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Posts Tagged ‘Themroc’

Der gute Freund hat es verstanden, die intellektuelle Diva unter uns, die auf Grund der letzthin gewählten Filme bereits den Verfall des cineastisch Niveaus beklagte, zu besänftigen und – zumindest was mich betrifft – wieder einen pädagogischen Aspekt in unseren dienstäglichen Filmabend einzubringen. Wir sahen Themroc, die Metamorphose vom „Fröhlichen Proletarier“ zum steinzeitlichen Anarchisten.

Ich fand den Film faszinierend, wie er ohne echte Worte Sinn entstehen lässt, wie Bilder, Grunzen, Gesichtsausdrücke die Geschichte des im ewigen Alltagstrott gefangenen Arbeiters Themroc erzählen, der nach einer Standpauke durch den Chef den unsinnigen Job als Anstreicher verlässt, sein Zimmer zumauert, die Außenwand der Wohnung aufschlägt und zum triebhaften Höhlenmensch wird, dessen Anarchismus auch die Staatsgewalt nichts anhaben kann und der nach und nach immer mehr Nachahmer findet.

Allerdings fehlt mir der Mittelteil – meine Augen wollten nicht offen bleiben. Wegen der französischen Herkunft des Werks? Weil er zu sehr ein Spiegel seiner und nicht meiner Zeit ist? Oder bin ich einfach zu bequem geworden, mag dieses „Artyfarty“-Gedöns nicht mehr, sondern lieber „anspruchsvolle Unterhaltung“? Bin ich milde geworden oder faul? Beides?

Schon allein dafür liebe ich unseren Dienstag abend: für die Auseinandersetzung mit dem, was ich mir freiwillig immer weniger aussuchen würde.

P.S.: Der Widerstand gegen die Staatsgewalt kulminiert darin, dass zwei der Polizisten gebraten und verspeist werden. Die Vorgabe fürs nächste Mal: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Kommentare dringend erwünscht.

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