeis, frische Erdbeeren und leicht gesüßte Sahne. Da braucht es nicht viel mehr. Vielleicht noch einen Ticken süßere Erdbeeren. Aber das Warten fällt halt so schwer.

Read Full Post »

Gegenwärtig beschäftigen mich beim Kochen verschiedene Themen, in der Konzentration gelegentlich zum Leidwesen derjenigen, die es essen sollten: Rhabarber, Erdbeeren, Spargel und Ottolenghi. Von letzteren habe ich das pinkfarbene Plastikbuch zur vegetarischen Küche – und das Material des Einbandes mag unangenehm anmuten, Eiweiß lässt sich jedoch hervorragend und ohne Rückstand davon entfernen – und „Jerusalem“, und ich bin so begeistert, dass ich beide am liebsten von vorne bis hinten durchkochen möchte. Mal abgesehen von den Süßkartoffelgerichten vielleicht.

Großartig daran finde ich die für mich neuen Inspirationen, was Kombinationen und mir bis dato nicht so geläufige Zutaten wie Granatapfelsirup oder auch Tahine angeht, aber auch neue Umgangsweisen mit verschiedenen Gemüsen, die Offenheit zur Interpretation, die vielen der Rezepten innewohnt und die Tatsache, dass man fast alle der Gerichte auch lauwarm essen kann. Das nimmt Druck raus.

Dass es endlich wieder Spargel gibt, macht mich richtig glücklich und weil ich weiß, dass es in ein paar Wochen wieder vorbei ist damit, komme ich nur schwer an den Ständen mit der frischen Ware aus dem Umland vorbei. Damit ich das Gemüse bis zum Ende der Erntezeit wenigstens einwöchentlich unterbringe, ohne dass sich die Tischgesellschaft gelangweilt abwendet, fange ich nach den ersten paar klassischen Mahlzeiten mit Kartoffeln, Schinken, Nussbutter/holländischer Soße an, nach neuen Präsentationsformen zu suchen.

Gestern ist das außerordentlich gut gelungen: Spargel mit Orangenvinaigrette und Kräuter-Couscous. Ziemlich simpel und was für eine grandiose Kombination – Spargel und Couscous. Der Spargel wird geschält in einem Bräter in relativ viel Butter angebraten, gesalzen und gepfeffert, dann mit dem Saft und der abgeriebenen Schale von zwei bis drei unbehandelten Orangen und 1 Eßlöffel herben Honig übergossen und solange gedünstet, bis er die richtige Weiche für den individuellen Geschmack hat.

Für den Couscous 200g in 200ml kaltem Wasser und Salz nach Geschmack quellen lassen, Kräuter (bei mir: Pimpinelle, Kerbel, Petersilie, Estragon) fein hacken, Couscous in Butter rösten, Kräuter untermischen. Alles zusammen: fein. Echt.

Zur Vorspeise gab es Ottolenghi-inspirierten Salat aus Tomaten, Gurke, Radieschen und Frühlingszwiebel, Petersilie und Schnittlauch, mit einer Vinaigrette aus Weißweinessig, Zitronen- und Orangensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer, Knoblauch.

Und zum Nachtisch der Hammer: von Utechts Sonntagskuchenbeitrag angepikst ein Victoria sponge cake mit Rhabarberkompott und Sahne. Ich sag’s Ihnen: mächtig, köstlich, glücklichmachend. Die Angaben zum Teig habe ich von hier. In Ermangelung zweier gleich großer Springformen habe ich einen Kuchen gebacken und in der Mitte durchgeschnitten. Nachdem bei der Fadenmethode das Garn gerissen ist, hat es mit großem Messer einwandfrei geklappt.

Das Kompott war aus ein klein wenig Apfelsaft mit Zucker (war zuerst zu wenig, kann aber beim Köcheln noch nach Belieben gesüßt werden), Vanilleschote und -mark aufgekocht, Rhabarber dazu und solange geköchelt, bis er weich war. Ich hatte zuviel Flüssigkeit, habe deshalb mit wenig Stärke gebunden. Abkühlen lassen, Kuchensandwich belegen.

