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Posts Tagged ‘Wim Wenders’

Yes!! Er hat es getan! Der liebe Freund hat ihn gezeigt, den ultimativen, nein, also gut, einen der ultimativen Engel-Filme. Und ich hatte Angst, das wird nichts, weil zu offenichtlich, nicht herausfordernd genug. Aber er passt nun mal zu gut.

Auch zu uns: 3 WahlberlinerInnen, die sich kaum noch etwas anderes vorstellen können. Als verspätete Filmabend-Hommage an Otto Sander. Und es wäre auch erst der dritte Film dieses Filmemachers…

Richtig. Wir haben gestern Wim Wenders‘ Der Himmel über Berlin gesehen, mit Otto Sander und Bruno Ganz als Engel. Mit Peter Falk als er selbst. Oder so. Mit Solveig Dommartin als Artistin und Curt Bois als Homer. Dass es klappte hatten wir der Tatsache zu verdanken, dass es sich bei diesem Film um eines der ganz seltenen Schwarzen Löcher in der virtuellen Filmdatenbank des lieben Freundes handelte: er hatte ihn nie gesehen. Schon lang stand an, diese Wissenslücke zu füllen, und die Gelegenheit war überaus günstig.

Danach waren wir uns alle drei einigermaßen einig, wenn auch in unterschiedlichen Nuancen. Der geliebte Mann liebt diesen Film, für ihn ist er poetisch, er lässt nicht viel über ihn kommen, deutet aber auch an, dass die leichte Geschwätzigkeit, die in etwas manierierten Mono- und Dialogen zum Ausdruck kommt, dem Stil seiner Zeit (die 80er) ebenso wie dem französischen Teil der Kooperation (meine Rede!) geschuldet sein mag und ein bisschen Kürzung vertragen hätte.

Wir stimmen zu, sind ein wenig kritischer. Es fiel der Kommentar „ein wenig verquast“ und dass es gelegentlich so schien, dass der Regisseur den Bildern zu wenig vertraute und ein bisschen zu viel durch unnötiges Gerede unterstreichen wollte. Beide Herren waren hoch erfreut und ganz schön tief angerührt von Zeit und Raum, die der Film entstehen lässt, nämlich ‚ihr‘ Westberlin der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts – ein Teil ihrer eigenen Geschichte.

Der liebe Freund und ich finden das Ende enttäuschend, welches Sinnstiftung in letzter Konsequenz allein dem Liebesgeschehen zwischen Mann und Frau zuschreibt und damit die im Film angedachte Breite an möglichen Lebensentwürfen am Schluss unnötig verengt. Außerdem finde ich Solveig Dommartin eh die schwächste Figur im Film; ihr Monolog am Ende langweilt mich und geht mir auf die Nerven. Schluss wäre besser ein paar Szenen früher gewesen, doch sonst – und hier sind wir uns vielleicht doch völlig einig – ist es tatsächlich immer noch einer der besten und unbedingt sehenswert.

Da passte auch das Essen: eine gelungene Gemüsetarte mit Butterblätterteig, Brokkoli, Erbsen, einer Möhre, einer halben roten und einer halben orangen Paprika, Fenchel (vorher mit angeschwitzen Zwiebelwürfelchen und Knoblauch ein bisschen in Olivenöl und wenig Gemüsebrühe angedünstet) mit einem Guss aus 3 Eiern, 100 ml Sahne, 150 ml saure Sahne, 75 g Kaschkawal (hier vielleicht lieber kräftigen Bergkäse), Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Fenchelgrün und Thymian. Dazu Blattsalat.

Und danach zum Seelestreicheln, Reinlegen, Glücklichwerden: Eton Mess (grundsätzlich so wie hier oder hier) mit Orangenfilets und Erdbeersauce. 100% gute Sahne. Alle (sic!) wollten Nachschlag, den es nicht gab. Man muss sich auch mal was trauen.

