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Posts Tagged ‘Woody Allen’

Letzten Dienstag gab es nur abgespeckten Filmabend. Der liebe Freund war malade und der Mann und ich haben alleine geguckt, und zwar das Nikolausgeschenk von ihm an mich: Broadway Danny Rose von Woody Allen.

Was soll ich sagen? Ich bin froh, immer noch nicht alle Woody-Allen-Filme gesehen zu haben, so dass solche cineastischen Entdeckungen für mich noch möglich sind. Der Film ist eine liebevolle Hommage an die in den hinteren Reihen, ein herzerwärmend komisches Gegenstück zur Würdelosigkeit der Vorführprogramme der Privaten.

Wunderbares Kino.

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Ein Feuerwerk der Großartigkeit: nach dem immer wieder sehenswerten Klassiker der letzten Woche führte Bullets over Broadway tatsächlich zu einigem, was erstaunlicherweise hinter den Kulissen passiert und bescherte ein freudiges Wiedersehen mit Woody Allens Schaffen, einer weiteren alten – cineastischen – Liebe von mir. Aus Angst vor Enttäuschung wage ich mich weder mehr so richtig an seine früheren noch an seine neueren Filme heran; wie der gestrige erneut gezeigt hat, zu Unrecht.

In schnellen und witzigen Dialogen entlarvt der Film ohne zu verletzen, die Story ist hanebüchen und höchst amüsant, die Figuren allesamt skuril und überzeichnet, aber gut. Eine grandiose Besetzung von John Cusack über Marie-Lousie Parker, Rob Reiner, Tracey Ullman zu Jim Broadbent in der Rolle des „compulsive eater“, der mir so bekannt vorkam, dass ich nachsehen musste, dass ich ihn aus einer zugegebenermaßen völlig anderen Rolle in Another Year kenne. Erstaunen.

Vorher gab es wieder Spargel, mitgebracht vom Wochenendausflug in einen der Herkunftsorte. Ich fand ihn gut, andere schienen keinen Gefallen an der eher weichen Konsistenz zu finden. Geschmackssache. Die Hollandaise fand ich hervorragend, dieses Mal auf der Grundlage einer Reduktion mit Schalotten, Estragon, Weißwein und Essig, perfekte Konsistenz. Der Rhabarberkuchen funktioniert mit der halben Teigmenge auch in der Springform. Die dickere Eiweißschicht ist nicht so knusprig wie letztes Mal, aber auch kein Gummi. Juhu. Die trotz gegenteiligen Rats verwendeten Haselnüsse (ich hatte nichts anderes da) fand ich nicht so störend wie die Ratgeberin, aber ja, Mandeln sind besser.

Der nächste Filmabend liegt in etwas Ferne, so dass ich genug Zeit habe, ausgiebig zu überlegen, was ich den Mitguckern zum Thema „The A real artist“ kredenzen möchte. Da gibt es ja nun so einiges, nicht?

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In der Tat. Oder eigentlich doch? Aber selbst als er die 800-jährige Gefängnisstrafe antritt, hofft Virgil Starkwell auf Straferlass um die Hälfte bei guter Führung. Oder er bricht wieder aus. Irgendwie ist er völlig unfähig zu einer Verbrecherkarriere und irgendwie ist es gleichzeitig seine Berufung.

Ich war mir nicht sicher, ob Take the Money and Run nicht in die Kategorie Filme gehört, die in ihrer Zeit gut und richtig waren, die aber jetzt nur noch bestenfalls historische Bedeutung haben. Gehört er nicht. Er ist stellenweise genial witzig, urkomisch und nie dumm. Ein echtes Woody-Allen-Frühwerk. Es ist sowieso kaum zu fassen, dass es über 100 dienstägliche Treffen gebraucht hat, damit endlich ein Film von Allen auf dem Programm steht. Von Woody Allen, dem Lieblingsregisseur meiner jungen Erwachsenenjahre.

Das Hauptgericht an diesem Abend war selbst erfunden und eine gelungene Variante aus der Serie „Kartoffeln mit Teig“: 4 übriggebliebene gekochte Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden, 2 Stangen Lauch in dünne Halbringe schneiden, in Butter und Olivenöl andünsten, wenn sie weich sind, Kartoffeln dazugeben, warm werden lassen, dazu 200 g Ziegenfrischkäse, verlaufen lassen. Ich habe mit Paprika und Majoran gewürzt, gesalzen und gepfeffert, das hat gut gepasst. Die Masse dann auf 2/3 einer Lage Blätterteig streichen und wie einen Strudel zusammenrollen. Diese Menge Füllung hat für zwei Lagen Blätterteig, also für zwei Strudel, gereicht. Mit Ei bestreichen und für ca. 20-25 Minuten in den 200° heißen Backofen. Dazu gab es Salat und Joghurt, angereichert mit Kerbel, Schnittlauch, Knoblauch und Salz. Erstaunlich gut. Dafür waren es nicht die richtigen Äpfel für den Bratapfel: zu mehlig, zu wenig aromatisch. Da half auch das Innenleben aus Marzipan, Holundergelee und Rumrosinen nicht so viel. Ging schon, war aber kein Highlight.

„Verbrechen zahlt sich aus“ sagt Virgil im Interview. Mal sehen, welche filmische Umsetzung dieses Zitats uns in zwei Wochen erwartet. Vorher bin ich noch im Allgäu, glücklich gelebtes Rind erstehen.

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