Wie gesagt: köstlich.

Read Full Post »

…wie sie fallen.

Und wenn sie auf den 15. August fallen, und man ist als mittelalter Mann nicht mehr nur mit der Versorgung der eigenen alten Mutter, sondern noch mit drei anderen alten Frauen konfrontiert, dann feiert man Ferragosto eben zuhause mit gerade noch erstandenen Meeräschen auf Kartoffeln, einer leichten Gemüseboullion und genug Chablis.

Ein feiner, kleiner, köstlicher Debütfilm von Gianni Di Gregorio, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einem: die lakonische Geschichte eines Pranzo di Ferragosto, eines ‚Festmahls im August‘. Einmal sehen reicht – zumindest mir – nicht, ich habe den feinsinnigen, subtilen Humor erst beim jetzigen zweiten Mal richtig genießen können. Absolut empfehlenswert!

Zu Essen gab es Spargel grün/weiß, sonst klassisch: mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise (und brauner Butter für die Puristen). Zur Vorspeise gemischten Salat, zum Dessert Erdbeeren mit Sahne. Frühling! Endlich!

Was es beim nächsten Filmabend zu essen gibt, weiß ich noch nicht, der Film wird irgendwas zu tun haben mit „Sommer in der Stadt“. Passt ja. Hoffentlich.

Read Full Post »

Ein Feuerwerk der Großartigkeit: nach dem immer wieder sehenswerten Klassiker der letzten Woche führte Bullets over Broadway tatsächlich zu einigem, was erstaunlicherweise hinter den Kulissen passiert und bescherte ein freudiges Wiedersehen mit Woody Allens Schaffen, einer weiteren alten – cineastischen – Liebe von mir. Aus Angst vor Enttäuschung wage ich mich weder mehr so richtig an seine früheren noch an seine neueren Filme heran; wie der gestrige erneut gezeigt hat, zu Unrecht.

In schnellen und witzigen Dialogen entlarvt der Film ohne zu verletzen, die Story ist hanebüchen und höchst amüsant, die Figuren allesamt skuril und überzeichnet, aber gut. Eine grandiose Besetzung von John Cusack über Marie-Lousie Parker, Rob Reiner, Tracey Ullman zu Jim Broadbent in der Rolle des „compulsive eater“, der mir so bekannt vorkam, dass ich nachsehen musste, dass ich ihn aus einer zugegebenermaßen völlig anderen Rolle in Another Year kenne. Erstaunen.

Vorher gab es wieder Spargel, mitgebracht vom Wochenendausflug in einen der Herkunftsorte. Ich fand ihn gut, andere schienen keinen Gefallen an der eher weichen Konsistenz zu finden. Geschmackssache. Die Hollandaise fand ich hervorragend, dieses Mal auf der Grundlage einer Reduktion mit Schalotten, Estragon, Weißwein und Essig, perfekte Konsistenz. Der Rhabarberkuchen funktioniert mit der halben Teigmenge auch in der Springform. Die dickere Eiweißschicht ist nicht so knusprig wie letztes Mal, aber auch kein Gummi. Juhu. Die trotz gegenteiligen Rats verwendeten Haselnüsse (ich hatte nichts anderes da) fand ich nicht so störend wie die Ratgeberin, aber ja, Mandeln sind besser.

Der nächste Filmabend liegt in etwas Ferne, so dass ich genug Zeit habe, ausgiebig zu überlegen, was ich den Mitguckern zum Thema „The A real artist“ kredenzen möchte. Da gibt es ja nun so einiges, nicht?

Read Full Post »

Ich wurde schon gerügt: ich hinkte hinterher mit meinem Blog und immer wenn eine gewisse Person die Filme aussuche…Dabei ist das natürlich Quatsch, ich hinke nur ganz selten hinterher und es hat fast nie was mit dem Film oder der aussuchenden Person zu tun, sondern mit dem Leben, das mich nicht zum Schreiben kommen lässt. Das ist manchmal ja auch ganz schön.

