Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Weißwein’

Mein Gemüsehändler hatte kurz vor Weihnachten Bitterorangen am Stand. Aus diversen Gründen war ich interessiert, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Auf meine Nachfrage meinte er, er könne mir nicht versprechen, dass er im Januar nochmal welche habe, die Berliner Großhändler führten sie meist nur um Weihnachten herum, danach gäbe es kaum noch Nachfrage.

Als ich also letzte Woche bei eben diesem Gemüsehändler eine frische Steige Bitterorangen erspähte, traute ich mich nicht, keine zu nehmen, schon damit die Berliner Großhändler nicht in ihrem Tun bestätigt werden, und das, obwohl sich die diversen Gründe leider verzogen hatten.

Mit Orangenmarmelade ist es nämlich so, dass sie zu den Lebensmitteln gehört, die ich theoretisch großartig finde, aber eigentlich nur in extrem kleinen Dosen zu mir nehme (siehe Ziegenkäse und Kürbis), weil sie mir gar nicht so gut schmecken. Anderen Haushaltsmitgliedern schon und lieben Menschen in meiner Umgebung auch, aber 1) was für eine Arbeit! und 2) gibt es andere liebe Menschen, die uns immer wieder ein Glas abgeben, welches auf Grund der Erfahrung vermutlich eh besser ist als alles, was ich diesbezüglich zu Wege bringen würde. (Haben das diese Menschen jetzt auch gelesen und verstanden?)

Wie auch immer: ich hatte also 1 kg Bitterorangen, die der Verwendung harrten. Mir kam ein unglaublich guter Orangenlikör in den Sinn, den ich einmal auf La Gomera getrunken und gekauft hatte, aber Recherchen ergaben, Orangenlikör macht man aus normalen Orangen. Aus Bitterorangen oder – was ich ja schöner finde – Sevilla-Orangen macht man Vin d’Orange.

Langer Rede, kurzer Sinn: nach einigem Abwägen (ist das Obstwein? Denn: ich mag keinen Obstwein, absolut keinen) und Netzsuche habe ich ihn heute angesetzt. Nun bin ich üblicherweise jemand, die sich zumindest beim ersten Mal ans Rezept (an dieses oder dieses oder dieses) hält, zumindest, wenn ich mit etwas hantiere, das ich nicht gut kenne. Das ging heute nicht wegen der Größe oder mangelnden Größe der vorhandenen Gefäße.

Orangengläser02

Orangengläser01

Ich hatte keine Lust zum Rechnen, deshalb ist Zucker, Wein und Obstwasser nach Gusto auf einem kleinen und einem großen Glas verteilt. Im großen Glas ist nur Vanille, im kleinen Zimtstange, Nelken und eine halbe Tonkabohne. Im kleinen ist im Verhältnis viel mehr Hochprozentiger, aber da manche Rezepte die Orangen nur in Hochprozentigem einlegen und den Wein erst nach dem ersten Reifeprozess dazugeben, denke ich mir, man kann noch zu einem späteren Zeitpunkt justieren.

Gewürze

Nelken

Beide Gläser stehen so kühl und dunkel, wie es geht und nach 40 Tagen – auch hier sind die Angaben unterschiedlich, aber 40 Tage haben etwas Magisches, das passt dann schon – wird abgeseiht, eventuell mehrfach, umgefüllt in Flaschen, gegebenenfalls nachgearbeitet mit Wein und Zucker und weiter reifen gelassen, jelängerjelieber. Hoffentlich kann ich so lange warten.

Ich bin sehr gespannt und werde berichten: Schmeckt das Zeug? Mir oder wem anderen? Wenn ja, wann? Ich würde eventuell auch tauschen. Gegen ein Glas Marmelade zum Beipiel.

Read Full Post »