Der Mann zeigt nach dem Urlaub was zum Thema „Im Leben angekommen“. Das ist nicht so schwer, wirklich nicht.

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Aha. Ein Tanzfilm. So die erste – erwartete – Reaktion auf meine gestrige Auswahl. Aber Pina Bausch war eine echte Künstlerin und Wim Wenders, der den Film Pina über sie gemacht hat, ist es auch.

Daher wurde der Abend doch ein cineastischer Erfolg. Szenen aus ihren Choreographien, Kommentare von Tänzern der Compagnie und langjährigen WeggefährtInnen; ein paar wenige Bilder von ihr selbst, aus früheren Zeiten, ganz gelegentlich ihre eigenen Worte.

Sie muss ein eindrucksvoller Mensch gewesen sein, eine Meisterin, die aus den Tänzern alles herausholte, was in ihnen steckte. Für sie gab es kein zu alt, kein zu hässlich, keine zu erfüllende Norm, sie suchte nach dem Ausdruck dessen, was anders nicht zu vermitteln war. Das Leben als Ganzes, und damit die Eigenheiten und Erfahrungen der Tanzenden, hatte seinen Platz in ihrem Schaffen.

Welches übrigens auch von den beiden Mitguckern seit gestern abend hoch geschätzt wird. Es gab Szenen, die tief anrührten, mehrfach wurde der Wunsch geäußert, das ganze Stück zu sehen – die gezeigten Ausschnitte hatten große Neugier geweckt. Im nachfolgenden Gespräch fielen Worte wie „genial“ und „Gänsehaut“, Worte, die in diesem Kreis nicht leichtfertig Verwendung finden.

Pina Bausch wollte mit dem Tanz Wahrheiten ahnbar machen. Wim Wenders ist es gelungen, mit diesem Film Pina Bausch ahnbar zu machen. Großes Kino. Und nun hat der liebe Freund die undankbare Aufgabe, zum Thema „Ahnbar machen“ weiteres filmerisches Material zu finden. Wenigstens bleibt ihm dafür etwas Zeit – ist ja erstmal Urlaubspause.

Die kulinarische Begleitung: in dieser Jahreszeit bestechen die guten Aromen – häufig mehr als die Zubereitungsart. Zucchini mit Knoblauch, Rosmarin, Salz, und Pul Biber in etwas Olivenöl gedünstet, gewürfelte Fleischtomate dazu. Vermengt mit gekochtem Bulgur und Schafskäse, bestreut mit nochmal Schafskäse und im Ofen ein bisschen überbacken. Zum Nachtisch: Erdbeeren und Vanilleeis. Mehr braucht es gerade nicht. Finde ich.

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Die Auswahl des einen Filmenthusiasten hat mich irgendwie ausgebremst in der dienstäglichen Filmberichterstattung: Für das Ende der Welt führt uns Wim Wenders Bis ans Ende der Welt. Und da es sich bei dem Werk in der vollen Länge um eine Trilogie handelt, tut er dies nun bereits seit etlichen Wochen, unterbrochen durch Winterferien, Elternabende und ebensolche Besuche.

Der gute Freund hat angekündigt, das nächste Mal die erste Staffel von Bezaubernde Jeannie zu zeigen. Die würde uns bis mindestens Ende April beschäftigt halten. Nach dem nächsten Filmabend mit Teil 3 müssen wir eventuell das Regelwerk nochmal ein wenig differenzieren oder ich mir ein anderes Thema für meinen Blog suchen.

Richtigen Unmut hat der geliebte Mann dennoch nicht auf sich gezogen, dazu gefällt das an Lynch erinnernde Roadmovie zu gut. Von hier aus lässt sich plötzlich klar erkennen, was es mit 80er-Jahre-Ästhetik auf sich hat und es muss nicht jede Botschaft immer gleich zu entschlüsseln sein. Unter Umständen hat der Film gar keine. Macht nichts. Macht trotzdem Spaß.

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