Mit dem Film, der vor nunmehr drei Wochen gezeigt wurde, hatte es jedenfalls gar nicht zu tun: My Name is Joe lässt seinen Protagonisten mit dem klassischen Teufelkreis einer Alkoholsucht kämpfen und gehört mit seinem Humor und seiner Menschenliebe zu den Meisterwerken eines Lieblingsregisseurs, Ken Loach. Angesiedelt im täglichen Existenzkampf der nordenglischen ‚working class‘ geht es um die Verhältnisse und was der Mensch daraus machen kann und will; große Fragen um Richtiges und Falsches, um moralisches Dilemma werden aufgeworfen, ohne dass Loach es sich leicht macht mit den Antworten.

„Der Mensch wär lieber gut als roh, doch die Verhältnisse, die sind nicht so.“ ist das daraus legitim abgeleitete Motto und gleichzeitig wohl so oder so ähnlich ein Brecht-Zitat. So klingt es auch in meinen Ohren, kann ich der mir zu brachialen Holzhammermethode des gerühmten Dichters und Dramatikers einfach nicht viel abgewinnen. Doch dies nur am Rand.

Ich habe sehr mit mir gerungen, war bei „Der dritte Mann“ gelandet, bin dann aber in der Videothek über Harlan – im Schatten von Jud Süss gestolpert und habe mich spontan umentschieden. Ein spannender Dokumentarfilm über den Filmemacher, der sein Können im Dritten Reich der Propaganda zur Verfügung stellte, allem voran mit dem Hetzfilm Jud Süss.

Da ist einerseits die Frage des Warum, deren Beantwortung sich die Dokumentation bestenfalls annähert und etwas anderes behauptet sie auch nicht. Zum anderen geht es um die sehr verschiedenartig ausgeprägte Auseinandersetzung der Nachkommen, insbesondere der Kinder und Kindeskinder, mit genau dieser Frage, mit der Rolle und Funktion Veit Harlans für den Nationalsozialismus, mit den Themen der Schuld und der Scham.

Beeindruckend finde ich, dass ich mich von Regisseur Felix Möller zu keiner Sichtweise, zu keinen unumstößlichen Wahrheiten gedrängt fühle, dass mir hier keiner sagt, so ist es richtig, so war es und so muss es sein. Angesichts der Tendenz im Öffentlich-Rechtlichen, Dokumentationen nur noch im Stil von Knopp und Co auszustrahlen, wünsche ich mir, dass sich die Verantwortlichen häufiger damit beschäftigen, wie es auch geht, wie man „Kunst und Politik“ zusammenbringen kann. Das ist dann auch das Motto fürs nächste Mal und ich bin gespannt, was dieses weite Feld hergibt.

PS: zu essen gab es Spargel, Butter und Kartoffeln: perfekt gegart, puristisch, fein; zum Nachtisch Erdbeersahnequarkjoghurt mit Biskuitboden. Nicht schlecht. Gar nicht schlecht.

Read Full Post »

Was für ein Wochenende. Begonnen hat es am Freitag abends mit klassischer Spargelpräsentation: gekocht, mit neuen Kartoffeln, rohem und gekochtem Schinken und echter Sauce Hollandaise, die ich so langsam zu meinen Standards zählen darf. Was ich damit meine ist, dass ich nicht mehr meine Mutter anrufen muss um zu fragen, wieviel von was. Es gibt die Puritaner, denen nichts über geschmolzene Butter zum Spargel geht. Ich gehöre nicht dazu.

Dann kamen Gäste. Bereits zum Spargel war der befreundete Berliner Expat da, der bei seinen regelmäßigen Heimatbesuchen erfreulicherweise meist die Zelte bei uns aufschlägt. Ein Ereignis der besonderen Art hat einen langjährigen Freund aus Schulzeiten zu uns verschlagen und dann besuchte just an diesem Wochenende auch noch eine wiedergefundene Freundin aus denselben Schulzeiten ihre Tochter in der Hauptstadt und bei dieser Gelegenheit auch mich. Dementsprechend war der Samstag dem Erstehen und Zubereiten des abendlichen Essens vorbehalten, bei mir leider zusätzlich noch der Erwerbsarbeit, da der Auftrag pünktlich zum Montag morgen abgegeben sein wollte.

Sehr köstlich die Spargelsuppe, äußerst gelungen das Huhn mit Fenchel, das zu meinen allerliebsten Huhngerichten gehört. Mein Beitrag bestand dieses Mal in einer weiteren Ausführung des Rhabarberkuchens: gemacht wie letztes Mal, nur bei 170° 35 min. ohne und nochmal bis zur leichten Bräune bei derselben Temperatur mit Baiser. Was soll ich sagen: er war lecker, das Baiser gab sich nicht mal den Anschein von knusprig. Dem gesprächigen und geselligen Abend hat es keinen Abbruch getan, die lustige und zufällige Mischung der Gäste hat sich, scheint es, gut unterhalten und ich auf jeden Fall auch.

Beim Frühstück am Sonntag brachte dann die kleine Tochter ihr Missfallen über meine Nachmittagsbeschäftigung mit der Frage: „Seit wann gehen denn Frauen zum Fußball?“ zum Ausdruck. Wo lernen Dreijährige sowas? Ich habe den Vater in Verdacht: nicht unbedingt festen Rollenverteilungen zugetan, versteht er meine und auch jedes anderen Interesse oder gar Begeisterung für Fußball nicht im Geringsten, und würde, glaube ich, auch zu harten Maßnahmen greifen, um ihm Nahestehende zu ihrem eigenen Bestendavon abzubringen, zu viel Zeit darauf zu verschwenden.

Der FC Augsburg trat am letzten Bundesligaspieltag gegen die Hertha an. Zum Glück stand bei beiden Vereinen der Aufstieg in die erste Liga schon mehr oder minder fest, ich hätte sonst sehr gelitten. Zum ersten Mal in seiner Geschichte werden die Augsburger in der 1. Bundesliga spielen und egal, wie es laufen wird – das ist großartig. Gestern haben sie 1:2 verloren. Knapp und unverdient, würde ich sagen, andere sehen das eventuell anders. Das Spiel war nicht so langweilig, wie das zu erwarten gewesen wäre und so war es im Endeffekt trotzdem eine Freude, wenn auch der liebe Freund aus Schulzeiten noch lange haderte mit dem – ich gehe jetzt einmal davon aus: ungerechtfertigten – Platzverweis für den „zentralen Verteidiger des FCA und Spieler mit echter Erstligistenreife“, Gibril Sankoh.

Dennoch einigermaßen guter Dinge fuhren wir nach Hause, erwärmten die vormittags gekochte Bolognese, der eine Freund blieb zu Hause bei den Kindern, der andere fuhr zum Bahnhof, während der Mann und ich uns auf den Weh machten zum Haus der Berliner Festspiele, um im Rahmen des Theatertreffens „Nora – Ein Puppenhaus“ vom Theater Oberhausen zu sehen. Was für ein Kontrastprogramm!

Vielleicht war es zuviel Kontrast, vielleicht hing mir der späte vorherige Abend nach. Die warme erdrückende Atmosphäre im Rang half ebenfalls nicht, Zugang zur Inszenierung zu finden. Das Publikum schien hoch amüsiert und brach am Ende in eine Begeisterung aus, die ich nicht teilen konnte. Ich fand das Stück nicht witzig, bestenfalls grotesk, was bei mir kein Schenkelklopfen auslöste wie bei meinem Sitznachbarn. Teile waren mir zu hysterisch, zu gewollt modernes Theater. Nicht aus Prüderie störte mich die Anhäufung der sexuellen Anspielungen: ich verstand ihre Bedeutung fürs Stück schlichtweg nicht und halte sie für unnötig aufmerksamkeitsträchtig. Mein Fazit: kann man, muss man aber nicht. Jedenfalls ich nicht.

Gar nicht so leicht, so angereichert mit Eindrücken konzentriert in den Alltag zurückzukehren.

Read Full Post »